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Statt Psychiatrie 2
 
 
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Statt Psychiatrie 2 [Taschenbuch]

Peter Lehmann , Peter Stastny
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Lehmann, Berlin; Auflage: 1. (20. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3925931384
  • ISBN-13: 978-3925931383
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 244.517 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Statt Psychiatrie" ist ein sorgfältig ausgestattetes Handbuch, speziell für Psychiatriebetroffene, aber auch für Angehörige, TherapeutInnen, JuristInnen und psychiatrisch Tätige. Es liefert eine Vielzahl von Hilfen und Anregungen, Adressen und Ratschlägen: Wie übersteht man die Psychiatrie, welche konkreten Wege gibt es, im akuten Fall das Behandlungszimmer des Psychiaters zu meiden?
Obwohl das Buch Wege in eine psychiatriefreie Zukunft eröffnet, sind alle Texte am konkret Machbaren orientiert, sei es nun Trude Unruhs "Alte gegen Psychiatrie - Vormund und Pillen oder eigener Willen" oder Anna Ochsenknechts "Die seelische Balance - Pflanzenheilkundliche Unterstützung bei psychischen Problemen und beim Psychopharmaka-Entzug".
"Statt Psychiatrie" ist kein männergemachtes Theoriebuch. Kempker und Lehmann haben ein ermutigendes, verständliches und schon durch die verschiedenen Sprachstile abwechslungsreiches Buch herausgebracht. Es gibt vielfältige lebensnahe persönliche, aber auch handfeste juristische und politische Antworten auf die eingangs gestellte Frage: "Was hilft mir - statt Psychiatrie?" (Iris Hölling, Berlin)

Kurzbeschreibung


Das richtungsweisende Praxisbuch der Antipsychiatrie und Selbsthilfe
Praxisbuch der Antipsychiatrie und Selbsthilfe. Psychiatrie-Betroffene, Anwälte, Mediziner, TherapeutInnen, Psychiater und Angehörige aus aller Welt berichten von ihrer anti- und nichtpsychiatrischen Arbeit, den Zielen und Erfolgen, ihren Therapieansätzen und Erfahrungen. 50 Anwälte, Mediziner, TherapeutInnen, PsychologInnen, Psychiater, Angehörige, Politikerinnen, SozialwissenschaftlerInnen und Psychiatriebetroffene aus aller Welt berichten von ihrer antipsychiatrischen Arbeit, den Zielen und Erfolgen, ihren neuen Therapieansätzen und Erfahrungen. Das Buch reflektiert die heute schon bestehenden Möglichkeiten von echter Hilfe sowie von Selbsthilfe, auch im Fall akuter Verrücktheit.
"Statt Psychiatrie" macht die Psychiatriegesetze für Betroffene und Angehörige transparent. Für den deutschen Rechtsraum erklärt Rudolf Winzen das 1992 in Kraft getretene Betreuungsgesetz und macht deutlich, welche Paragraphen zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts herangezogen werden können.
Don Weitz (Psychologe aus Toronto), Peter Stastny (Psychiater aus Wien / New York) und Peter Lehmann ziehen in ihrem Artikel "Wege zum Ausstieg aus der Psychiatrie" Konsequenzen aus dem psychiatrischen Machtmißbrauch; nur starke Rechte von Psychiatriebetroffenen und Finanzmittel für u nabhängige Selbsthilfegruppen bieten die Chance zur positiven Änderung der Verhältnisse.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Irrglaube, verrückte Zustände ließen sich nicht anders als in psychiatrischen Einrichtungen durchleben, wird hier eindrucksvoll wiederlegt. Die engen Grenzen, die offizielle Rollenbilder vom "psychisch Kranken", Hilfs- und Lebenskonzepten ziehen, erweisen sich im Lichte dieses Buches als bloße Produkte menschenfeindlicher Borniertheit.
Der in seiner Vielschichtigkeit spannend zu lesende Band gibt in vielen Artikeln einen detaillierten Überblick über einen alternativen Umgang mit verrückten Zuständen aller Art. In diesem äußerst vielstimmigen Projekt kommen Psychiatriebetroffene genauso zu Wort wie professionelle Vertreter der Nichtpsychiatrie, der humanistischen Antipsychiatrie und der durch systemsprengende Inhalte geprägten Reformpsychiatrie, darunter Psychologen und Psychiater und sogar Angehörigengruppen. Die Autoren sprechen mit eigener Stimme über Konzepte und Erfahrungen alternativer Hilfemöglichkeiten. Was die wirklich internationale Autorenschaft dieses Bandes eint, ist ein Menschenbild, das sich auf das Selbstbestimmungsrecht und die Menschenrechte beruft und an den Selbstheilungskräften der Menschen orientiert. Damit durchbrechen sie den Automatismus von Zwang und apathisierender Pharmako-"Therapie". Nicht zuletzt stellen sie sich so gegen den "Mainstream" einer falsch verstandenen, scheinobjektiven Wissenschaftlichkeit, deren Theoreme umso höhere Geltung beanspruchen, desto gründlicher sie jeder menschlichen Erfahrung beraubt wurden.
Der vorliegende Band dagegen öffnet den Horizont für einen wirklich menschlichen Umgang mit Menschen, die in psychische Ausnahmezustände geraten. Das Spektrum der angesprochenen Gebiete ist beeindruckend. Da sind zum einen die Beiträge zu wohldurchdachten Hilfekonzepten, denen Zwangsbehandlung und "Pharmakotherapie" nicht als Teil der Lösung, sondern als zusätzliches Problem gelten. Noch wichtiger dürften aber die Berichte von Hilfeeinrichtungen wie z.B. der Soteria, Windhorse, Weglaufhaus oder der Krisenherberge in Ithaca sein, die es geschafft haben, sich als Institutionen zu etablieren, die eine humanere Realität zu verwirklichen suchen. Die guten Erfahrungen, welche in diesen Einrichtungen gemacht werden, obwohl sie sich selbst als politisch umstrittene Pilotprojekt mühsam behaupten mussten, straft die Rede von der Alternativlosigkeit des etablierten Systems aus Zwang und Nötigung Lügen. Damit ist das Spektrum dieses internationalen Überblicks jedoch längst nicht abgesteckt. In dem sorgfältig gegliederten Band finden sich darüber hinaus auch Beiträge, die sich etwa mit natürlichen Heilmethoden oder dem Stellenwert von Vorausverfügungen zum Schutz vor Zwangsbehandlung beschäftigen. Daneben stehen Essays, welche die Tragweite von Begriffen wie Empowerment oder Recovery ausloten oder die Möglichkeiten betroffenenkontrollierter Forschung untersuchen.
Die Vielzahl der hier zu Wort kommenden Autoren und Positionen prädestiniert dieses Buch für die immer griffbereite Handbibliothek. Und wer den spannenden Band gleich in einem Rutsch verschlingt, kann später rasch darauf zurückgreifen, wenn es um die stets aktuellen Themen geht: Was kann ich tun, wenn ich verrückt werde? Wo finde ich vertrauenswürdige Hilfe für eine Angehörige oder Freundin in Not? Wie schütze ich mich vor Zwangsbehandlung? Was soll ich tun, wenn ich es nicht mehr ertrage, in der Psychiatrie weiterzuarbeiten? Welche Alternativen zur Psychiatrie gibt es, wie kann ich mich an deren Aufbau beteiligen?
Lucinda Bee
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klaus Roth TOP 100 REZENSENT
Aufgrund des Coverdesigns hatte ich zunächst angenommen, es handle sich um ein älteres Buch. Dies ist nicht der Fall. Das Buch erschien erstmals 2007. Bereits 1993 erschien "Statt Psychiatrie". Das hier rezensierte Buch enthält daraus wenige Beiträge, die jedoch allesamt aktualisiert oder sogar komplett neu geschrieben wurden (Wie Lehmann in der Einleitung verrät). Hierdurch erklärt sich auch die Angabe "2., vollständig überarbeitete Auflage", die sich hier beim Buch findet.

Der Titel "Statt Psychiatrie" entspricht dem Inhalt. Denn es geht primär um Alternativen zur Psychiatrie und nur am Rande auch darum, die Schwachpunkte der Psychiatrie aufzuzeigen. Gerade letzteres kann von Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen Betroffene (wie mich) triggern oder depressiv stimmen. Allerdings schafft es auch ein gewisses Verständnis dafür, warum in der Psychiatrie auf diese und keine andere Weise gehandelt wird.

Zum Thema wird ein breites Spektrum geboten. Dies erklärt sich schon durch die Verschiedenartigkeit der Beitragsschreiber. Diese stammen aus unterschiedlichen Ländern und haben sehr unterschiedliche Hintergründe. So setzt sich die Autorenschaft aus Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und/oder Fachleuten verschiedener Professionen zusammen.

Das Buch sollte von allen gelesen werden, die in irgend einer Form mit der Psychiatrie in Berührung kommen. Es zeigt am Rande auf, wie Diagnosen entstehen und warum sie sehr kritisch betrachtet werden sollten. Die meisten Menschen sowohl auf Seiten des Personal als auch des Klientels ist heute leider der Meinung, dass eine Diagnose richtig sein müsse, wenn sie ein Arzt gestellt hat. Dies ist (gerade in Psychiatrien besonders häufig) nicht der Fall.

Hierbei kann ich Patienten in Psychiatrien nur sehr dazu ermutigen, sich über die Entstehung der Diagnose zu informieren und Akteneinsicht einzufordern. In meinem Fall kam auf diesem Wege etwa heraus, dass man die Diagnose lediglich infolge extremer Schlamperei bei der Anamnese stellte. Man hatte sich lediglich bei einer Familiengehörigen über mich erkundigt, alle Angaben ohne weitere Prüfung komplett übernommen und mit mir nie ein Wort darüber gesprochen (Weder die Familienangehörige noch die Psychiatrie). Kein seltenes Vorgehen in Psychiatrien. Leider wird dabei nicht bedacht, dass bei dieser sogenannten "Fremdanamnese" das Bild stark von der berichtenden Person verzerrt wird. So können etwa Teile in die Darstellung mit einfließen, die nicht stimmen, während Tatsachen ausgelassen werden. Gerade bei der Darstellung innerpsychischer Vorgänge ist so die Entstehung eines falschen Bilds möglich, das anschließend durch eine wirklichkeits-schaffende Eigendynamik aufrecht erhalten werden kann.

Wie das Personal einer Psychiatrie über einen Patienten denkt, bewirkt auch in einem hohen Maße die Wahrnehmung des Patienten und wie sich diesem gegenüber verhalten wird. So wurde mir in einer Psychosegruppe von einem Krankenpfleger erklärt, zur Behandlung von Psychosen gebe es nur Medikamente. Alle übrigen Angebote der Psychiatrie sollten nur zur Kompensierung der Nebenwirkungen der Medikamente dienen. Früher hätte man auf andere Arten versucht, Psychosen zu behandeln, habe dann aber festgestellt, dass außer Medikamenten nichts Wirkung hätte. Für mich vollkommen unverständlich, sind doch alternative Behandlungsformen zahlreich vorhanden und zeigen gute Resultate (In Deutschland z. B. Soteria, welches es schon seit Jahren gibt und hier im Buch auch durch einen Beitrag dargestellt wird).

Auch bei den Nebenwirkungen der Medikamente werden diese Patienten gegenüber entweder bewusst vertuscht oder aus Nicht-Wissenheit nicht genannt. Dies ist aber auch darauf zurück zu führen, dass in einer Psychiatrie tätige Menschen in den wenigsten Fällen selbst Mittel wie Neuroleptika einnehmen mussten. Auch hierzu bietet das Buch interessante Stellen. Die tatsächliche Tragweite der Nebenwirkungen gerade bei Neuroleptikas ist so enorm, dass der Einsatz solcher Medikamente aus meiner Sicht allgemein in Frage gestellt werden sollte.

Eine Psychiatrie ist in einer Weise vergleichbar mit einem Atomkraftwerk: Kurzfristig besteht ein großer Nutzen und wenig Aufwand, langfristig entsteht jedoch mehr Schaden als alles andere. Denn Neuroleptikas zerstören das geistige Potenzial eines Menschen und beeinträchtigen seine sozialen Beziehungen. Das Buch zeigt, dass eine einfache Nicht-Behandlung einer Störung keine wirkliche Alternative ist. Allerdings entstehen durch alternative Behandlungsformen qualitativ bessere Ergebnisse und psychisch stabilere, leistungsfähigere Menschen.

Im Buch wird auch deutlich, welches Verhalten seitens Angehöriger sinnvoll und angebracht erschien. Dies trägt auch sehr wesentlich zum Verlauf einer psychischen Krankheit bei (Das Auftreten und der Verlauf eines psychotischen Schubs hängen in einem hohen Maße von der subjektiv empfundenen Belastung ab -> Obwohl dies Psychiatriepersonal meist klar ist, verhält es sich in der Regel nicht entsprechend dieser Kenntnis).

Die vorhergehende Rezension schien zu einem großen Teil Selbstdarstellung zu sein. Jedoch hätte ich das Buch kaum wirklich bewerten und darstellen können, ohne gleichzeitig auf heutige Zustände in einer Psychiatrie hinzuweisen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kuckucksnest 10. März 2009
Von Amazon bestätigter Kauf
Der Mensch als Opfer eines Systems, dass bestenfalls verwaltet, schlechtestenfalls beherrscht, das kraft seiner Autorität Menschen ihre Würde nimmt, indem sie zu Patienten deklariert werden, der Meinung ohnehin nichts zählt. Menschen, deren Selbstbewusstsein ohnehin geschwächt ist und die mit dem Etikett von "Fachmännern" und -"frauen" leben müssen, sie seien Kranke, zu selbständigen Leben nicht fähig.

Wenn man solche Menschen kennt, die um ihre Stellung in der Gesellschaft ringen,immer bedroht vom Fachverstand der Psychiatrie, die sie als nicht autonom deklariert, ist ein Buch, das so umfassend Alternativen aufzeigt, sehr hilfreich.

Diejenigen, die etwa Stimmen hören, sind nicht nur behandlungswürdige Verrückte, auch im Jahr 2009 noch mit Elektroschocks !, sondern bekommen Hilfestellungen, wie sie mit dieser Erscheinungsform leben lernen,Hinweise, wo Betroffene sind, die sich organisiert haben und ihnen Stütze sein können.

Auch der Laie kann mit Ertrag dieses Buch lesen und seiner Empörung über den Umgang mit Menschen in einem solchen System eine konstruktive Wendung geben, was denn Menschen in einer solchen Situation anderes helfen könnte, als Medikamente mit heftigen Nebenwirkungen oder eben etwa Elektroschocks.
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