Kurzbeschreibung
Für die Episode 1 wird die Sternenuhr um 32 Erdenjahre zurückgedreht, wir erleben z.B. wie der neunjährige Anakin Skywalker zu Darth Vader wurde, dem Symbol des Schreckens.
Filmstart in Deutschland war der 19.08.1999
Darsteller: Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi), Liam Neeson, Natalie Portman, Jake Lloyd (Anakin Skywalker).
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Die erste Abweichung kommt schon ganz am Anfang: Im Film fehlt das erste Rennen, das Klein-Analkin Skywalker gegen die konkurrierenden Rennfahrer auf Tatooine fährt beziehungsweise fliegt. Leider schrottet er kurz vor dem Ziel seinen flotten Renner. Anschließend -- das wäre die nächste Abweichung -- führt er eine interessante Unterhaltung mit einem alten Sternenfahrer. Wir erfahren, welchen Traum Analkin hegt: alle fremden Sterne kennenzulernen.
Freunde von mir schliefen während der Vorstellung des Films ein. Okay, das war um elf Uhr abends, aber dennoch: Ungefähr in der Mitte hat George Lucas' "Meisterwerk" derartige Längen, daß man schon das Buch gelesen haben muß, um der Handlung und der Erwähnung der vielen Namen folgen zu können. Ein Beispiel hierfür ist die pseudowissenschaftliche Erklärung des Jedi-Ritters Qui-Gon Jinn (im Film von Liam Neeson als Hauptfigur gespielt). Daß Analkin der Auserwählte aus der Jedi-Legende sein muß, sorgt für allgemeine Verwirrung. Daß es sich bei der biologischen Grundlage für Analkins sechsten Sinn um schlichte Midichloriane handelt, sorgt beim wissenschaftlich gebildeten Leser von Science(!)-Fiction nur für ein müdes Lächeln.
Daß die katholische Kirche von Mexiko den Film für ketzerisch hält, dürfte nicht allzusehr verwundern. Analkin ist der Auserwählte, und die zwei Jedis, die ihn finden, sind sozusagen die Weisen aus dem Morgenlande. Als Gaben schenken sie ihm -- dem Sklaven -- die Freiheit und einen Freifahrtschein zu den Sternen. Im Gegenzug muß er lediglich ein Rennen gewinnen -- der Wettgewinn versorgt die Jedis mit Ersatzteilen für ihr Raumschiff. Vor dem Rat der Jedi-Ältesten muß Analkin außerdem eine Probe bestehen -- ebenfalls eine Parallele zum Neuen Testament.
Die Story ist recht schlicht gestrickt, was dem Unterhaltungswert des Buches keinen Abbruch tut -- im Gegenteil. Die faktisch vertriebene Königin des Planeten Naboo findet in dem von ihr selbst bekämpften Volk der Gungan Verbündete im Kampf gegen die Händler-Allianz, die die Herrschaft auf Naboo im Handstreich an sich gerissen hat. Die Gungan kämpfen zwar tapfer, haben aber den Waffen der Händler nichts entgegenzusetzen außer Schilde. Es ist den Naboo-Fliegerassen aufgetragen, das wichtigste Schiff der Händler zu vernichten, von dem aus die Händlertruppen am Boden gesteuert werden. Als Analkin sich zu den Kampf-Piloten gesellt, vernichtet er das Händlerschiff mit mehr Glück als Verstand. Naboo wird befreit. Der Widersacher, der hinter dem Angriff der Händler-Allianz stand, wird in der Gestalt seines Schülers, Darth Maul, zwar besiegt, er selbst aber entkommt: als neuer Kanzler der Königin. Verrat auf höchster Ebene -- was kommt als nächstes?
Die Filmfans in den USA forderten "Jar Jar Binks must die". Jar Jar, ein von den Jedis mitgenommener verbannter Gungan, sorgt aber für das einzige humoristische Element in diesem grimmigen Film der Kämpfe und Wunder. Er ist naiv, neugierig, tolpatschig, ein totaler Feigling, ungezogen, ohne Manieren, spricht ein furchtbares Englisch -- und stellt sich am Schluß als eine der für die Rettung Naboos notwendigen Figuren heraus. Kurzum: Er ist so, wie ein Kind am liebsten sein möchte, wenn es nicht auf die Erwachsenen hören müßte. Er verkörpert sozusagen das Prinzip von Lust, Spaß und Chaos, die Antithese zu einem Jedi-Ritter. Er ist der lebende Beweis, daß man mit Infantilität weiterkommen kann, auch wenn man immer jemanden braucht, der einem aus der Patsche hilft. --Michael Matzer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Zusammenfassung
Über den Autor
Auszug aus Star Wars, Episode I, Die dunkle Bedrohung von Terry Brooks, Regina Winter. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Als die Rennkapseln vorbeischossen und ihre Motoren vor wilder Gier und gnadenloser Energie aufbrüllten, schienen träge Hitze und Licht zu bersten und selbst die Berge zu erzittern.
Anakin Skywalker lehnte sich in die Kurve der Rennstrecke, die ihn unter dem steinernen Bogen vorbeiführte, der den Eingang zum Beggar's Canyon auf der ersten Etappe des Rennens markierte. Er bewegte die Schubregler vorwärts und gab den Motoren ein wenig mehr Saft. Die keilförmigen Raketen explodierten vor Kraft, die rechte ein winziges bißchen mehr als die linke, und leiteten den Kurvenflug der Kapsel ein, in der Anakin sich nach links warf. Rasch richtete er dann das Rennfahrzeug wieder geradeaus, beschleunigte weiter und schoß durch den Bogen. Sand peitschte hinter ihm auf und trübte die hitzeflirrende Luft. Anakin raste durch den Canyon, seine Finger spielten über die Instrumente, die Handwurzeln lagen ruhig an der Steuerung.
Es ging alles ungeheuer schnell. Ein einziger Fehler, eine einzige Fehleinschätzung, und er wäre aus dem Rennen und könnte froh sein, wenn er überlebte. Aber genau darin bestand der Nervenkitzel. All diese Kraft, all diese Geschwindigkeit, die sich auf eine leise Berührung seiner Fingerspitzen entfaltete und nicht den geringsten Fehler zuließ. Zwei gewaltige Turbinen rissen eine zerbrechliche Kapsel über sandige Ebenen und um steile Felsvorsprünge herum, durch schattige Täler und haarsträubende Sturzflüge in einer Reihe von engen Kurven und Sprüngen, und das Ganze in höchstmöglicher Geschwindigkeit. Kontrollkabel verliefen von der Kapsel zu den Motoren, die ihrerseits miteinander gekoppelt waren. Sollte einer der drei Bestandteile irgendwo anstoßen, würde das Ganze sich in Metallsplitter und eine Explosion von Raketentreibstoff auflösen. Wenn nur ein Teil abriß, war alles vorbei.
Ein Grinsen breitete sich auf Anakins jungem Gesicht aus, als er noch ein wenig mehr Schub gab.
Vor ihm wurde der Canyon schmaler, die Schatten tiefer. Anakin raste auf den Schlitz von Helligkeit zu, der sich wieder auf die Ebene hinaus öffnete, und hielt sich dabei dicht am Boden, wo der Durchgang am breitesten war. Wenn er sich höher hielt, lief er Gefahr, gegen eine der Felswände auf beiden Seiten zu stoßen. Das war Regga letzten Monat bei einem Rennen passiert, und man hatte immer noch nicht alle Stücke gefunden.
Das würde ihm nicht passieren.
Er beschleunigte abermals und schoß mit kreischenden Motoren auf die Ebene hinaus.
Dort in der Kapsel, die Hände an den Instrumenten, konnte Anakin spüren, wie die Vibration der Motoren über die Kontrollkabel lief und ihn mit ihrer Musik erfüllte. In seinem einfachen Overall, seinem Rennhelm, der Brille und den Handschuhen war er so eng in seinen Sitz gezwängt, daß er das Vorbeizischen des Windes an der Karosserie der Kapsel spüren konnte. Bei einem solchen Rennen war er niemals nur der Pilot einer Rennkapsel, niemals nur ein Teil des Ganzen. Er war eins damit, und Motoren, Kapsel und Mensch waren auf eine Weise miteinander verbunden, die er nicht recht hätte erklären können. Jedes noch so geringe Schleudern, jedes Pulsieren, jedes Zerren an einer Strebe oder Verbindung bemerkte er sofort, und er konnte jeden Augenblick genau spüren, was einer beliebigen Stelle seines Rennfahrzeugs geschah. Es sprach in seiner eigenen Sprache zu ihm, einer Mischung aus Geräuschen und Gefühlen, und obwohl es keine Worte benutzte, konnte Anakin alles verstehen, was es ihm sagte.
Manchmal, dachte er versonnen, konnte er schon spüren, was es sagen würde, bevor es sprach.
Schimmerndes orangefarbenes Metall schoß rechts an ihm vorbei, und er erkannte das charakteristische breite X von Sebulbas Motoren vor sich, der ihm jetzt die Führung abnahm, die er durch einen ungewöhnliche raschen Start erlangt hatte. Anakin verzog verärgert das Gesicht - er nahm es sich selbst übel, daß seine Konzentration nachgelassen hatte, aber die Grimasse hatte auch mit seiner Abneigung gegen den anderen Rennfahrer zu tun. Schlaksig und krummbeinig, war Sebulba innerlich genauso verschroben wie äußerlich - ein gefährlicher Gegner, der häufig gewann und sich freute, wenn das auf Kosten anderer geschah. Allein im vergangenen Jahr hatte der Dug mehr als ein Dutzend Unfälle verursacht, und seine Augen blitzten, wenn er anderen auf den staubigen Straßen von Mos Espa davon erzählte. Anakin kannte Sebulba sehr gut - gut genug, um nichts zu riskieren.
Er schob die Beschleunigungsregler vor, erhöhte die Energiezufuhr und raste geradeaus.
Daß er ein Mensch, oder noch schlimmer, der einzige Mensch war, der je an diesen Kapselrennen teilgenommen hatte, machte die Sache sicher nicht besser. Diese Rennen waren die ultimative Prüfung von Wagemut und Können der Piloten auf Tatooine und der liebste Sport der Bürger von Mos Espa, und man war allgemein der Ansicht, daß kein menschliches Wesen die hohen Anforderungen bewältigen konnte.
(...)