Dieses Doppelalbum stellt, grob chronologisch sortiert, einen informativen Streifzug durch Reinhard Meys erste sieben Studioalben aus den Jahren 1968-1975 dar. Da es (wie der Großteil seiner Alben) bereits 1986, in den Kindergartentagen der CD, auf CD veröffentlicht wurde, kann von einem digitalen Mastering leider noch keine Rede sein. (Die zweite CD ist z.B. lauter als die erste; hier wurde wohl noch rumexperimentiert.) Leider sind auch einige der Veröffentlichungsdaten im Heft nicht ganz korrekt.
"Ich wollte wie Orpheus singen" (1968) ist mit zwei Songs vertreten, "Ankomme Freitag, den 13." (1969) mit einem, "Aus meinem Tagebuch" (1970) gleich mit fünf, "Ich bin aus jenem Holze" (1971) mit zwei und "Mein Achtel Lorbeerblatt" (1972) mit fünf. Von "Ikarus" (1975) gibt es (das recht seichte) "Es schneit in meinen Gedanken"; und den Löwenanteil stellt Reinhard Meys Klassiker "Wie vor Jahr und Tag" (1974, mein absolutes Lieblingsalbum von ihm) mit sechs Songs. Bis auf "Ich bin aus jenem Holze" sind, wie ich finde, die Alben entsprechend ihrer (Ge-)Wichtigkeit angemessen repräsentiert.
Unverzichtbar für Sammler wird diese CD durch drei Titel, die ich bisher auf keiner anderen Reinhard Mey-CD finden konnte: "Die drei Musketiere" ist eine Monoaufnahme (!) von 1966. "Rouge ou noir" (im Begleitheft auf 1972 datiert, was ich stark bezweifle) ist ein erstaunlich schlagermäßig produziertes Frühwerk, dessen Veröffentlichung Mey wohl eher halbherzig zugestimmt haben wird. Die Perle der Sammlung ist für mich die Studiofassung von "Mann aus Alemannia", das ich bisher nur auf einer Single zusammen mit "Über den Wolken" entdecken konnte (die Live-Version ist auf "20.00 Uhr" zu finden).
Ich könnte mir vorstellen, dass Reinhard Meys Bescheidenheit ihre Schwierigkeiten mit dem etwas reißerischen Titel "Starportrait" hatte; andererseits ist dies auch keine reine Best of-Platte, dafür aber ein sehr schöner Überblick über Reinhard Meys frühe Jahre.