Die Bothan-Affäre erschüttert die Neue Republik und während sich im Orbit von Bothawui Schiffe versammeln, scheint der Ausbruch eines Bürgerkriegs nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Am Rande dieses von imperialen Agenten geschürten Konflikts harrt Admiral Pellaeon immer noch bei Pesitiin aus, um mit General Garm Bel Iblis Friedensverhandlungen zu eröffnen, unwissend, dass die Republik seine Nachricht nie erhalten hat. Die Verschwörer um Mufti Disra, Major Grodin Tierce und Thrawn-Double Flim sehen sich auf Bastion hingegen näher an der Verwirklichung ihrer Pläne, denn immer mehr Welten bitten aus Furcht vor dem "wiederauferstandenen" Thrawn um Aufnahme in das Rest-Imperium. Unterdessen hat Disra einige mit Tarnfeldern ausgestattete Sternenzerstörer nahe Bothawui platziert, um zum richtigen Zeitpunkt durch unerwarteten Beschuss die Gegner und Verteidiger des bothanischen Volkes aufeinander zu hetzen.
Mit den Generälen Bel Iblis und Wedge Antilles, sowie Jedi-Ritter Corran Horn sind jedoch hochkarätige Offiziere vor Ort, um einen Angriff auf die Bothaner abzuwehren. Talon Karrde und Shada D'ukal suchen zu diesem Zeitpunkt immer noch nach dem Planeten Exocron, wo sich Karrdes alter Freund Jori Car'das, der einst größte Informationsmakler der Galaxis, zur Ruhe gesetzt hat, er könnte eine Kopie der Caamas-Dokumente besitzen und so die Krise entschärfen, indem er die Namen der bothanischen Saboteure enthüllt. Han und Leia geraten nach einer Sektorenkonferenz einmal mehr in das Visier der Imperialen und Luke entdeckt zusammen mit Mara Jade auf Nirauan eine geheimnisvolle Festung, die eine heiße Spur zu den Klonen bieten könnte...
Nach dem bereits unglaublich wendungsreichen "Specter of the Past" setzt Timothy Zahn seine Hand of Thrawn-Duologie mit "Vision of the Future" fort und bringt die Geschichte damit vorläufig zu Ende. So manches wird sich allerdings in zeitlich später angesiedelten Buchreihen noch weiterentwickeln und sogar völlig neue Dimensionen annehmen. Grundsätzlich ist Vision of the Future ein Mammutwerk, das in der deutschen Übersetzung sogar auf 2 Bände geteilt werden musste. Zahn hat eine Unzahl an Storylines entworfen und es dennoch geschafft, sie alle miteinander zu verknüpfen. In Hinsicht auf die Nebenhandlungen muss man schlichtweg gestehen, dass er sogar die Thrawn-Trilogie damit in jeder Hinsicht übertroffen hat, aber der umfangreiche Plot ist auch die Schwäche. Ausgezeichnet konstruiert garantiert er das gewisse "Zahn-Feeling" wobei die beiden Hand of Thrawn-Bände zuweilen etwas überfrachtet wirken können. Zahns Werk ist schon alleine deshalb interessant, weil es bei ihm zwischen Gut und Böse durchaus verschiedene Grautöne gibt, etwa Admiral Pellaeon der vernünftig genug ist um den Frieden anzustreben, aber auch die aufgebrachte Masse der Bothan-Affäre die bereit scheint die Waffen gegen eine wichtige Mitgliedswelt der Neuen Republik zu erheben. Es ist ein etwas anderes Star Wars, das in Zahns Büchern zu Tage tritt, eines fern des Sternenmärchens, mit weniger Macht und mehr Machtspielchen. In der Thrawn-Trilogie mag das noch einigermaßen von Luke Skywalkers Suche nach dem Weg der Jedi überdeckt gewesen sein, doch nun wurde der Plot mehr auf das politisch-militärische Geschehen und einige Abenteuer auf eigene Faust ausgerichtet. Eines muss man Timothy Zahn auf jeden Fall lassen, er versteht es seine Charaktere gefinkelte Pläne und Strategien aushecken zu lassen.
Fazit:
Timothy Zahn schafft es seinen umfangreichen Plot derart gut zu aufzubauen, dass er ihn regelrecht gezähmt und so vor Spannungstiefen bewahrt hat. Umso lesenswerter für Fans der Thrawn-Trilogie, die mehr vom Zerfall des Imperiums, sowie den politisch-militärischen Winkelzügen auf beiden Seiten erfahren möchten.