Wie schon der erste Band der Ghost-Reihe gehört auch "Phantome" zum Besten, was die Literatur rund um StarCraft zu bieten hat.
Schreibtechnisch bewegt sich "Phantome" auf sehr hohem Niveau - durchweg spannend, viele Details, interessante Story; der Lesefluss reißt einen mit. Parallel zueinander werden zwei Erzählstränge präsentiert, die sich erst am Ende in einem spannenden Finale treffen, wobei die Verknüpfungen über den Roman hinweg nach und nach deutlich gemacht werden. (Auf die Story will ich jetzt nicht näher eingehen, die steht ja auch sehr ausführlich in der Produktbeschreibung.)
Besonders gelungen ist die Darstellung der Ghosts an sich, bzw. der von Nova - man kann nachvollziehen, was in Ghosts vorgeht, wenn sie ihre Fähigkeiten einsetzen und welche strategische Bedeutung sie haben. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass dem Roman eine intelligente, moralische Frage zu Grunde liegt, deren beiden Pole durch die Figuren Nova und Tosh präsentiert werden: Ist es gerecht, ein korruptes Regime mit Gewalt zu stürzen (Tosh), oder sollte man dieses sogar eher zur Wahrung des Friedens aufrecht erhalten (Nova)? Darüber hinaus macht der Roman im Fortgang immer deutlicher, dass weder Tosh noch Nova klar in das Gut/Böse-Schema einzuordnen sind, denn Toshs Ziele werden angesichts seines aufkeimenden Wahnsinns immer fragwürdiger und auch die Moral von Nova beginnt immer mehr zu bröckeln, da ihr oberstes Interesse offenbar nicht das Wohl anderer, sondern ausschließlich das Vergessen ihrer Vergangenheit zu sein scheint.
Somit ist dieser Roman alles andere als platt und bietet mehr als nur die StarCraft-typische Bombastik, mit Raumflügen und Gefechten physischer als auch telekinesischer Art.