Die 5te Staffel ist der großartige und auch bedauerliche Abschluss eines SciFi Konzeptes, das zunächst als militärische Mission (in SG 1) begann und mit SGA den Schwenk mit Schwerpunkt auf Forschung und Entdeckung legte. Mir persönlich gefiel dieser Wandel vom vormals rein militärischen zum Forschungsprojekt sehr gut, denn ich bin reichlich abgenervt von der amerikanischen 'Cowboy' Mentalität (erst schießen, dann fragen), die sie ja auch in die SciFi einbringen.
Wie angenehm unterschied sich da SGA mit seinem Forschungsauftrag und seiner internationalen Besatzung. Auch gefielen mir die Wraith als Gegner wesentlich besser als die Goa'uld. Mir gefiel die Ambivalenz, die die Wraith in die Serie brachten, da sie ' anders als die Goa'uld oder Ori' die Menschen nicht wegen irgendwelchem versponnenen Gottesgehabe verfolgten und töteten, sondern sie die Menschen zum reinen Überleben brauchten. Es stellten sich im Lauf der Serie verschiedene moralisch/ethische Fragen, die sowohl die Wraith, die Replikatoren als auch die Antiker betrafen. Mir gefiel diese Ambivalenz sehr, es brachte - neben der guten Unterhaltung - auch eine gewisse Tiefe in die Serie.
Wie mein Vorreder bereits sagte, finden in der 5ten Staffel einige Handlungsstränge einen Abschluss. Dr. Weir legt sich selbst 'auf Eis', Ronon und Rodney wetteifern um Jennifer Keller, Teyla wird in einer Begegnung mit Michael eine Entscheidung herbeiführen müssen, Todd bleibt nach wie vor ein zwielichtiger und faszinierender Charakter, John Sheppard bekommt nicht das Mädchen ;-), Richard Woolsey wird lockerer und Carson darf "'den Tag retten"'. Mein Lieblingscharakter, Dr. Rodney McKay, macht bis zum Ende der Serie einige überraschende Entwicklungen durch und dann endet Stargate Atlantis auch schon. Bedauerlich!
Eine persönliche Anmerkung: Mit original Dialogen und original Stimmen macht die Serie noch mehr Spaß. Ich mag die Synchronisation nicht besonders, da dabei einiges vom Originalflair der Serie verschwindet. So haben die Charaktere untereinander ein viel 'familiäreres' Verhältnis, als es im Deutschen herauskommt. Das "'Sie"' passt nicht und ersetzt nur ungenügend das englische '"You"'. Leider fällt oft auch der subtile Humor des englischsprachigen Originals beim Synchronisieren meist unter den Tisch, so das die Serie im Deutschen bisweilen flach erscheint. Schade, denn SGA ist eine gut erzählte SciFi Serie. Nichtsdestotroz ist die Serie auch im Deutschen gut. Da mein Englisch nun auch nicht perfekt ist, habe ich auf diese deutsche Ausgabe gewartet, um beim Anschauen im Original, einen deutschen Untertitel zu haben. :-)
Fazit: Ein gelungener Abschluss einer guten humorvollen SciFi Serie. Allerdings bin ich traurig, dass dieses forschungsorientierte Konzept zugunsten eines - nach allem was ich bisher las - wieder einmal eher militärlastigen Konzepts (SGU) eingestellt wurde. Und ich vermisse Rodney McKay.
Anmerkung: Natürlich kann ich nichts über die Ausstattung der DVDs sagen, doch kenne ich alle Episoden und dass Ende, daher kann ich die Staffel inhaltlich beurteilen, wobei natürlich der eigene Geschmack im Vordergrund steht. Somit bezieht sich meine Beurteilung auf die Inhalte dieser Staffel, nicht auf die Ausstattung der DVDs. Und genau aus diesem Grund sage ich nicht all zu viel über die Inhalte der Staffel aus, schließlich bin ich kein Spielverderber. Gerne liefere ich nach Erhalt dieser Staffel eine Ergänzung zur Ausstattung der DVDs ab.
Schade, dass in der deutschen Fassung von "The Shrine", diese Episode wurde übrigens für den "Nebula Award" nominiert, die beeindruckende schauspielerische Leistung von David Hewlett durch die deutsche Synchronisation an Glanz verloren hat. Ebenfalls finde ich es schade, dass man nichts von Carson Becketts schottischen oder Zelekas tschechischem Akzent hört. Die sprachlichen Eigenheiten eines John Shapperd gehen genauso verloren wie die brummige Aussprache eines Ronon. Bin echt kein Fan der Synchronisation, ich brauche aber die deutschen Untertitel, daher mein Warten auf das Erscheinen der DVDs in Deutsch.