Aus der Amazon.de-Redaktion
Auf ihrem zweiten Album nach
The Art Of Time macht die albanische Popsängerin den nächsten Schritt zu einer eigenen Art Pop-Musik -- und ist praktisch schon angekommen.
Wiederum produziert vom Pianisten Mark Joggerst, fließen Jazz, Soul, die perfektionistische Ästhetik gehobener westlicher Pop-Musik und die jahrhundertealten Traditionen albanischer Volksmusik auf vollkommen natürliche Weise in einem Soundpool zusammen, in dem der sanfte und kraftvoll differenzierte Gesang des jüngsten Sprosses der legendären albanischen Lela-Musikerdynastie quasi schwimmt. Das Ergebnis ist zwar nicht gerade das, was man brisant oder auch nur ansatzweise gewagt nennt, aber unerträglich klischeehaft und bunt wird dieses mainstream-kompatible West-meets-East-Konzept auch in den "haarschärfsten" Momenten nicht. Pianist Joggerst, instrumental die prägnanteste Stimme, hat einen kräftigen Spritzer Salsa im Anschlag und auch schon mal bei Chick Corea in die Töpfe geguckt, Zaris stimmliche Darbietung ist makellos in diesem Rahmen, das Ensemble offenbar hoch motiviert und kompetenet (exzellent: Drummer Daniel Schröteler).
Das "Statement", das die Platte darstellt, ist ein menschliches: Bei den sehnsüchtigen Klarinettentönen, die unwillkürlich an Klezmer denken lassen, wird die menschliche, kulturelle Nähe gerade der Völker im Nahen und Mittleren Osten deutlich, die sich derzeit politisch-miltärisch ineinander verkrallt haben. Dass Musik wie diese von einer Künstlerin wie dieser niemals so wertvoll war wie heute, muss man so gesehen sogar bedauern. --Rolf Jäger