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Star Wars: Die Verschollenen
 
 
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Star Wars: Die Verschollenen [Taschenbuch]

Timothy Zahn , Regina Winter
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Star Wars ist kein Film - es ist Kult, Religion und Abenteuerspielplatz zugleich - es ist eine eigene Kultur." (Cinema )

“Für Fans ein Muss, für Neueinsteiger auch zu empfehlen. Der Stoff ist spannend und spektakulär. Star Wars eben.“ (BamS )

Kurzbeschreibung

Luke Skywalker und Mara Jade sind inzwischen seit drei Jahren verheiratet, als sie von den Chiss eingeladen werden, mit ihnen die Überreste des „Outbound Flight“ zu untersuchen. Das war ein gescheitertes Projekt der alten Republik: Man wollte in andere Galaxien reisen, als Thrawn alles vernichtete. Doch schon immer gab es innerhalb der Chiss Vorbehalte gegen Thrawns Handlungen. Als Luke und Mara schließlich am Fundort ankommen, stellen sie völlig überrascht fest, dass es nach über 50 Jahren noch Überlebende gibt ...

Klappentext

"Star Wars ist kein Film - es ist Kult, Religion und Abenteuerspielplatz zugleich - es ist eine eigene Kultur."
Cinema

Über den Autor

Timothy Zahn wurde 1951 in Chicago geboren, lebt in Oregon und ist heute einer der beliebtesten Science-Fiction-Autoren der USA. Sein bekanntestes Werk ist die Thrawn-Trilogie, die mehrere Jahre nach dem Ende von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" spielt und die Geschichte des Star-Wars-Universums in eine neue Zeit vorantreibt ("Expanded Universe"). Diesen Büchern folgte eine Reihe weiterer Star-Wars-Romane. Für seine Novelle Cascade Point wurde Zahn mit dem renommierten "Hugo Award" ausgezeichnet.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der imperiale Sternzerstörer bewegte sich lautlos durch die Dunkelheit des Raums, die Beleuchtung gedämpft, die riesigen Sublichtantriebe loderten hell.
Der Mann, der auf der Kommandogalerie stand, konnte das Grollen dieser Triebwerke in seinen Füßen spüren, während er den leisen Stimmen aus dem Besatzungsbereich unter sich lauschte. Seine Leute klangen besorgt, so besorgt, wie er sich selbst fühlte.
Wenn auch aus vollkommen anderen Gründen. Für ihn war das hier eine persönliche Angelegenheit, die Frustration eines Fachmanns, der sich mit fehlbaren Geschöpfen und den Launen eines Universums herumschlagen musste, das nicht immer den theoretischen Vorstellungen, was gut und angemessen wäre, entsprach. Es war zu einem Fehler gekommen, vielleicht zu einem schwer wiegenden Fehler. Und wie immer in solchen Fällen würde das unangenehme Folgen haben.
Aus der Mannschaftsgrube an Steuerbord erklang ein leiser Fluch, und er seufzte. Das alles zählte für die Besatzung des Sternzerstörers nicht. Ihre Sorgen drehten sich einzig um ihre Leistung und darum, ob sie am Ende der Reise ein Schultertätscheln oder einen Tritt in den Hintern erhalten würden.
Oder vielleicht machten sie sich Gedanken, ob die Sublichttriebwerke explodieren würden. Auf diesem Schiff wusste man nie.
Er wandte den Blick von der Großartigkeit der Sternenlandschaft ab und richtete seine Aufmerksamkeit ein Stück weiter nach unten auf den Bug des Sternzerstörers, der sich länger als einen Kilometer vor ihm erstreckte. Er konnte sich an Zeiten erinnern, in denen schon der Anblick eines dieser Schiffe selbst die mutigsten Kämpfer und die arrogantesten Schmuggler schaudern ließ.
Aber diese Tage waren vorüber, hoffentlich für immer. Das Imperium hatte sich verändert, obwohl viele in der Neuen Republik sich selbstverständlich immer noch weigerten, das zu glauben. Unter der straffen Führung von Oberbefehlshaber Pellaeon hatte das Imperium einen Vertrag mit der Neuen Republik unterzeichnet und war inzwischen nicht mehr gefährlicher als die Bothans oder der Korporationssektor.
Beinahe gegen seinen Willen lächelte er, als er über den langen Bug des Sternzerstörers hinwegschaute. Selbstverständlich hätte selbst in den alten Tagen des Imperiums dieses besondere Schiff mehr Erstaunen als Angst erweckt.
Es war schließlich nicht einfach, einen leuchtend roten Sternzerstörer ernst zu nehmen.
Hinter ihm, hörbar sogar über das Grollen der Triebwerke hinweg, erklang der schwere Schritt von Stiefeln. »Also gut, Karrde«, knurrte Booster Terrik und blieb neben ihm stehen. »Das Kom funktioniert wieder. Du kannst senden, was und wohin du willst.«
»Danke.« Talon Karrde wusste, dass es ungerecht wäre, Booster die Schuld am Zustand seiner Ausrüstung zu geben. Ein Imperialer Sternzerstörer war ein gewaltiges Schiff, vor allem, wenn Reparaturen anstanden, und Booster hatte nicht annähernd genug Leute, um diese Aufgabe angemessen zu erledigen.
»H’sishi?«, rief er. »Jetzt.«
[In Ordnung, Chef], erwiderte die Togorianerin von der Kom-Konsole aus, und ihr Fell plusterte sich ein wenig auf, als ihre Klauenfinger die Tasten berührten. [Übermittlung beendet. Soll ich jetzt beginnen, den Rest des Netzes zu alarmieren?]
»Ja«, sagte Karrde. »Danke.«
H’sishi nickte und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der Anlage zu.
Damit hatte Karrde alles getan, was er im Augenblick tun konnte. Wieder blickte er auf zu den Sternen, verschränkte die Arme und versuchte angestrengt, die Geduld zu bewahren. »Es wird schon gut gehen«, murmelte Booster neben ihm. »In einer halben Stunde haben wir diesen Stern umkreist und können dann in den Hyperraum springen. In höchstens zwei Standardtagen werden wir im Domgrin-System sein.«
»Immer vorausgesetzt, der Hyperantrieb bricht nicht wieder zusammen.« Karrde winkte ab. »Tut mir leid, Ich bin einfach – ach, du verstehst das schon.«
»Sicher«, erwiderte Booster. »Aber entspann dich jetzt, ja? Wir reden hier immerhin von Luke und Mara und nicht von ein paar frisch geschlüpften neimoidianischen Larven. Die beiden sind nicht so leicht zu erschüttern.«
»Mag sein«, sagte Karrde. »Obwohl das selbst Jedi hin und wieder passieren kann.« Er schüttelte den Kopf. »Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass ich Mist gebaut habe. Ich mag es nicht, wenn das passiert.«
Booster zuckte mit den massiven Schultern. »Glaubst du denn, es geht uns anders?«, fragte er spitz. »Stell dich den Tatsachen, Karrde, und Tatsache Nummer eins ist, dass du einfach nicht jeden deiner Mitarbeiter persönlich kennen kannst.«
Karrde starrte hinaus auf den Bug des Schiffs, dessen fröhliches Rot ihm beinahe wie Hohn erschien. Aber Booster hatte Recht. Diese ganze Sache war ihnen einfach vollkommen über den Kopf gewachsen.
Er hatte bescheiden genug angefangen und nur angeboten, den Anführern der Neuen Republik und des Imperiums Informationen zu liefern, sodass jede Seite sicher sein konnte, dass die andere keine Ränke gegen sie schmiedete. Und in den ersten paar Jahren war das auch gut gegangen.
Der Ärger hatte begonnen, als die diversen Planeten- und Sektor-Regierungen innerhalb der Neuen Republik begriffen, wie nützlich seine Arbeit war, und ebenfalls darauf zurückgreifen wollten. Nachdem wegen des Caamas-Dokuments beinahe ein Bürgerkrieg ausgebrochen war, hatte sich Karrde wirklich nicht in der Lage gesehen, das abzulehnen, und hatte seine Operationen mit Erlaubnis seiner Kunden auf Coruscant und Bastion weiter ausgedehnt.
Was natürlich bedeutete, dass er mehr Personal brauchte. Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis erste Probleme auftauchten. Er wünschte sich nur, die Sache würde nicht ausgerechnet Luke und Mara betreffen. »Das mag sein«, sagte er nun zu Booster. »Aber selbst wenn ich nicht alles persönlich erledigen kann, ist es immer noch meine Verantwortung.«
»Ah«, sagte Booster wissend. »Es geht also um verletzten Stolz.«
Karrde sah seinen alten Freund an. »Booster, hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass deine Version von Mitgefühl wirklich nervtötend sein kann?«
»Ja, das Thema wurde ein- oder zweimal angeschnitten.« Booster grinste und schlug Karrde auf den Rücken. »Komm. Lass uns nach unten in den Transit-Korridor gehen, und ich gebe dir einen aus.«
»Immer vorausgesetzt, die Getränkespender funktionieren heute«, murmelte Karrde, als sie die Kommandogalerie entlanggingen.
»Na ja«, gab Booster zu. »Immer vorausgesetzt, sie funktionieren.«
Das hier, dachte Mara Jade Skywalker und trank einen Schluck, war zweifellos eine der seltsamsten Cantinas, in denen sie sich je aufgehalten hatte.
Zum Teil hing es vielleicht einfach mit dem Standort zusammen. Hier am Äußeren Rand entsprachen Kultur und Stil nicht unbedingt den Maßstäben von Coruscant und der übrigen Kernwelten. Das könnte die knallbunten Wandbehänge, die uralten Rohre neben den modernen Getränkespendern und die Hintergrunddekorationen aus polierten Droidenteilen erklären, die aus der Zeit vor dem Klonkrieg stammten.
Was die unzerbrechlichen Becher und den schweren Tisch mit der Steinplatte anging, an dem sie saß, so lieferten notdürftig reparierte Blasternarben an Wänden und Decke mehr als genug Erklärung. Wenn sich die Gäste während einer Schießerei unter die Tische duckten, wollten sie sicher, dass diese Tische auch angemessenen Schutz boten. Und sie würden auch keine Lust haben, inmitten von Scherben zu sitzen.
Aber es gab keine vernünftige Erklärung für die sehr laute, sehr dissonant klingende Musik.
Sie spürte einen Luftzug an ihrer Schulter, und ein untersetzter Mann drängte sich hinter ihr durch die Menge. »Entschuldigung«, schnaufte er, als er um den Tisch herumging und sich auf den Platz ihr gegenüber sacken ließ. »Geschäfte, Geschäfte, Geschäfte. Keinen Augenblick hat man seine Ruhe.«
»Kann ich mir vorstellen«, stimmte Mara zu. Er konnte sie...

Auszug aus Star Wars, Die Verschollenen von Timothy Zahn. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der imperiale Sternzerstörer bewegte sich lautlos durch die Dunkelheit des Raums, die Beleuchtung gedämpft, die riesigen Sublichtantriebe loderten hell.
Der Mann, der auf der Kommandogalerie stand, konnte das Grollen dieser Triebwerke in seinen Füßen spüren, während er den leisen Stimmen aus dem Besatzungsbereich unter sich lauschte. Seine Leute klangen besorgt, so besorgt, wie er sich selbst fühlte.
Wenn auch aus vollkommen anderen Gründen. Für ihn war das hier eine persönliche Angelegenheit, die Frustration eines Fachmanns, der sich mit fehlbaren Geschöpfen und den Launen eines Universums herumschlagen musste, das nicht immer den theoretischen Vorstellungen, was gut und angemessen wäre, entsprach. Es war zu einem Fehler gekommen, vielleicht zu einem schwer wiegenden Fehler. Und wie immer in solchen Fällen würde das unangenehme Folgen haben.
Aus der Mannschaftsgrube an Steuerbord erklang ein leiser Fluch, und er seufzte. Das alles zählte für die Besatzung des Sternzerstörers nicht. Ihre Sorgen drehten sich einzig um ihre Leistung und darum, ob sie am Ende der Reise ein Schultertätscheln oder einen Tritt in den Hintern erhalten würden.
Oder vielleicht machten sie sich Gedanken, ob die Sublichttriebwerke explodieren würden. Auf diesem Schiff wusste man nie.
Er wandte den Blick von der Großartigkeit der Sternenlandschaft ab und richtete seine Aufmerksamkeit ein Stück weiter nach unten auf den Bug des Sternzerstörers, der sich länger als einen Kilometer vor ihm erstreckte. Er konnte sich an Zeiten erinnern, in denen schon der Anblick eines dieser Schiffe selbst die mutigsten Kämpfer und die arrogantesten Schmuggler schaudern ließ.
Aber diese Tage waren vorüber, hoffentlich für immer. Das Imperium hatte sich verändert, obwohl viele in der Neuen Republik sich selbstverständlich immer noch weigerten, das zu glauben. Unter der straffen Führung von Oberbefehlshaber Pellaeon hatte das Imperium einen Vertrag mit der Neuen Republik unterzeichnet und war inzwischen nicht mehr gefährlicher als die Bothans oder der Korporationssektor.
Beinahe gegen seinen Willen lächelte er, als er über den langen Bug des Sternzerstörers hinwegschaute. Selbstverständlich hätte selbst in den alten Tagen des Imperiums dieses besondere Schiff mehr Erstaunen als Angst erweckt.
Es war schließlich nicht einfach, einen leuchtend roten Sternzerstörer ernst zu nehmen.
Hinter ihm, hörbar sogar über das Grollen der Triebwerke hinweg, erklang der schwere Schritt von Stiefeln. »Also gut, Karrde«, knurrte Booster Terrik und blieb neben ihm stehen. »Das Kom funktioniert wieder. Du kannst senden, was und wohin du willst.«
»Danke.« Talon Karrde wusste, dass es ungerecht wäre, Booster die Schuld am Zustand seiner Ausrüstung zu geben. Ein Imperialer Sternzerstörer war ein gewaltiges Schiff, vor allem, wenn Reparaturen anstanden, und Booster hatte nicht annähernd genug Leute, um diese Aufgabe angemessen zu erledigen.
»H'sishi?«, rief er. »Jetzt.«
[In Ordnung, Chef], erwiderte die Togorianerin von der Kom-Konsole aus, und ihr Fell plusterte sich ein wenig auf, als ihre Klauenfinger die Tasten berührten. [Übermittlung beendet. Soll ich jetzt beginnen, den Rest des Netzes zu alarmieren?]
»Ja«, sagte Karrde. »Danke.«
H'sishi nickte und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der Anlage zu.
Damit hatte Karrde alles getan, was er im Augenblick tun konnte. Wieder blickte er auf zu den Sternen, verschränkte die Arme und versuchte angestrengt, die Geduld zu bewahren. »Es wird schon gut gehen«, murmelte Booster neben ihm. »In einer halben Stunde haben wir diesen Stern umkreist und können dann in den Hyperraum springen. In höchstens zwei Standardtagen werden wir im Domgrin-System sein.«
»Immer vorausgesetzt, der Hyperantrieb bricht nicht wieder zusammen.« Karrde winkte ab. »Tut mir leid, Ich bin einfach - ach, du verstehst das schon.«
»Sicher«, erwiderte Booster. »Aber entspann dich jetzt, ja? Wir reden hier immerhin von Luke und Mara und nicht von ein paar frisch geschlüpften neimoidianischen Larven. Die beiden sind nicht so leicht zu erschüttern.«
»Mag sein«, sagte Karrde. »Obwohl das selbst Jedi hin und wieder passieren kann.« Er schüttelte den Kopf. »Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass ich Mist gebaut habe. Ich mag es nicht, wenn das passiert.«
Booster zuckte mit den massiven Schultern. »Glaubst du denn, es geht uns anders?«, fragte er spitz. »Stell dich den Tatsachen, Karrde, und Tatsache Nummer eins ist, dass du einfach nicht jeden deiner Mitarbeiter persönlich kennen kannst.«
Karrde starrte hinaus auf den Bug des Schiffs, dessen fröhliches Rot ihm beinahe wie Hohn erschien. Aber Booster hatte Recht. Diese ganze Sache war ihnen einfach vollkommen über den Kopf gewachsen.
Er hatte bescheiden genug angefangen und nur angeboten, den Anführern der Neuen Republik und des Imperiums Informationen zu liefern, sodass jede Seite sicher sein konnte, dass die andere keine Ränke gegen sie schmiedete. Und in den ersten paar Jahren war das auch gut gegangen.
Der Ärger hatte begonnen, als die diversen Planeten- und Sektor-Regierungen innerhalb der Neuen Republik begriffen, wie nützlich seine Arbeit war, und ebenfalls darauf zurückgreifen wollten. Nachdem wegen des Caamas-Dokuments beinahe ein Bürgerkrieg ausgebrochen war, hatte sich Karrde wirklich nicht in der Lage gesehen, das abzulehnen, und hatte seine Operationen mit Erlaubnis seiner Kunden auf Coruscant und Bastion weiter ausgedehnt.
Was natürlich bedeutete, dass er mehr Personal brauchte. Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis erste Probleme auftauchten. Er wünschte sich nur, die Sache würde nicht ausgerechnet Luke und Mara betreffen. »Das mag sein«, sagte er nun zu Booster. »Aber selbst wenn ich nicht alles persönlich erledigen kann, ist es immer noch meine Verantwortung.«
»Ah«, sagte Booster wissend. »Es geht also um verletzten Stolz.«
Karrde sah seinen alten Freund an. »Booster, hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass deine Version von Mitgefühl wirklich nervtötend sein kann?«
»Ja, das Thema wurde ein- oder zweimal angeschnitten.« Booster grinste und schlug Karrde auf den Rücken. »Komm. Lass uns nach unten in den Transit-Korridor gehen, und ich gebe dir einen aus.«
»Immer vorausgesetzt, die Getränkespender funktionieren heute«, murmelte Karrde, als sie die Kommandogalerie entlanggingen.
»Na ja«, gab Booster zu. »Immer vorausgesetzt, sie funktionieren.«
Das hier, dachte Mara Jade Skywalker und trank einen Schluck, war zweifellos eine der seltsamsten Cantinas, in denen sie sich je aufgehalten hatte.
Zum Teil hing es vielleicht einfach mit dem Standort zusammen. Hier am Äußeren Rand entsprachen Kultur und Stil nicht unbedingt den Maßstäben von Coruscant und der übrigen Kernwelten. Das könnte die knallbunten Wandbehänge, die uralten Rohre neben den modernen Getränkespendern und die Hintergrunddekorationen aus polierten Droidenteilen erklären, die aus der Zeit vor dem Klonkrieg stammten.
Was die unzerbrechlichen Becher und den schweren Tisch mit der Steinplatte anging, an dem sie saß, so lieferten notdürftig reparierte Blasternarben an Wänden und Decke mehr als genug Erklärung. Wenn sich die Gäste während einer Schießerei unter die Tische duckten, wollten sie sicher, dass diese Tische auch angemessenen Schutz boten. Und sie würden auch keine Lust haben, inmitten von Scherben zu sitzen.
Aber es gab keine vernünftige Erklärung für die sehr laute, sehr dissonant klingende Musik.
Sie spürte einen Luftzug an ihrer Schulter, und ein untersetzter Mann drängte sich hinter ihr durch die Menge. »Entschuldigung«, schnaufte er, als er um den Tisch herumging und sich auf den Platz ihr gegenüber sacken ließ. »Geschäfte, Geschäfte, Geschäfte. Keinen Augenblick hat man seine Ruhe.«
»Kann ich mir vorstellen«, stimmte Mara zu. Er konnte sie nicht täuschen; selbst ohne ihre Machtempfindsamkeit hätte sie die Verstohlenheit hinter dem Getue erkannt. Jeff Huxley, Meisterschmuggler und einer der kleineren Schrecken des Äußeren Rands, hatte etwas Unangenehmes im Sinn.
Die einzige Frage war nur, wie unangenehm es werden würde.
»Ja, es ist einfach verrückt«, fuhr Huxley fort und schlürfte lautstark das Getränk, das er stehen gelassen hatte, als ihn eine mysteriöse Angelegenheit von diesem Tisch wegrief. »Sie kennen das selbstverständlich. Oder zumindest kannten Sie es einmal.« Er starrte sie über den Rand des Bechers an. »Was ist daran so komisch?«
»Ach, nichts«, sagte Mara, verkniff sich aber das Lächeln nicht, das Huxleys Misstrauen erregt hatte. »Ich dachte nur gerade daran, was für ein vertrauensseliger Mensch Sie doch sind.«
»Wie meinen Sie das?«, fragte er stirnrunzelnd.
»Ihr Getränk.« Mara deutete mit ihrem Becher darauf. »Sie gehen weg und lassen es hier stehen, und dann kommen Sie wieder und kippen es herunter, ohne sich einen Augenblick zu fragen, ob ich vielleicht etwas reingetan habe.«
Huxley schürzte die Lippen, und durch die Macht spürte Mara eine Spur seines Unbehagens. Er hatte sich wegen des Getränks keine Gedanken gemacht, weil sie während seiner Abwesenheit unter strenger Überwachung gestanden hatte. Aber das durfte er sie natürlich nicht wissen lassen. »Also gut«, sagte er und knallte den Becher wieder auf den Tisch. »Keine Spielchen mehr. Warum sind Sie hier?«
Mara wusste, dass es bei einem Mann wie Huxley keinen Sinn hatte, etwas zu beschönigen. »Ich bin im Auftrag von Talon Karrde hier«, sagte sie. »Er hat mich gebeten, Ihnen für Ihre Hilfe und die Ihrer Organisation in den letzten zehn Jahren zu danken und Sie zu informieren, dass Ihre Dienste nicht mehr benötigt werden.«
Huxley zuckte nicht einmal mit der Wimper. Offensichtlich hatte er schon angenommen, dass so etwas geschehen würde. »Von wann an?«, fragte er.
»Von jetzt an«, sagte Mara. »Danke für das Getränk. Ich muss mich wieder auf den Weg machen.«
»Nicht so schnell«, sagte Huxley und hob die Hand.
Mara erstarrte halb im Aufstehen. Drei Männer hinter Huxley, die sich bisher an der Theke scheinbar um ihre eigenen Angelegenheiten gekümmert hatten, hatten plötzlich Blaster in der Hand. Blaster, die - wenig überraschend - auf Mara gerichtet waren. »Setzen Sie sich«, befahl er.
Vorsichtig setzte sich Mara wieder hin. »Gibt es noch etwas?«, fragte sie freundlich.
Huxley gestikulierte erneut, diesmal nachdrücklicher, und die laute Musik verstummte, ebenso wie alle Gespräche. »Das ist es also?«, fragte er. Er sprach leise, aber in der plötzlichen Stille schien selbst das von den Wänden widerzuhallen. »Karrde lässt uns fallen. Einfach so?«
»Ich nehme an, Sie lesen die Nachrichten«, sagte Mara immer noch betont ruhig. Rings um sich her spürte sie einheitliche Feindseligkeit. Huxley hatte die Tische offenbar mit Freunden und Geschäftspartnern besetzt. »Karrde zieht sich aus der Schmuggelbranche zurück. Damit hat er schon vor drei Jahren begonnen. Er benötigt Ihre Dienste nicht mehr.«
»Er vielleicht nicht«, schnaubte Huxley »Aber was ist mit dem, was wir brauchen?«
»Ich weiß es nicht«, sagte Mara. »Was brauchen Sie denn?«
»Vielleicht erinnern Sie sich nicht mehr daran, wie es am Äußeren Rand zugeht, Jade«, sagte Huxley und beugte sich über den Tisch auf sie zu. »Hier draußen teilt man die Dinge nicht so auf. Man arbeitet für eine einzige Gruppe, oder man arbeitet überhaupt nicht. Wir haben unsere Himmelsbrücken schon vor Jahren hinter uns abgebrochen, als wir anfingen, für Karrde zu arbeiten. Was sollen wir machen, wenn er sich zurückzieht?«
»Andere Arrangements treffen, denke ich mal«, sagte Mara. »Sie müssen doch gewusst haben, was passieren wird. Karrde hat kein Geheimnis daraus gemacht, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln.«
»Pah«, sagte Huxley verächtlich. »Als ob irgendwer wirklich geglaubt hätte, dass er ehrlich wird.« Er richtete sich auf. »Sie wollen wissen, was wir brauchen? Also gut. Wir brauchen etwas, das uns über die Runden bringt, bis wir mit einem anderen Auftraggeber ins Geschäft kommen können.«
Das war es also: Er verlangte schlicht und ergreifend Geld. Subtil konnte man das wirklich nicht nennen. »Wie viel?«, fragte sie.
»Fünfhunderttausend.« Seine Lippe zuckte leicht. »In Barcredits.«
Mara zuckte nicht mit der Wimper. Sie war auf so etwas vorbereitet gewesen, aber diese Summe war vollkommen absurd. »Und wo genau soll ich diese kleine Finanzspritze hernehmen?«, fragte sie. »Ich habe nicht so viel Kleingeld dabei.«
»Keine Spielchen«, knurrte Huxley. »Sie wissen ebenso gut wie ich, dass Karrde für diesen Sektor eine Verrechnungsstelle auf Gonmore hat. Die verfügt über alle Credits, die wir brauchen.«
Er griff in die Tasche und holte einen Blaster heraus. »Sie werden sich mit ihnen in Verbindung setzen und ihnen sagen, dass sie das Geld herbringen sollen«, sagte er und richtete die Waffe auf ihr Gesicht. »Eine halbe Million. Sofort.«
»Tatsächlich.« Mara drehte den Kopf lässig, um sich umzusehen, wobei sie sorgfältig darauf achtete, die Hände auf dem Tisch zu lassen. Die meisten Gäste der Cantina, die keine Schmuggler waren, hatten sich bereits stillschweigend abgesetzt oder in den hinteren Teil der Kneipe verzogen, um sich so gut wie möglich aus der Schusslinie zu halten. Beunruhigender war die Gruppe von etwa zwanzig Personen, Menschen und Nichtmenschen, die sich in einem Halbkreis hinter ihr aufgestellt hatten und alle ihre Waffen auf ihren Rücken richteten.
Von allen ging deutliches Misstrauen aus, stellte sie mit gewisser Bosheit fest. Ihr Ruf war ihr offenbar vorausgeeilt. »Sie schmeißen interessante Partys, Huxley«, sagte sie und wandte sich wieder dem Schmuggler zu. »Aber Sie denken doch sicher nicht wirklich, dass Sie mit einer Jedi fertigwerden können, oder?«
Huxley lächelte. Ein sehr böses Lächeln. Ein überraschend böses Lächeln, wenn man die Umstände bedachte. »Doch, genau das denke ich.« Er hob die Stimme. »Bats?«
Einen Augenblick war alles still.
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