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362 von 394 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zwischen hohen Erwartungen und der nach 12 Jahren eingetretenen Realität, 1. August 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: StarCraft II: Wings of Liberty (Computerspiel)
Lange hat man auf dieses Spiel gewartet, manche die seit dem ersten Tag von SC1 dabei sind sogar seit 12 langen Jahren - und genau zu denen zähle ich auch.
Meine Erwartungen sind über diese Zeit natürlich nicht niedriger geworden und schonmal vorweg gesagt: Meine hohen Erwartung haben sich größtenteils aber nicht komplett erfüllt.
# Singleplayer #
+ Die Inszenierung
Man befindet sich zum größten Teil zwischen den Missionen auf dem Flaggschiff von Raynor, der Hyperion. Hier stehen einem mehrere Orte zur Verfügung sowie entsprechende Ansprechpartner die einem zu jedem neuem Umstand/Mission etwas zu sagen haben. Besonders schön fand ich hierbei die Nachrichten die meistens über das Treiben der eigenen Rebellengruppe aus etwas anderer Sichtweise berichteten. Aber auch sonst ist die Missionsbesprechung weitaus unterhaltsamer als alles andere was ich bisher im RTS-Genre sah und setzt neue Standards. Hierfür würde im übrigen eine eigene Engine entwickelt, die sogar (zumindest im Englischen) Lippensynchron ist. Die Cinematics die man teilweise bereits aus Trailern kennt sind sowieso wie gewohnt vom höchsten Niveau.
+ Upgrades, Söldner und Forschung
Neben den neuen Einheiten die man im Multiplayer ausschließlich nutzt kann man im Singleplayer auch die alten Einheiten aus SC1 kaufen, wieso man dies tut und woher man die Baupläne bekommt wird ebenfalls storytechnisch erklärt. Dadurch das man gegen durch Missionen gewonnene Credits Söldner und Einheiten kauft, sowie mit eingesammelten Zerg oder Protosstechnologie-Punkten während einer Mission bestimmte Upgrades kaufen kann muss man auch zwischen den Missionen nachdenken und ein gewisses taktisches Vorgehen beweisen.
+ Entscheidungen
Drei Mal bekommt man die Möglichkeit sich zwischen 2 Missionen zu entscheiden. Das ist zugegeben nicht sonderlich viel aber dennoch ein kleiner positiver Aspekt der es Wert ist erwähnt zu werden und zusammen mit den vielen Upgrades die man niemals alle auf einmal in einem Feldzug erkaufen kann erhöht sich dadurch auch die Motivation auf ein erneutes Durchspielen.
+ Missionsdesign
Jede Mission ist etwas besonderes, es gibt keine einzige wo man lediglich in ein Standardszenario geworfen wird wo jeder eine Basis hat und das Ziel ist es die feindliche Basis zu zerstören. Oftmals gibt es auch einen gewissen Zeitdruck(als ein Beispiel: Es gibt einen Waldbrand der langsam immer näher kommt und man muss seine Basis mehrfach weiter ins Karteninnere verlegen) wodurch immer eine unterschiedliche Dynamik im Spiel jeder Mission herrscht.
- Geschichte
So wunderbar auch die Inszenierung und das ganze "Drumherum" ist muss ich leider sagen das, wenn man dann aber genau schaut WAS da eigentlich inszeniert wird, dies nicht sonderlich viel ist. Man hat im Prinzip durchgehend das Gefühl man tingelt nur durch das Universum und hilft hier und da mal aus - das ist unter anderem eine Folge der freien Missionswahl wo man sich gerne auch mal kurz von der nahenden Apokalypse abwenden kann um einen guten Freund auf Korhal zu besuchen.
Die Nebenmissionen an sich sind zwar sehr gut in dem was sie darstellen wollen - nämlich kleine Geschichten am Rande aber dank diesen bleibt nicht viel für das epische Szenario über.
Von den 26 Mission sind ca. 8 Stück wirklich der Hauptstory zuträglich und auch diese hält sich diesmal sehr flach. Es ist kein Vergleich zu der epischen Geschichte von SC1 wo es schließlich 30 reine Hauptmissionen waren, wo man ganze Regierungen stürzte, Geheimnissen auf die Spur kam, einen Planeten gar erobert und am Ende in einer epischen Schlacht den Overmind zur Strecke bringt um das Universum zu retten.
Um sowas darzustellen brauchte man damals 30 Mission und hat mit dem Addon ebenfalls wieder eine epische Geschichte erzählt.. Blizzard schafft dies mit den 26 Missionen des ersten Teils von der SC2-Saga nichtmal annähernd.
Ich hoffe zwar auf eine Steigerung der Geschichte aber sollte die wirklich erst mit allen 3 Teilen eine so episch zusammen geknüpfte Story erzählen können wie damals mit SC1 schon in einem Spiel.. dann haben die Kritiker der neuen Aufteilung doch recht: Es ist Abzocke aus erzählerischer Sicht.
- Intro
Das ist Intro ist wunderschön, keine Frage. Aber ich habe noch nie erlebt das ein Intro einen derart eindeutigen Verdacht auf eine "gewisse" Person spoilert. Was das ist dürfte wohl bereits jedem, der nicht nur die Trailerversion sondern auch das Original mit der einleitenden Stimme kennt, klar sein. Als das zu erwartende am Ende passierte konnte ich nur mit einem müden Achselzucken reagieren als mit Staunen.
Fazit 1
Der Singeplayer macht sehr viel Spaß, ich habe ihn grade zu verschlungen dank der tollen Inszenierung und dem Missionsdesign. Als ich es durch hatte blieb aber ein fader Nachgeschmack und die Frage "War es das jetzt? Ist doch kaum was passiert..."
# Multiplayer #
+ Balance
Die Balance ist bereits jetzt sehr hoch, so etwas habe ich bei noch keinem Spiel erlebt auch nicht bei Starcraft 1. Allerdings ist noch nicht die "perfekte" Balance wie in SC1 nach all seinen Patches+Addon erreicht aber das kann man auch wohl kaum erwarten.
+ Leichter einzuspielen, immer noch genauso schwer zu meistern
Es gibt im Detail ein paar Sachen die einfacher geworden sind, so verteilen sich die Ressourcensammler eigenständig sofort an den Mineralienfeldern wenn man eines anklickt, sie reparieren im Umkreis beschädigte Sachen und auch im Kampf agieren sie intelligenter. So greift bei Gruppen aus reinen Bodenkämpfern wo nur bestimmte Einheiten die Luft angreifen können, diese vornehmlich an sollte ein gemischter Gegnerverbund auf einen zumarschieren.
Bei grundlegenden Sachen ist also weniger Micro nötig aber gegen einen trainierten Profi wird ein Anfänger trotzdem noch lange nicht bestehen können.
+ Neue Taktiken, mehr Dynamik
Natürlich sind einige Sachen gleich geblieben, der Terraner baut immer noch seinen Eingang zur Base zu und ein Zerg rusht gerne schnell drauf los(wobei die Taktik nicht mehr so häufig anzutreffen ist). Allerdings sind durch kreative neue Einheiten und Fähigkeiten, wie z.B. der Koloss und die Reaper die alle beide Hänge überwinden können oder auch die Fähigkeit der Protoss ihre Einheiten im Radius einen Pylons heranwarpen zu lassen, mehr neue Taktiken und Dynamik hinzugekommen als durch die fehlenden, alten Einheiten entfernt wurde.
+/- BattleNet 2.0
Das neue Battlenet hat positive neue Funktionen wie das sehr gut funktionierende Match-Making System - das bis dato beste seiner Art. Man findet sehr schnell ebenbürtige Spieler als auch Partner. Auch kann man sich mit Freunden in einer Gruppe zusammen schließen und gemeinsam einem Spiel beitreten wodurch man nicht mehr getrennt wird weil vielleicht einer noch joinen konnte und der andere nicht mehr.
Was eher negativ auffällt ist die Tatsache das keine wirklich individuellen Spiele mehr gehostet werden können. Wer also z.B. eine Tower Defence zocken möchte kann nicht ein Game aufmachen mit dem Titel "TD XXX - only Pros!" sondern sieht nur die Karte in einem Beliebtheitsranking und lässt sich zu einem offenen Spiel verlinken oder hostet automatisch selber eines wenn alle voll sind. Im übrigen gibt es durch diese Rankings eine Stagnation was neue, evtl gut Karten angeht da diese nicht gesehen werden und keine Chance gegen bereit etablierte Karten haben. Die meisten Leute haben keine Lust ewig nach unten zu scrollen weil vielleicht irgendwo ne nette Map steht sondern meistens immer nur die Standard-Top10 abklappern. Die Vielfalt einer Liste mit frei gestaltbaren Games samt Titel etc. ist also nicht mehr vorhanden.
- Kein LAN Support und erstmal kein überregionales Spielen
Mit dieser Version kann man "nur" gegen Spieler aus ganz Europa antreten, um gegen Bekanntschaften von anderen Kontinenten zu spielen müsste man sich eine weitere entsprechende Version kaufen. Der fehlende LAN-Support soll wohl verhindern das nicht wie damals große LAN-Partys gezockt werden mit lediglich 1,2 gekauften Kopien als auch illegale Versionen generell einschränken. Bei beiden Sachen steht die Gewinnmaximierung im Vordergrund und eine unnötige noch dazu. Immerhin lernen viele solche Spiele auch erst auf LANs kennen um später zu Käufern zu werden, wie ich es damals oft erlebt hatte und etwaige Internetpiraten werden sich von solchen Restriktionen eh nicht beeindrucken lassen. Wchaden tut es nur dem ehrlichen Kunden, daher ein dickes Minus.
Fazit 2
Der Multiplayer macht sehr viel Spaß und wird dank den gewohnt vielen Funmaps und super Match-Making garantiert für lange Zeit unterhalten. Etwas wirklich Negatives gibt es hier nicht zu berichten. Chaträume werden im übrigen nachgeliefert, ansonsten wäre dies noch ein kleiner Kritikpunkt meinerseits gewesen.
# Generell #
+ Grafik
Da ich Grafik nicht nur nach der Anzahl der Polygone bewerte muss ich mich hier ganz klar für die Spielegrafik einsetzen. Es wirkt alles einfach sehr rund und mit Liebe fürs Detail. Es gibt alleine zig verschiedene Sterbesequenzen für die einzelnen Einheiten (erschossen, vergiftet, verbrannt, zerschnitten..) sowie Spiegelbilder im Wasser, Wettereffekte und Tag/Nacht Unterschiede. Letztere 2 Eigenschaften wird man leider kaum bei den offiziellen Karten von Blizzard im...
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schwere Aufgabe gut gelöst, 23. November 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: StarCraft II: Wings of Liberty (Computerspiel)
Ich hätte nicht gern in der Haut von Blizzard gesteckt bei der Entwicklung dieses Spiels gesteckt. Machen wir uns nichts vor, die Aufgabe war gewaltig:
-Es muss ein Nachfolger zu einem der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten präsentiert werden, dass sich nach 12 Jahren immer noch einer lebhaften Community erfreut und als eines der perfektesten ausbalancierten Strategiespiele überhaupt gilt.
-Mit jedem Jahr wächst der Erwartungsdruck.
-Das Spiel muss für diejenigen genauso interessant sein, die noch nie von Starcraft gehört haben, wie für diejenigen, die das Original kennen.
-Das Spiel muss genauso spielbar für diejenigen sein, die es (semi)professionell in eSport Ligen spielen wollen, ebenso wie diejenigen, die nur mal zur Abwechslung ein Strategie-Spiel mit gutem Ruf ausprobieren möchten und noch nie vorher Multiplayer Spiele gemacht haben.
Vor diesem Hintergrund ist Blizzard die Aufgabe im wesentlichen gelungen.
Bei Starcraft 2 wird das Rad nicht neu erfunden. Das Spiel reiht sich vom Gameplay nahtlos an den Vorgänger und die Warcraft Reihe ein. Auch hier wird also in "Echtzeit" Rohstoff gefördert und damit eine Basis aufgebaut, Einheiten rekrutiert und, schließlich, Krieg gespielt gegen andere menschliche Spieler oder den Computer. Die drei Fraktionen sind die Altbekannten aus Starcraft und auch viele Einheiten sind in der ein oder anderen Form wieder dabei.
Die Geschichte wird mehr oder weniger fortgeführt... glaube ich. Denn das ich das Original gespielt habe ist ca. 11 Jahre her. Da ich Starcraft seit dem höchstens noch 1 oder 2 mal für eine LAN Session ausgebuddelt habe, kann ich mich ehrlich gesagt kaum noch an Einzelheiten des Originals erinnern. Die Protagonisten sind jedoch in etwa dieselben und es geht -mal wieder- im Wesentlichen darum die Zerg zu bekämpfen. Daneben gibts ein paar Hintergründe, hie und da ein wenig Intrigen, Verrat, Liebe etc. Relativ gradlinig das Ganze.
Ach hier muss Blizzard natürlich diejenigen bedienen, die die Geschichte aus dem ersten Teil und Brood Wars noch kennen und die Masse derjenigen, die die Geschichte entweder vergessen haben oder das Original nicht gespielt haben. Ausserdem wird die Geschichte ein wenig Opfer des nicht-linearen Missionsdesigns, weshalb Geschichten und Ereignisse manchmal etwas zusammengewürfelt wirken. Ist aber alles nicht dramatisch es gibt grundsolide Kost aus dem Starcraft Universum, ohne das irgendjemand überfordert wird, aber vom Hocker wird auch niemand gehauen.
Es gibt ein kleines Tutorial, dass Spieler in die grundlegenden Funktionen eines Echtzeit-Strategiespiels einführt. Wer aber schon häufiger solche Spiele gespielt hat, kann hierauf getrost verzichten, insbesondere, da es eine brauchbare InGame Hilfe gibt, die einem viele Spielkonzepte erklärt und durch kleine Videos veranschaulicht.
Die Kampagne ist ebwechslungsreich und macht (meistens) Spass. Ich habe den Schwierigkeitsgrad "normal" gewählt und bin damit in aller Regel gut gefahren. Für Leute die wie ich reine Gelegenheitsspieler sind die das Spiel hauptsächlich aus Nostalgiegründen kaufen ist dies denke ich die vernünftigste Variante und lässt noch Raum nach oben. Die Kampagne ist in diesem Schwierigkeitsgrad schaffbar, auch wenn man in Einzelfällen mal Neustarten muss weil man einen Bock geschossen hat. Schön auch das es nicht immer das gleiche ist, es gibt durchaus immer wieder unterschiedliche Aufgabenstellungen zu lösen.
Schade ist, wie schon oft erwähnt, dass Wings of Liberty nur eine Kampagne für Terraner enthält und nicht, wie das Original auch eine für Zerg und Protoss. Ohne allzusehr zu spoilen kann ich verraten, dass man nicht nur Terraner spielen muss in der Kampagne. Trotzdem Schade. Insbesondere wenn man bedenkt, dass das nächste AddOn mit der nächsten Kampagne erst Anfang 2012 erscheinen soll, was bei der heutigen Praxis heisst eher Ende 2012 und somit noch gut 2 Jahre. Und bis dann der letzte Teil erscheint werden dann wahrscheinlich nochmal 2 Jahre ins Land ziehen.
Trotzdem, insgesamt ist die Kampagne eine Runde Sache, macht viel Spass und ist -für meinen Geschmack- auch nicht zu kurz geraten. Das ist zumindest für Spieler mit meinem Leistungsprofil schon in Ordnung und bietet etwa 20-25 Stunden netto Spielzeit.
Grafik und Sound sind in Ordnung. Auch hier muss man berücksichtigen, dass Starcraft eine breite Zielgruppe hat und deshalb auch für Menschen mit Durchschnitts-PC spielbar bleiben muss und man eine Mehrjährige Entwicklungszeit hinter sich hat. Deswegen wird die Grafik im Jahr 2010 sicherlich niemanden mehr umhauen, sie ist aber keineswegs schlecht. Die Soundkulisse ist nett und stört nicht, wohl ein Eingeständnis an die Pro-Gamer, was auf der anderen Seite bedeutet das sie ein wenig unspektakulär ausgefallen ist. Seis drum, da war Warcraft schon immer etwas progressiver als sein Sci-Fi Pendant.
Das Gameplay ist sehr gut gelöst worden. Anfänger können das Spiel problemlos mit der Maus steuern. Jeder der ein solches Spiel bereits gespielt hat wird sich schnell zurechtfinden. Wer allerdings ambitioniert spielt wird ohne die Masse an Hotkeys, die das Spiel bietet, nicht herumkommen. Für mich persönlich Overkill, aber ich denke das ist wie beim Fußball: Es gibt eben Kreisklasse und es gibt die Bundesliga und beides hat seine Daseinsberechtigung. Solange ein Spieler nicht mindestens 30 Hotkeys beherrschen muss um das Spiel zu spielen, ist das denke ich in Ordnung. (Ich spiele mit der Maus!) ;-)
Über Multiplayer (insbesondere das Fehlen eines LAN Modus) ist ja schon viel geschrieben worden, ebenso über die Anmeldeprozedur und die Zustimmung zu allem Möglichen die man Activision erteilen muss. Dies ist der Hauptgrund für den abgezogenen Stern. Kurz zu letzteren: Jeder muss wissen was er bereit ist zu akzeptieren und was nicht. Ich nehme das zumindest für mich selbst in Anspruch. Die Knebelung von Spielekunden durch die Publisher nimmt jedoch schon wunderliche Züge an. Bis ich tatsächlich spielen konnte verging zwischen Auspacken und Start der ersten Mission 45 min. Ein nicht unerheblicher Teil davon war der Registrierung eines Accounts bei dem Portal Battle.net sowie dem Gedöns drumherum geschuldet. Ich habe insgesamt mindestens 3 Endnutzer-, Benutzer-, Lizenz- oder sonstige Vereinbarungen akzeptieren müssen. Ganz schöner Aufwand für ein Computerspiel. Auch die Online-Anmeldung bei jedem Spiel nervt. Die Spielepublisher müssen sich nicht wundern wenn sie Abwanderungen in den Casual Games Sektor hinnehmen müssen wenn das Spielen eines Spiels immer mehr zu einem juristischen Kleinkrieg inklusive Zwangsknebelung via Onlineaktivierung wird.
Das soll nicht überheblich klingen, aber: Erwachsene Menschen wie ich haben das Geld sich ein Spiel zu kaufen wenn sie möchten, sie haben aber nicht die Zeit und die Lust sich mit hunderten Seiten von Vereinbarungen in denen sich allerhand negative Klauseln verstecken (zB Datenweitergabe an Dritte) zu beschäftigen oder sich mit Online-Aktivierungsportalen herumzuschlagen. Wenn Blizzard also möchte, das ich auch in Zukunft Ihre Spiele kaufe, weil mir Starcraft 2 ja grundsätzlich gut gefallen hat, dann sollten Sie sich Wege überlegen, wie man das Spiel vor Raubkopierern schützt, ohne ehrliche Spieler zu Konsolen, Flash Games, Browsergames und Co. vertreiben.
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241 von 313 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Echtzeitprimus in Neuauflage?, 28. Juli 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: StarCraft II: Wings of Liberty (Computerspiel)
...Ich denke schon. Ich habe nun StarCraft II: Wings of Liberty einige Stunden gespielt. Vorweg möchte ich sagen, dass ich auch die Beta gespielt und mich dort mit mehreren Leuten duelliert habe. Der Schwerpunkt dieser Rezension liegt dabei auf den Singleplayer und das/den Gesamtpaket / Gesamteindruck.
Ich bin mir recht sicher, dass SC2 viele Erwartungen der E-Sports Gemeinde erfüllen und deshalb auch das entsprechend gelobpreiste Spiel wird. Der Mehrspieler hat bereits in der Beta viel Spaß gemacht und wird allem Anschein nach in der aktuellen Fassung seine Gewinne einbringen.
Einige Rezensenten schreiben, dass sie maßlos enttäuscht sind über das Produkt was Blizzard hier abgeliefert hat. Andere werfen dem Entwickler Ausbeutung und Kommerz vor und wieder andere finden jeden noch so kleinen Krümel als Fauxpas. Einige schreiben, dass die Grafik veraltet ist...das stimmt. Aber ist sie deswegen schlecht? Hat jemand im Ernst ein Echtzeitstrategiespiel mit Crysis Allüren erwartet? Die technischen Unzulänglichkeiten sind alle bekannt gewesen. Dennoch entwickelt das Spiel seinen eigenen Charme, denn alles passt zusammen. Jeder Stein wirkt so - als würde er da wirklich hingehören. Die Einheiten bewegen sich geschmeidig und die Effekte sind nicht übertrieben. Kleine Physikeffekte (Ragdolls) werden dezent eingesetzt. Am Ende kann man sagen, dass man gut mehrere Stunden hintereinander spielen kann, ohne danach durch intensive Ausleuchtung und Effekthascherein irgendwelche Kopfschmerzen haben zu müssen. Denn zu viele Grafikspielerein entziehen auf Dauer dem Spieler die Übersicht des Geschehens auf dem Spielfeld und irritieren am Ende mehr, als zu unterhalten. Im Bezug auf die Technik bleibt zu sagen, dass diese den Kaufgrund nicht schmälern sollte und bei einer guten Umsetzung den Unterhaltungswert fördern kann.
Ich persönlich habe die Collector's Edition erworben, was spielerisch aber keinen Unterschied macht. Lediglich das Battle.Net 2.0 Profil und der World of WarCraft Account sind durch ein paar Gadgets erweiterbar.
Nun aber zum eigentlichen Spiel:
StarCraft II: Wings of Liberty ist der Auftakt einer sehr spannenden Einzelspielerkampagne (-Trilogie) und unterhält bereits in den ersten Minuten. Blizzard weiß es auch hier wieder gekonnt den Spieler in seinen Bann zu ziehen, mit Upgrades und Forschungsmöglichkeiten zu motivieren und durch den Einsatz von Zwischensequenzen in Spielengine eine Bindung zum Spieler aufzubauen.
Die drögen Textbriefings des 1. Teils sind verschwunden, stattdessen flimmern einen nun die Charaktere mit ihren Problemen und Sorgen entgegen. Wer sich darauf einlässt, wird feststellen wie gut einem die Charaktere ans Herz wachsen können. Ich möchte unbedingt wissen ob es für Jim Raynor noch eine Chance gibt, seinen allersehnlichsten Wunsch erfüllen zu können. Durch diese Dramaturgie baut man als Spieler problemlos eine Beziehung zu den Charakteren auf.
Auch ist die Handhabung der Menüs, die Einsatzbesprechungen sehr gut gelungen. Man fühlt sich wie vor 15 Jahren zurück in die Vergangenheit transportiert, als man noch durch die schick animierten Gänge der T.C.S. Victory aus Wing Commander III und IV schlich. Denn dieses Prinzip der Einsatzbesprechung fand damals schon seine Anwendung und hat dort seinen Ursprung (nur ohne die öden Turbolift-Fahrten). Das Labor, die Messe und das Arsenal laden zum Durchklicken und Ausprobieren ein. Dadurch dass das Spiel einem nicht nur die Spielkarte vorsetzt, sondern auch das Drumherum in Szene setzt, motiviert es den Spieler auch in den einzelnen Bereichen zu verweilen und sich an den Kommentaren der Charaktere zu ergötzen. (herrlich)
Was weiterhin positiv aufällt, ist der gekonnte Einstieg in das Spiel: Bei jeder Mission gibt es neue Einheiten zu entdecken, hilfreiche Tutorials und kleine Tooltipps die einem Informationen über die Einheit, das Upgrade oder das Gebäude liefern. All dies wird mit kleinen Videos untermalt, um dem Spieler z.B. eine neue Fähigkeit mit Hilfe von einer kleiner Spielszene im Einsatz darzustellen und somit die Wirkungsweise dieser zu verdeutlichen. (löblich)
Innovation? Nein, es gibt keine Innovation. Mir sind in meiner ganzen Spielezeit (knapp 20 Jahre) nur einige wirkliche gute innovative Games aufgefallen. Und das waren meist Spiele die auch u.a. ein neues Genre begründet haben. Das waren Dune 2 (RTS), Diablo (Hack'n'slay) und Die Sims (Lebenssim.). Alle RTS Nachfolger haben die Kernkomponente des Genre nie berühert, sondern mit netten Features weiter ausgebaut.
Mir war klar das SC2 auch hier keine Innovationen setzen will. Wer das erste Video der World Wide Invitational 2007 gesehen hat, dem war klar was ihn erwarten würde. Deshalb verstehe ich manche Reaktion hier nun überhaupt nicht. Jeder hatte die Möglichkeit sich genügend Zeit zu nehmen, sich vor dem Erscheinen des Spiels über alles konkrete zu informieren. Man merkt natürlich dem Spiel die E-Sport Grundeinstellung an, dass war aber auch klar als Blizzard 2007 in Seoul die Katze aus dem Sack ließ. Man wollte wieder einen E-Sport Kracher landen. Und das scheint bisher gelungen zu sein und wird mit den nächsten Monaten und Jahren weiter ausgebaut...
Wer zuviel Innovation in einem Spiel erwartet fiel meist auf die Nase und hat dann Spiele wie Command & Conquer 4: Tiberian Twilight oder Black & White zur Gesicht bekommen. Ich war froh, dass Blizzard dies unterlies und sich auf das konzentrierte was es gut kann: spannende Einsätze und eine fesselnde Story drumherumspinnen. Denn was ist schlimmer, als wenn der Bösewicht Kane (C&C) einem nur noch Lacher entlocken kann und als alles andere als der "Bad Boy" rüberkommt? Schade nur, dass Blizzard nicht wie zuvor in WarCraft III das fantastische Heldensystem auch mit in SC2 eingeführt hat. Aber da wird die Modding Community nicht lange auf sich warten lassen...
Generell sei gesagt, dass StarCraft II: Wings of Liberty ein Spiel ist:
- was vertraut ist
- was gut erzählt wird
- was über eine enorme Spieltiefe verfügt
- was einen ausbalancierten Multiplayer verfügt
- was solide RTS Spielmechaniken umsetzt
- was leider "nur" das Spielen über ein Matchmaking System gut umsetzt, aber das Fehlen der Chatkanäle für einen Identitätsverlust der Community sorgt
...und was (worauf ich persönlich viel wert lege) die Menüs und Steuerung intuitiv sind, Erfolge und Statistiken am Ende von MP Matches einen motivieren, sein Können zu verbessern. Absolut grauenhaft sind Spiele, wie Battlefield: Bad Company 2...die durch ihre einfach adaptierte Menüstruktur den Spieler zum Verzweifeln bringen...
Real ID...Klarnamen...Facebook Integration...lasse ich bewusst aus, da es hier um das Spiel geht und alle anderen "Features" optional sind. Persönlich spiele ich den Multiplayer generell nur mit Freunden zusammen, die in meiner Freundesliste auftauchen. Auch ist meine Einstellung zum MP Spiel nicht das "um jeden Preis gewinnen", sondern das Miteinander, das Ausprobieren und das Zusammenhalten der Teamkollegen und das Erfreuen darüber, wenn man ein Gefecht knapp gewonnen hat. Ich kenne auch von vielen Anderen, die eigentlich gar nicht mehr das Spiel vor Augen haben, sondern nur ihre Tastaturkürzel und irgendwelche "Anschläge pro Minute" als Maßstab setzen (v.a. E-Sport).
Fazit:
Wer StarCraft I mochte kann sich ohne Gewissensbisse auch auf den 2. Teil einlassen. Denn ohne groß herumzureden...SC2 bleibt für die nächsten Jahre der Primus im RTS Genre. Das sei auch durch die fast grenzenlosen Möglichkeiten des SC2 Editors gegeben und durch die bald erscheinenden Fortsetzungen zur Kampagne "Heart of the Swarm" und "Legacy of the Void".
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