StarCraft II: Wings of Liberty [UK Import] ist ein Echtzeitstrategiespiel ' Man sammelt und erschließt Ressourcen, baut seine Basis auf, erweitert die Fähigkeiten der eigens befohlenen Einheiten und verteidigt dabei die eigene Basis bzw. greift die Basis des Feindes an. Soweit das Grundprinzip eines Echtzeitstrategiespiels, doch starcraft II bietet 'wie es sich für ein Computerspiel mit diesem Preis gehört - weit mehr, und wie ich finde noch weiter mehr darüber hinaus.
In der Solokampagne schlüpft man in die Rolle von Commander James Raynor, eines mitterweile etwas ausgebrannten, aber ehrlichen und mutigen Freiheitskämpfers. Die Missionen sorgen für spielerische Abwechslung: Die Ziele reichen vom Wettsammeln von Ressoursen über das Überfallen von feindlichen Zügen bis zum Standhalten angreifender Alienhorden innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Dabei sorgen je nach Mission eingefügte Randbedingungen wie beispielsweise Tag-Nachtwechsel, ein alle paar Minuten ansteigender Lavapegel der niedrigen Boden überflutet, oder eine Feuerwalze welche nach und nach das ganze Einsatzgebiet verbrennt für zusätzliche Spannung. Hin und wieder wird der Spieler sogar vor Entscheidungen gestellt, die zwar die folgende Mission, aber kaum den weiteren Spielverlauf beeinflussen.
Zusätzlich gibt es bei fast jeder Mission Nebenziele, die in der Regel zusätzliche Forschungspunkte liefern. Damit können zwischen den Missionen spezielle Einheiten oder Fähigkeiten erforscht werden. Außerdem bekommt der Spieler für das erfolgreiche Abschließen der meisten Missionen Geld, das er für wichtige Upgrades oder für das Anheuern von Elitetruppen ausgeben kann. Truppentypen werden nach und nach bei jeder Mission freigeschaltet. So fängt man am Anfang der Kampagne mit lediglich einem verfügbaren Einheitentyp an, bis man in den letzten Missionen schließlich mit Schlachtkreuzern und anderem schweren Gerät zu Felde zieht.
Auch die vielen nebensächlichen Details im gesamten Spiel sind sehr liebevoll gestaltet, und es macht mir selbst beim zweiten Durchspielen noch Spaß, danach zu suchen. So kann man zwischen den Missionen neben dem Forschen und Upgraden auch die Schiffs-Bar besuchen. Dort findet man beispielsweise eine Countrymusk spielende Jukebox, bei der sich sogar die Titel durchschalten lassen. Auch ein Ballerspiel-Automat und ein Fernseher, der zum Kampagnenstand passende - und oft sehr witzige - Nachrichten zeigt, sind dort zu finden.
Ebenfalls kann man an allen zugänglichen Orten Dialoge mit bestimmten Charakteren führen. Diese Gesprächssequenzen liefern zusätzliche Details zur Story, geben dem Spieler aber keine Gelegenheit, dabei aktiv einzugreifen ' Muss ja auch nicht sein; es ist ja schließlich kein Adventure.
Wie bei anderen Spielen von Blizzard wurde viel Wert auf aufwendige Filmsequenzen gelegt. Diese sind zwar größtenteils in Echtzeitgrafik zu sehen, die nicht unbedingt alle Fähigkeiten einer aktuellen High-end GraKa nutzt, wirken dafür immerhin dank Tiefenunschärfe, flimmernder Luft, Kamerawackeln und äußerst guten Charakteranimationen sehr effektvoll und ephisch. Dabei hat mich persönlich beeindruckt, dass die Lippenbewegungen zum englischen Originaltext absolut synchron sind. Die wenigen vorgerenderten Filmsequenzen entsprechen der Qualität eines aufwendigen Animationsfilms.
Im Multiplayermodus ist zwar - meines Wissens - derzeit kein LAN-Modus möglich, dafür fallen beim Spielen übers Internet keinerlei zusätzliche Gebühren an. Man muss sich dafür lediglich bei battle.net ' dem Onlinespiel-Portal von Blizzard ' anmelden.
Dies Ist allerdings auch nötig, um Starcraft II überhaupt spielen zu können, auch beim Spielen der Solokampagne. Nachdem man sich im Spielmenü befindet, kann die Verbindung beim nutzen des Singleplayermodus gekappt werden. Dennoch finde ich es manchmal ein wenig störend, dass man bei jedem Spielstart eine Internetverbindung braucht. Das hat wiederum den Vorteil, dass man Updatetechnisch immer auf dem Laufendem bleibt; Blizzard stellt für seine erschienenen Titel in der Regel auch nach zwei jahren oder länger neue Patches zur Verfügung.
Da die drei Rassen in Starcraft II sehr gut ausbalanciert und dennoch total unterschiedlich sind, ist eine ungeheure Vielzahl an Taktiken möglich. Die sehr gelungene Steuerung macht Starcraft II zu einem sehr temporeichen und trotzdem übersichtlichen Echtzeitstrategiespiel. Dabei spielen beispielsweise das praktische Befehlskettensystem und die Wahlmöglichkeit mehrerer Hotkey-Grids eine entscheidende Rolle.
Nach all dem muss ich sagen, dass Starcraft II ' Wings of Liberty all meine Erwartungen erreicht und teilweise übertroffen hat. Da nehme ich auch die zwangsläufig erforderliche Onlineregistrierung sowie die nötige Internetverbindung bei Spielestart in Kauf. Meine Meinung: Die lange Wartezeit hat sich absolut gelohnt!
Jedem, der gute Echtzeitstrategiespiele schätzt oder Science-Fiction liebt, kann ich dieses Spiel nur empfehlen. Und für Jene, auf die beides zutrifft, ist dieses Spiel ein absolutes Muss!
AH.