Der Managementrainer Tom Schmitt und der Dozent für Dramaturgie Michel Esser befassen sich in diesem Buch mit dem Phänomen des Status.
Unter Status versteht man den Grad der sozialen Wertschätzung der Position eines Individuums oder einer Gruppe in der unter spezifischen Wertgesichtspunkten entwickelten Rangordnung eines sozialen Systems.
Die Autoren halten fest, dass die Übermittlung der Status-Position auf zwei Ebenen erfolgt. Einerseits auf der Ebene von Wissen, Information, Funktion, Position , psychischer Stärke, Reichtum etc. , andererseits über die Persönlichkeit.
Die Übermittlung von Persönlichkeit erfolgt über Gestik, Mimik, Stimme, Sprache, Wortwahl u.s.w.
Statusheber, wie etwa Aussehen, Sportlichkeit, Kleidung, Auto und Wohnung werden im so genannten täglichen Statusspiel eingesetzt, um den eigenen Status in die erhoffte Position zu bringen.
Wer seine eigene Persönlichkeit und sein individuelles Können bewusst einsetzt, kann seinen eigenen Status selbst bestimmen und sich den nötigen Respekt verschaffen, um in Konfliktsituationen nicht zu unterliegen.
Die Autoren nennen vier Statusmodelle. Im täglichen Statusspiel wird deutlich, dass derjenige, der seinen Status bewusst verhandelt, das Spiel eröffnet. In diesem Spiel geht es vor allem um Respekt und Sympathie.
Je geringer das Statusgefälle zwischen zwei Personen ist, umso häufiger kommt es zu Statuskämpfen.
Ausführlich erklärt der Autor wie es zu einem hohen und tiefen Status kommt. Der tiefe Status, soviel nur, entsteht aus Respekt vor dem anderen oder aus dem unbedingten Bedürfnis nach Sympathie. Ist der Status innen hoch, außen tief wird ein Konflikt gelöst. Der doppelte Hochstatus sucht den Konflikt. Ist der Status innen tief aber außen hoch wird der Konflikt verschärft. Bei doppeltem Tiefstatus wird der Konflikt gescheut. Was man unter " hoch " und " tief " zu verstehen hat, wird inhaltlich genau erklärt.
Menschen mit hohem Status reden frei, ungezwungen, erlauben sich andere auch zu unterbrechen, ihre Meinung in Frage zu stellen. Sie bewegen sich locker, gestikulieren, zeigen ein reges Minenspiel, beenden das Gespräch, wenn ihnen der Zeitpunkt gekommen scheint und ihnen danach ist.
Die Frage im täglichen Statusspiel lautet: Bin ich bereit mir Respekt zu verschaffen, auch auf die Gefahr hin Sympathien zu verlieren?
Die Art und Weise wie man kommuniziert bedingt wie man auf andere wirkt. Um so klarer die innere Haltung, desto einfacher fällt es einen hohen Status einzunehmen. Je unklarer die Haltung, um wahrscheinlicher ist es in einen tiefen Status zu geraten.
Die Autoren verdeutlichen das Phänomen wirklich sehr gut anhand vieler Bespiele.
Offenbar nimmt man stets den Status an, von dem man glaubt, man könne ihn sich leisten.
Allerdings hat jedes Mitglied einer Gruppe potentiell den Wunsch seine Position zu verbessern. Hervorgehoben werden muss, dass hohe Status-Positionen in der Gruppe nicht garantiert sind, sondern sie müssen immer wieder neu bestätigt und verteidigt werden.
Generell gilt, dass das Motiv für einen tiefen Status der Wunsch nach Nähe und das Motiv für einen hohen Status Distanz darstellt.
Da hoher Status einsam macht, bietet sich für den Status-Spezialisten auf der Plattform des Statusspiels die Chance in anderen Lebenssituationen andere Verhaltensmuster als die gewohnten auszuprobieren, weil Status gespielt werden kann.
Thematisiert wird der Status im Alltag, im Beruf und in der Liebe. Sehr gut gezeigt wird wie Körpersprache, Mimik und Stimme den jeweiligen Status dokumentieren.
Mobbing ist ein unerfreulicher Aspekt im Reich der Statuskämpfe.
Die Autoren machen unmissverständlich klar, dass ein Mobber immer im Unrecht ist. Mobbing ist ein unlauteres Mittel im Statuskampf und zeugt von innerer Schwäche.
Generell ist es im Statuskampf stets wichtig dem anderen eine Brücke zu bauen. Er muss für sich eine Möglichkeit finden aus seiner Situation herauszukommen, ohne sein Gesicht zu verlieren. Gute Kommunikatoren sind die besten Status-Artisten.
Ein erhellendes Buch zu einem wichtigen Thema.
Den Buchkapiteln ist jeweils ein Zitat vorangestellt. Ich erlaube mir das Zitat von George Bernhard Shaw anzufügen.
" Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast."