Wer die etwas unorthodoxere und gewissermaßen auch realisitischere Variante des Expanded Universe bevorzugt für den dürfte Matthew Stovers Klonkriegsroman "Mace Windu und die Armee der Klone" genau das richtige sein. Der Autor versteht sein Handwerk und bringt mit frischen Ideen eine wohltuende Abwechslung in die Star Wars-Galaxis, wohl auch weil er bei weitem erwachseneren und deshalb auch "brutaleren" Stil pflegt als andere Autoren. Man kann geteilter Ansicht über diese Entwicklung sein, Freunde des Total Realism kommen in "Mace Windu und die Armee der Klone" jedoch voll auf ihre Kosten.
Mace Windu wird von Alpträumen gequält und gibt sich 6 Monate nach der Schlacht von Geonosis die Schuld am Ausbruch der Klonkriege, da er es versäumt hat Count Dooku mit einem einzigen Hieb in der Arena hinzurichten und dadurch den Ausbruch des Krieges zu verhindern. In einem vertraulichen Gespräch mit dem Obersten Kanzler und einem Agenten der Republik erfahren er und Yoda schließlich dass Mace ehemalige Schülerin Depa Billaba auf dessen Heimatplaneten Haruun Kal vermutlich auf die dunkle Seite geraten ist.
Der Jedi-Meister will sich persönlich dieser Mission annehmen, doch bereits am Raumhafen der Planetenhauptstadt von Haruun Kal sieht sich Mace mit unerwarteten Problemen konfrontiert und gerät an eine undurchsichtige Gruppe von Freiheitskämpfern der Korunnai, einem einheimischen Volk von Machtbenutzern, dem auch Mace angehört. Der Anführer der Gruppe, Nick Rostu, behauptet ihn zu Depa führen zu können, doch bereits kurz nach dem Aufbruch fordert die Suche ihren tödlichen Tribut. Doch gerade der "Held" der Korunnai, der überaus machtbegabte Schamane Kar Vastor entpuppt sich als das Gegenteil der moralisch integren Jedi...
Mace Windus Odysee erinnert irgendwie an eine Reise durch ein vom Bürgerkrieg zerrissenes afrikanisches Land, in welchem die Grenzen zwischen Freund und Feind sich schnell in einem trüben Grau verschwimmen. Die brutale Vorgehensweise von Separatisten, wie Widerstandskämpfern ist dabei nur ein weiteres Indiz dafür, dass "Mace Windu und die Armee der Klone" bereits ein völlig anderes und härteres Star Wars verkörpert. Genau das hebt auch den philosophischen Konflikt der Jedi, diesmal verkörpert durch Mace Windu, auf eine neue Ebene, denn einerseits versuchen sie den Frieden zu bewahren, während sie aber als Generäle für eine Ideologie kämpfen die langsam von innen heraus durch die Sith zerstört wird und so geraten sie immer mehr in Konflikt mit ihrem Kodex, was nahe an die dunkle Seite heranbringt.
Wie in "Verräter" gelingt es Matthew Stover auch in "Mace Windu und die Armee der Klone" ein erweitertes und umfangreicheres Verständnis der Macht zu vermitteln, welche im Grunde fern einer Teilung in hell und dunkel liegt. Doch auch Mace Windus innerer Konflikt wird interessant beleuchtet, denn ein einziger Schritt in Richtung Dunkelheit seinerseits hätte genügt den Krieg zu beenden, ein Fehler, den er in Episode 3 angesichts der Enttarnung Darth Sidious schon nicht mehr begangen hätte.
Fazit:
Genau "das" Buch für Fans eines härteren und brutaleren Star Wars, das auch eine erweiterte Betrachtungsweise der Macht nicht länger ausschließt.