So ganz so leicht wie der werte andere Rezensent hatte ich es nicht mit dem Album. Fast wäre diese Rezension nicht geschrieben worden. James Labrie's (Dream Theater) neues Soloalbum hätte ich beinahe wieder sofort zur Seite gelegt, und nie wieder angehört und in den Amazon Marketplace gestellt.
Wie soviele Musiker und Bands sah es schon so aus, als ob auch LaBrie bei diesem Album sich entschieden hätte, vor "modernen" Metal Trends zu kapitulieren, und hardcore und death vocals zu importieren. Ich musste während der ersten beiden Tracks (ONE MORE TIME, JEKYLL or HYDE) echt an mich halten, death metal growls wohin das geplagte Ohr auch wegwollte. Schade, war die erste Schlussfolgerung, sehr sehr schade. Ist LaBrie doch einer der begnadesten und ausdrucksstärksten Sänger in seinem Fach. Er bezeichnet "Static Impulse" selber als 'Gothenburg metal with some progressive elements'. Was auch irgendwie stimmt, falls er damit diese Gothengrowls meint ;-). In anderen Songs werde sie ebenfalls eingesetzt, allerdings weniger aufdringlich, besser in die Songs passend, was die Lieder wie I NEED YOU und WHO YOU THINK I AM sofort viel zugänglicher macht.
Wenn man also den Einsatz dieser harschen Vocals vergeben kann, vergeben und akzeptieren kann, dann wird der Dream Theater und Metal Fan doch noch fürstlich belohnt. LaBrie ist immer noch auf der Höhe seine Könners und es sind einige schrecklich gute Songs auf diesem Album, nach und nach sind das vor allen MISLEAD, EUPHORIC, COMING HOME und das herrlichen I TRIED COMING HOME, die sich als wahre Perlen herausheben. Je häufiger ich mir das Album angehört habe, setzt sich sogar langsam der Eindruck durch, dass es sich um sein bis dahin bestes Soloalbum handelt.
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