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Statistik für Mediziner und Pharmazeuten (Verdammt Clever!)
Format: TaschenbuchÄndern
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Februar 2013
Das von Philip Rowe im Wiley-VCH erschienene Buch „Statistik für Mediziner und Pharmazeuten“ befasst sich mit grundlegenden statistischen Themengebieten, die für den Beginn einer Statistik-Ausbildung relevant sind. Die Adressaten dieses Buches sind Statistik-Anwender, vorwiegend aus den Bereichen Pharmazie und Medizin, die laut Autor andere Ziele verfolgen, als Statistiker zu werden. Das Buch soll ihnen eine praktische Stütze bieten, um den Herausforderungen dieses Faches gewachsen zu sein, d.h. um im Studium den Vorlesungen folgen zu können, um Themen nachzuschlagen oder zu wiederholen, um sich gezielt auf eine Prüfung vorzubereiten, oder um eine eigene Abschluss- oder Forschungsarbeit durchzuführen.

Schon beim ersten Blick auf das Buch wird ein Unterschied zu gewöhnlichen Statistikbüchern deutlich. Der Einband ist hochglänzend. Des Weiteren ist er farblich modern und optisch ansprechend gestaltet, und nicht farblich neutral, wie man es von Standard-Statistikwerken gewohnt ist. Auf der Vorderseite des Buches ist eine Menschenmenge abgebildet. Darüber ist ein Koordinatenkreuz mit einer Normalverteilung skizziert. Dieses Bild passt zum Thema des Buches, da es ein zentrales Anliegen der Statistik ist, Aussagen darüber zu treffen, wie sich bestimmte Variablen in der Population verhalten. Das Logo aus der „Verdammt clever“-Reihe macht zusätzlich neugierig auf den Inhalt des Buches.

Auch mit seinen ca. 267 Seiten unterscheidet sich dieses Buch deutlich von den dicken Statistik-Wälzern, die in der Regel vorzufinden sind, wenn man sich Literatur zum Thema Statistik beschaffen möchte. Beim ersten Blick in das Buch fällt darüber hinaus auf, dass weitgehend auf die Verwendung statistischer Formeln verzichtet wird. Beides ist Stärke und Schwäche des Buches zugleich. Auf der einen Seite erhöhen die schlanke Gestaltung und der Verzicht auf Formeln die Attraktivität des Buches für Laien, indem die Schwelle, sich mit diesem für viele Menschen sehr unangenehmen Themengebiet auseinanderzusetzen, leicht überwunden werden kann. Auf der anderen Seite jedoch kann die Betrachtung einer Formel manchen Lerntypen helfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen und letztlich beispielsweise in einer Leistungssituation abrufen zu können. Wer am Anfang seiner Statistik-Ausbildung steht und noch herausfinden möchte, zu welchem Lerntyp er bzw. sie gehört, wäre anzuraten, sich zusätzlich zu diesem Buch ergänzende Literatur zu besorgen, welche Formeln verwendet.

Das Buch gliedert sich in folgende sechs Teile und 20 Kapitel:

Teil 1 Datentypen
1. Datentypen

Teil 2 Daten auf Intervallskalen
2. Beschreibende Statistik
3. Die Normalverteilung
4. Stichproben aus einer Grundgesamtheit und der Standardfehler des Mittelwerts
5. Das 95%-Konfidenzintervall für den Mittelwert
6. Der doppelte t-Test (1). Einführung in Hypothesentests
7. Der doppelte t-Test (2). Der berüchtigte p-Wert
8. Der doppelte t-Test (3). Falsch-negative Befunde, Güte und notwendige Stichprobenumfänge
9. Der doppelte t-Test (4). Statistische Signifikanz, praktische Bedeutung und Äquivalenz
10. Der doppelte t-Test (5). Einseitige Tests
11. Was sagt uns ein statistisch signifikantes Ergebnis wirklich?
12. Der gepaarte t-Test – Vergleich von zwei zusammenhängenden Datensätzen
13. Varianzanalyse – über t-Tests hinaus
14. Korrelation und Regression – Zusammenhänge zwischen Messwerten

Teil 3 Daten auf Nominalskalen
15. Beschreibung von kategorisierten Daten
16. Vergleich beobachteter Anteile – der Chi-Quadrat-Kontingenztest

Teil 4 Daten auf Ordinalskalen
17. Ordinalskalierte, nicht normalverteilte Daten. Transformationen und parameterfreie Tests

Teil 5 Reale Herausforderungen
18. Mehrfachtests
19. Fragebögen

Teil 6 Fazit
20. Schlussfolgerungen

Das Buch schließt mit einem Stichwortverzeichnis ab.

Die Kapitel des Buches sind nach einer einheitlichen Logik aufgebaut. Am Anfang jedes Kapitels wird in Stichpunkten aufgeführt, was den Leser in diesem Kapitel inhaltlich erwartet und was das Ziel des Kapitels ist. Am Ende jedes Kapitels befindet sich eine Kapitelzusammenfassung, die als Fließtext, stichpunktartig oder in Tabellenform noch mal die wesentlichen Aspekte des Kapitels benennt. Hieran lässt sich für den Leser gut überprüfen, ob er die wesentlichen Themen des Kapitels erfasst hat.
Die Kapitel werden aufgelockert durch zahlreiche Beispiele aus der Medizin und Pharmazie. Visualisierungen der Beispiele und auch der fachlichen Erläuterungen erfolgen durch hilfreiche Abbildungen und Tabellen. Der angenehm breite Seitenrand bietet zudem Platz für Notizen, eigene Formulierungen und Ergänzungen. Zusätzlich findet man am Ende des Buches auch noch ein paar leere Seiten, die sich gut für weitere Notizen eignen.

Außerdem fällt auf, dass die Kapitel zweierlei grau hinterlegte Informationen enthalten. Im Text erläuterte zentrale Schlüsselbegriffe und -konzepte werden in einem mit einem Schlüsselsymbol versehenen grau hinterlegten Kasten zusammengefasst. Dies leitet den Leser durch die wichtigsten Stellen im Kapitel und ermöglicht es, die entsprechenden Informationen rasch wiederzufinden. Die anderen grau hinterlegten Kästen tragen die Überschrift „Machiavelli rät“ und formulieren mit dem Stilmittel des Zynismus grobe Fehler und Missbrauchsmöglichkeiten zum jeweiligen Themenfeld. Dies regt den Leser auf eine lockere Art und Weise zum Querdenken an und soll ihn dazu ermuntern, auf diese Fehler zu achten und sie nach Möglichkeit zu vermeiden.

Einen besonderen Mehrwert und hohen praktischen Nutzen des Buches stellen die drei letzten Kapitel Mehrfachtests, Fragebögen und Schlussfolgerungen dar. Hier können Anwender wichtige Aspekte zur Planung, Erstellung und Auswertung einer eigenen Erhebung nachlesen und selber berücksichtigen. Kapitel 20 ist schließlich als letzte Checkliste bzw. Leitfaden dessen zu verstehen, was grob bei einer eigenen Studie bedacht, geprüft und interpretiert werden sollte. Natürlich können die Hinweise in diesem Kapitel keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, so dass es sinnvoll wäre, insbesondere zu den Themen Fragebogenkonstruktion und Versuchsplanung separate Fachliteratur heranzuziehen.

Insgesamt handelt es sich bei dem Buch um ein gelungenes Grundlagenwerk. Es leitet Laien dieser Zielgruppe durch alle wesentlichen Einstiegsthemen der Statistik. Von anderen Statistik-Werken hebt es sich dadurch ab, dass es auf komplizierte Formeln verzichtet und dem Leser die Themen durch Beispiele aus dem eigenen Fachgebiet näherbringt. Dadurch kann es beim Leser die Motivation aufrechterhalten, sich mit diesen, für viele eher unangenehmen Themen auseinanderzusetzen. Besonders übersichtlich, lehrreich und einprägsam ist die Gliederung in Verfahren unterschiedlicher Skalenniveaus. So können Anwender das richtige Verfahren dem jeweiligen Datentyp zuordnen und verstehen eine der wichtigsten Grundlagen von Anfang ihrer Ausbildung. Das Buch bietet ebenfalls Personen aus anderen Fachbereichen noch den ein oder anderen Aha-Effekt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. November 2012
Der im WILEY-VCH erschienene Band „Statistik für Mediziner und Pharmazeuten“ ist Teil der
Verdammt clever!- Reihe und widmet sich allen wichtigen Typen von Daten und den Verfahren zu
deren Auswertung. Es soll deutlich gemacht werden, dass eine Fehl- oder Überinterpretation einer
statistischen Auswertung verhindert werden kann, wenn sich diese an der Art und Qualität der
Daten orientiert. Der Autor selbst vertritt die Meinung, das dafür keine komplizierte Mathematik
nötig oder erwünscht sei, da oft die einfachsten Verfahren die aussagekräftigsten sind (beruhigend
für jeden Nichtmathematiker, der sich – gegebenenfalls auch gezwungenermaßen – mit Statistik
beschäftigen muss!).
Aus studentischer Sicht ist dem Autor ein didaktisch sehr gut aufgearbeitetes und verständliches
Lehrbuch gelungen, das übermäßig viele Formeln vermeidet, auf häufige Fehler hinweist und
zahlreiche Beispiele aus der Pharmazie und Medizin anbringt.
Es gliedert sich in die folgenden Kapitel:
1. Datentypen
2. Beschreibende Statistik
3. Die Normalverteilung
4. Stichproben aus einer Grundgesamtheit und der Standardfehler des Mittelwerts
5. Das 95%-Konfidenzintervall für den Mittelwert
6. Der doppelte t-Test (1). Einführung in Hypothesentests
7. Der doppelte t-Test (2). Der berüchtigte p-Wert
8. Der doppelte t-Test (3). Falsch-negative Befunde, Güte und notwendige
Stichprobenumfänge
9. Der doppelte t-Test (4). Statistische Signifikanz, praktische Bedeutung und Äquivalenz
10. Der doppelte t-Test (5). Einseitige Tests
11. Was sagt uns ein statistisch signifikantes Ergebnis wirklich?
12. Der gepaarte t-Test – Vergleich von zwei zusammenhängenden Datensätzen
13. Varianzanalyse - über t-Tests hinaus
14. Korrelation und Regression – Zusammenhänge zwischen Messwerten
15. Beschreibung von kategorisierten Daten
16. Vergleich beobachteter Anteile – der Chi-Quadrat-Kontingenztest
17. Ordinalskalierte, nicht normalverteilte Daten.Transformationen und parameterfreie Tests
18. Mehrfachtests
19. Fragebögen
20. Schlussfolgerungen
21. Stichwortverzeichnis
Die Anzahl und die Inhalte der einzelnen Kapitel zeigen die große Bandbreite dieses Statistik-
Lehrbuchs auf:
Während die ersten fünf Kapitel grundlegende Dinge zur Datenbeschreibung vermitteln und vor
allem für Anfänger oder zum Wiederholen gedacht sind, zeigen die Kapitel 6-17 die am häufigsten
verwendeten statistischen Testverfahren auf. Diese sind jedoch nicht nur für Pharmazeuten und
Mediziner interessant! Auch die Biologie, Psychologie, Soziologie und viele andere Studiengänge
fordern dieses Wissen und die Anwendung bereits in den ersten Semestern – teilweise sogar mit
Leistungsüberprüfungen.
Für die spätere Abschlussarbeit sind dann vor allem die Kapitel 18 und 19 relevant: sie zeigen reale
Probleme auf, mit denen Studenten während der Abschlussarbeit und anderen eigenen
Forschungsarbeiten konfrontiert werden können und wie damit umgegangen werden sollte. Konkret
geht es um Mehrfachtests und das Design und die Auswertung von Fragebögen. Hier werden keine
grundlegend neuen Konzepte eingeführt, jedoch eine Art Zusammenfassung aller relevanten Punkte
gegeben.
Jedes einzelne Kapitel beginnt mit einer kurzen Hinführung zum Thema, die deutlich macht welche
die zentralen Themen sein werden. Der anschließende Text ist in einzelnen Abschnitt mit
zahlreichen Abbildungen, Tabellen und kurzen Merksätzen zum besseren Verständnis unterteilt.
Jedes Kapitel endet mit sehr gelungenen Zusammenfassungen, die die vorgestellte Methode noch
einmal in Kurzform erläutern oder Unterschiede zwischen verschiedenen Konzepten darstellen.
Diese Zusammenfassungen bieten sich daher sehr gut für eine Wiederholung beispielsweise vor der
Statistikklausur oder für eine kurze Erinnerung während einer Versuchsreihe an, sodass man alle
wichtigen Punkte noch einmal komprimiert vor sich hat. Sehr gelungen sind auch die
Schlussfolgerungen am Ende des Buches, die die grundsätzlichen Fehlerquellen aufzeigen und eine
sehr gute kurze Anleitung für eigenständige Versuchsreihen gibt – sehr gut zum Nachschlagen und
als kurzer Leitfaden!
Einzig ein Glossar wäre meiner Meinung nach eine schöne Ergänzung gewesen, sodass unbekannte
Begriffe in kurzer Zeit nachgeschlagen und ins Gedächtnis gerufen werden können. Ein solches
selbst anzulegen wäre vor einer Klausur in der Statistik auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Das Buch dient mit seiner großen Bandbreite an behandelten Methoden nicht nur als Lehrbuch für
die ersten Semester, sondern auch als Nachschlagewerk für Studenten höherer Semester. Wie bereits
angemerkt jedoch leider ohne Glossar.
Für alle, die Prüfungen in der Statistik abzulegen haben, ist dies dennoch ein umfangreiches und gut
lesbares Buch zum Lernen – das dabei durch neue Konzepte und Herangehensweisen auf sehr
verständliche Art und Weise auch Nichtmathematikern die Welt der Statistik näher bringt!
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am 3. Februar 2015
Für Mediziner super, ich wünschte ich hätte es schon früher während des Studiums entdeckt. Super einleuchtende Erklärungen, was die statistischen Verfahren bedeuten und wie sie vor allem zu interpretieren sind. Das alles ohne Formeln und immer wieder mit Hinweisen auf Statistikprogramme wie SPSS. Für mich die ideale Lektüre, um den Statistik-Teil meiner Doktorarbeit schnell zu verstehen und die Analyse richtig durchführen zu können (ergänzend dann mit SPSS für Dummies :-))
Liest sich sehr angenehm, guter "Flow", man kommt schnell voran.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. November 2012
Das Lehrbuch Statistik für Mediziner und Pharmazeuten" vom Wiley-VCH Verlag ist ein Grundlagenwerk, welches sich auf die Fahne geschrieben hat, dem mäßig interessierten Leser die Tücken der Statistik ohne die leidlichen Formelsammlungen näher zu bringen.
Das Buch beginnt mit einem klar strukturierten Inhaltsverzeichnis und diese klare Linie zieht sich durch das gesamte Buch, was es dem Leser einfach macht, selbst die Inhalte im Kopf zu strukturieren. Gleich in der Einleitung habe ich mich an mein Studium erinnert und der ständige Kampf mit der Statistik: Warum soll ich das wissen- ich bin kein Statistiker- ich bin ein Anwender- ich werde im Leben nie wieder was händisch rechnen müssen". Dieser Gedanke ging mit in meiner Statistikvorlesung so oft durch den Kopf und nun schlage ich dieses Statistikbuch auf und schon in den ersten paar Zeilen wird meine Einstellung bestätigt- wir leben im Zeitalter von Computern und Co.- warum sollte ich etwas mit der Hand rechnen, wo ich doch kein Statistiker bin, der sich mit dem Thema Statistik intensiv beschäftigen möchte, der die Rechnung dahinter verbessern will und weniger an den Ergebnissen der Ergebung interessiert ist. Diese Einleitung steigerte mein Interesse an diesem Buch gewaltig- hier scheint jemand meine Sprache zu sprechen. Am meisten amüsiert hat mich dann der Satz: Eigentlich wäre ich sogar ziemlich enttäuscht, wenn sich nicht wenigstens ein traditioneller Statistiker" bitterlich über dieses Buch beklagen würde"- ein gelungener Einstieg!
Weiteres Interesse weckte bei mir der Hinweis auf den sogenannten Machiavellis Rat"- dies sollte ironischer Weise kleine Ratschläge/Warnungen enthalten, wie genau diese Statistik missbraucht werden könne.
Das Buch enthält zusätzlich zu den theoretischen Ausführungen viele Beispiele aus der Praxis, was es einfach macht, dem Inhalt der Materie zu folgen. Auch werden Anweisungen für Minitab und SPSS angeschnitten, welche auf der Homepage des Buches noch differenziert erläutert werden. Grundlegen werden die technischen Hintergründe im Buch erst einmal ohne spezifisches Eingehen auf ein bestimmtes Programm beleuchtet.
Ein jedes Kapitel startet mit einer kurzen Übersicht, was das Kapitel zu leisten glaubt und welche Themen darin behandelt werden. Die Kapitel sind logisch aufeinander aufgebaut und auf das Grundlegende Kapitel über die Datentypen berufen sich die nachfolgenden Kapitel, in welchen die einzelnen Themen jeweils passend zu den verschiedenen Datentypen erläutert werden. Als besonders wichtig für den studentischen Gebrauch empfinde ich die immer wieder kritische Hinterfragung der Sinnhaftigkeit und Machbarkeit einzelnen statistischer Verfahren. Hierbei wird der Leser mit seinen Ideen allerdings nicht allein gelassen, wie in so mancher Prüfungsvorbereitung, sondern es werden dazugehörige Antworten gegeben- welche vielleicht so mancher Prüfer in der Statikprüfung gern hören würde. Eine perfekte Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung ist hier also garantiert. Zur Unterstützung der eigenen Lernkultur wird jedes Kapitel am Ende noch einmal kurz zusammengefasst und ein Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse des Kapitels gegeben. Ein besonderes Augenmerk wird auch immer auf Möglichkeiten gerichtet, eine Methode falsch zu verwenden, welche bedenken es gibt und worauf man achten muss. Derlei Hinweise erachte ich als besonders wichtig und einprägsam.
Beim Kapitel Konfidenzintervall bin ich noch ganz dabei, alles erscheint mir, auch wenn das ein oder andere Wort grammatikalisch falsch oder fehlend ist, noch verständlich (vielleicht hätte man den Text ein wenig besser Korrektur lesen lassen sollen). Bei der Transformation von Werten bin ich dann allerdings raus, denn ich sehe was gemacht wird, aber nicht warum. Hier fehlt mir ein kleiner Abschnitt, warum denn das Logarithmieren aus meinen unbrauchbaren" Daten plötzlich brauchbare macht, mit denen man ein Konfidenzintervall dann doch ansetzen kann. Auch wenn ich nicht jeden Hintergrund verstehen will, ist mir dieser Teil doch etwas zu kurz abgehandelt und es tun sich bei mir Fragezeichen auf. Im Kapitel über die Alternativhypothese und die Nullhypothese bin ich wieder ganz dabei. Das Thema ist sehr verständlich dargestellt, leider hat sich hier wohl ein Schreibfehler auf S. 78 eingeschlichen, der die Aussage völlig falsch werden lässt. Hier ist der Tippfehler nicht nur nervig, sondern Sinn verdrehend. Denn Eine große Standartabweichung verbreitert das Konfidenzintervall und verringert so die Gefahr für eine Überlappung."- ist wohl eindeutig falsch, denn eine Verbreiterung des Konfidenzintervalls erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Überlappung.
Sehr praktisch relevant ist das Thema über die Signifikanz- was bedeutet das? Was ist hier der Sinn und Unsinn? Denn: signifikant ist nicht gleich signifikant. Eine wirklich gute Erklärung für den Unterschied von Äquivalenztests und Test auf Differenz rundet dieses Bild ab. Ein Unterschied, der mir vor diesem Kapitel nicht klar war. Meiner Meinung nach, etwas zu kritisch setzt sich der Autor mit noch nicht untersuchten Theorien auseinander. Selbst wenn das Ergebnis hoch signifikant ist, soll trotzdem noch gezweifelt werden, aber wenn es vorher schon Studien gab, die die Wirkung nahe legen, soll fast völlig den Ergebnissen vertraut werden? Angesichts der vorher so breit ausgeführten Tatsache, wie viele Studien durch statistische Mogelei manipuliert werden, schon eine fragwürdige Praxisempfehlung.

Für denjenigen, der Inhalte des Buches für die Lehre an einer Bildungseinrichtung nutzen möchte, gibt es die Möglichkeit Inhalte nach Anmeldung auf der Internetseite [...] zu downloaden.

Alles in allem ist dieses Lehrbuch ein wirklicher Gewinn für Studenten und ideal geeignet, um eine allgemeine, strukturierte und kritische Prüfungsvorbereitung für eine mündliche Prüfung im Fach Statistik zu betreiben. Natürlich kann dieses Lehrbuch nicht ausreichend sein, denn für die Prüfung muss auch mehr Hintergrundwissen erlernt und so manche Formel eben doch genauer betrachtet werden. Aber für einen unterstützenden Überblick, um einen Aha"-Effekt zu erlangen, eignet sich dieses Buch hervorragend. Gleichsam ist sie auch für den bereits in der Praxis Tätigen eine interessante Lektüre, eine Auffrischung alter Kenntnisse und an manchen Stellen ein Zugewinn neuen Wissens, nicht nur für den Mediziner oder Pharmazeuten, sondern auch für einen Psychologen. Dieses Buch hat also mit Recht den Aufdruck Verdammt clever" verdient, auch wenn das Korrekturlesen ein wenig zu kurz gekommen ist... wahrscheinlich im Eifer des Gefechts.
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am 1. September 2014
Sehr empfehlenswertes Buch, für alle, für die Statistik bisher ein rotes Tuch waren, die aber gewillt sind, Daten statistisch sinnvoll auszuwerten.
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am 3. März 2013
Ich bin Apotheker und hatte im Studium auch einen Teil Statikstik - hier hat man irgendwelche wilden Rechnungen aufgeschrieben, irgendwelche Werte mit irgendwelchen anderen Werten verglichen und dann geschrieben irgendeine Hypothese sei falsch und eine andere richtig.

Circa 5 Jahre später habe ich mir dann dieses Buch zugelegt, da ich von Statistik im Endeffekt nichts verstanden habe. Das Buch verzichtet vollkommen auf irgendwelche Rechnungen, da es sich, wie auch für diesen Zweck vorgesehen, an Anwender richtet und nicht an Menschen, die statistischer Tests entwickeln wollen. Es erklärt einfach was irgendwelche Tests machen und warum - Prinzipienverständnis und das recht anschaulich. TOP!
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