Die Hauptfigur Kai ist ein reicher Lebemann. Er kann es sich ohne Probleme leisten, seine Geschäfte ruhen zu lassen und sich auf eine längere Fahrt nach Frankreich und Italien zu begeben. Er bewegt sich ohne Schwierigkeiten in mondänen Kreisen, pflegt seine Männerfreundschaften, interessiert sich für die neuesten Automobile. Er wirkt sehr anziehend auf Frauen, umgibt sich im Laufe des Romans gleich mit drei Freundinnen. Hier ist der tragische Moment: Kai kann nicht entscheiden, wer von den dreien die Richtige ist, mit welcher er seine Zukunft gestalten möchte. Seine Unentschlossenheit ruft Rivalen auf den Plan: Einer fordert ihn zum Autorennen heraus. Später muß er diesen Rivalen in einem großen Rennen ersetzen und nimmt teil an einer halsbrecherischen Fahrt auf teils unbefestigten Wegen. „Station am Horizont" ist ein sehr stimmungsvoller Roman. Beschreibungen der Mittelmeerküste wechseln sich mit Begebenheiten in Spielkasinos, Streckenberichten von Autorennen (die ganz anders anmuten als die heutige TV-Berichterstattung) und Schiffsfahrten auf dem Ozean ab. Viele atmosphärisch gelungene Passagen verstecken sich in diesem Roman. Erich Maria Remarque hat den Text Mitte der 20er Jahre verfaßt. Er wurde als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift „Sport im Bild" abgedruckt und erscheint hier erstmals in Buchform. Es gilt, Remarque als Autor zu entdecken, der nicht allein den Bestseller „Im Westen nichts Neues" verfaßt hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)