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Produktinformation
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Starcraft: Libertys Kreuzzug ist der Roman zum Videospiel Starcraft, dennoch eröffnet Autor Jeff Grubb seine Geschichte auf eine klassische Art und Weise, wie sie auch jeder normale Science-Fiction-Roman erzählen könnte. Erst nach rund einem Drittel geht mit der Erkenntnis der Hauptfigur eine Veränderung des Erzählstils einher. Ab hier greift Grubb auf typische Versatzstücke zurück, die genretypisch zu sein scheinen und auch z. B. in den Romanen der Videospiel-Reihe Resident Evil vorkommen. Zwischen den Szenen, in denen die Action des Spiels in Zeilen gepresst wird, scheint ab und an die Erzählkunst Grubbs hindurch und lässt erkennen, dass Libertys Kreuzzug auch ein ganz passabler eigenständiger SF-Roman geworden wäre.
Nicht nur Fans der Starcraft-Spielereihe können darum Gefallen an diesem Buch finden. Auch für Freunde der Horror-SF bietet Starcraft: Libertys Kreuzzug spannende Unterhaltung. --Mike Hillenbrand
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Michael Daniel Liberty, Journalist und chronischer Verfechter der Wahrheit muss aufgrund einer Artikelserie über einen lokalen Bauskandal von seiner Heimatwelt verschwinden. Er wird Kriegsberichterstatter und reist mit den Marines des Alpha-Schwadrons durch den Raum der Konföderation der Menschen. Schließlich landet er mitten in einer militärischen Aktion, bei der er allerdings nicht berichten darf. Da ihm die Wahrheit aber wichtiger ist als jeder Marine in Kampfanzug und Schrotgewehr, beginnt er eigene Recherchen auf dem Planeten im Sara-Sektor. Diese führen nicht nur dazu das er sich in Lebensgefahr begibt, sondern auch das er von den Zerg erfährt, jenen insektenartigen Aliens, die den Planeten bedrohen. Dann kann er noch mit ansehen wie die Protoss, die dritte Alienrasse, den zergverseuchten Planeten mit einer Art Planetenkiller vom Orbit aus entvölkern. Dazu ist er dann noch in die Armee des Rebellenführers Arkturus Mensk gerutscht, der den Menschen scheinbar helfen will, die Bedrohung der Zerg, Protoss und auch der verbrecherischen Konföderation der Menschen zu befreien. Die Sache entwickelt sich entsprechend weiter: die Zerg infizieren mehr Planeten der Terraner, die Protoss säubern sie danach und schlußendlich schart der größenwahnsinnige Mensk die Reste der Menschheit in einer neuen Allianz, dem terranischem Dominion zusammen und erklärt sich selbst zum ersten Kaiser dieses Staatsgebildes. Damit wäre nicht nur der Roman, sondern auch die Terranerkampagne des Spiels zu Ende.
Mir war zwar bewusst, das dieser Roman die Ereignisse der Kampagne nacherzählen würde, aber das er dies auf so direkte weise tut, hat mich doch schon überrascht. Und leider auch nicht sonderlich positiv. Michael Liberty, die Hauptperson des Romans, kommt zwar nicht in dem Spiel und der Kampagne vor, ist aber immer dabei wenn etwas relevantes geschieht. Auch der Ablauf der einzelnen Geschehnisse aus den Missionen ist doch sehr bekannt. Pro Kapitel bekomme ich eine Mission, dazwischen immer mal wieder Füllstorys um Michael Libertys Anwesenheit glaubhafter zu machen. Der Roman bietet für Leute die Starcraft bereits auf dem PC gespielt haben kaum etwas neues. Überraschungen oder Wendepunkte sind dem Spieler ja bereits bekannt.
Starcraft konnte mich als PC-Spiel vor allem durch die gut erzählte Handlung und die hervorragenden Charaktere begeistern, die einen in den meisten Missionen zur Seite standen. Das und die hervorragende Synchronisation machten das Spiel zu einem Erlebnis und wenig überraschend tauchen diese Charaktere dann auch in dem Roman auf. General Duke, der Badass, Kerrigan die Attentäter-Telephatin und auch Marshal Jim Raynor, das liebenswerte Rauhbein. Ich habe ja bereits erwähnt das manche Kapitel den Ablauf einer Mission nacherzählen. Dies geht soweit, dass ganze Dialoge die auch im Spiel geführt wurden hier dann noch mal wiedergegeben werden.
Übersetzt wurde das Buch von Timothy Stahl, der mir bereits positiv als Autor von diversen Maddrax-Heften aufgefallen ist. Bei der Übersetzung von Liberty's Crusade ins deutsche, sind meiner Meinung nach aber einige Sachen auf der Strecke geblieben. Die meisten Fachbegriffe werden direkt im Original stehen gelassen (Goliath-Walker, Stimpack) statt einer umständlichen Übersetzung zu suchen. Das ist ja okay, aber warum hat Kerrigan ein Canister-Rifle, das später immer wieder als Rifle-Gewehr Erwähnung findet? Ein Rilfe-Gewehr? Ich glaube nicht... Auch seltsam stößt mir der Name der Rebellengruppe auf, den dieser wurde im Gegensatz zum Spiel eingedeutscht, so das einem in dem Roman die Söhne von Korhal begegnen, statt der Sons of Korhal. Wieso gerade hier eine Ausnahme gemacht wurde ist mir ein Rätsel.
Und noch ein Wort zur deutschen Ausgabe. Wie bei den anderen Romanen zu den Videospielreihen bei Dino, wurde auch hier auf den Seiten viel Platz verschenkt. Ein großer Zeilenabstand und breite Seitenränder treiben die Seitenzahl unnötig in die Höhe. Dazu kommt dann der geradezu unverschämte Preis von 9,95 Euro für 236 Seiten. Das muss nun wirklich nicht sein!
Zum Ende hin auch noch mal ein Kommentar zum Cover. Da Blizzard ja durch das PC-Spiel bereits auf sehr gutes Bildmaterial zurückgreifen konnte, schmückt das Cover von Libertys Kreuzzug das Bild von Kerrigan nach ihrer Verwandlung zur Zerg-Königin. Dies ist dem einen oder anderem vielleicht auch als Covermotiv für die Erweiterung "Kerrigans Rache" bekannt. Auf jeden Fall ein sehr gutes Bild, das auch schon die Originalausgabe schmücken dufte. Mit dem Inhalt hat es allerdings nur wenig zu tun, aber das erkennt der Leser eh erst auf den letzten Seiten.
Also, unter'm Strich fand ich den Roman okay. Er ist auf keinen Fall ein literarisches Meisterwerk in Sachen Komplexität oder Charakterentwicklung und für Fans des Spiels gibt es nicht viel neues zu erfahren. Aber für ein paar Stunden unterhält er doch ganz ordentlich. Ob man allerdings ohne Wissen aus dem StarCraft Universum Gefallen an diesem teuren Buch finden kann, halte ich für fraglich. Ein Buch für Fans.
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