So oder so ähnlich könnte man den Hauptplot des TOR-Romans "Eine unheilvolle Allianz" wohl am treffendsten bezeichnen.
Der erste Roman, der in der neuen Ära rund um das kommende Online-Spiel "The Old Republic" angesiedelt ist, wurde von Sean Williams geschrieben, zwar einem Veteranen der Star Wars-Romane, aufgrund seines grauenhaften TFU-Buches war Vorsicht geboten.
"TOR" ist weitaus besser als "TFU", doch irgendwie kam das Buch aus meiner Sicht nur selten über das Mittelmaß hinaus.
Liegt vielleicht auch daran, dass ich generell dieser neuen Ära namens "TOR" nicht viel abgewinnen kann. Zuviel Altbekanntes in beinahe unverschämt abgekupferter Form ist zu finden. Sternzerstörer, die denen aus den Filmen stark ähneln, einen Sith-Imperator (Imperator Palpatine läßt grüßen, wobei ich das Alter des Sith-Imperators am störendsten empfinde), Truppen, die den Klon- und Sturmtruppen zum verwechseln ähnlich sehen, ein "Dunkler Sith-Rat" (gabs auch schon in "Das goldene Zeitalter der Sith), usw. Die Liste läßt sich fortsetzen.
Klar, bei weit über 100 Romanen, noch mehr Co,mics, sachbüchern und TV-Serien wird sich im Star Wars-Universum Vieles zwangsläufig wiederholen. Hier aber finde ich wurde einfach zu offensichtlich und zu dreist aus allen Star Wars-Bereichen was zusammengeklaut.
Vorsicht, eventuelle Spoiler!
Williams Schreibstil war jetzt nicht schlecht, aber irgendwie wollte sich bei mir nie wirklich echte Spannung einstellen, lediglich bei der Enthüllung des Cinmzia-Klons war ich etwas überrascht. Dann starb sie jedoch wieder viel zu schnell, sodass ihr harakter eine fast unbedeutende Randfigur geblieben ist.
Aus Darth Chratis hätte man auch weitaus mehr machen können, er ist einfach der typische, bös dreinblickende Sith, ohne echte Charakterentwicklung. Er hatte, wie Satele Shan, zu wenig Auftritte, und blieb dementsprechend blaß und farblos. Sein Tod war weder überraschend, noch "spektakulär".
Satele Shan gefiel mir da besser, obwohl auch sie recht wenig Auftritte hatte.
Eldon Ax und Ula Vii wurden in den ersten 1-2 Szenen irgendwie völlig aders dargestellt, als sie es im Rest des Romans dann tatsächlich waren. Hat mich zunächst etwas verwirrrt, doch ihre Figuren waren dann recht glaubhaft gezeichnet.
Sehr gefallen haben mir Shigar und Larin, bin mal gespannt, ob man von den beiden noch mehr erfährt.
Heimlicher Star war für mich jet Nebula, der mysteriöse Schmuggler, der allen anderen etwas vormachen konnte.
Dao Stryver war der typische, arrogante Mandalorianer (als ob die nie aus ihren Niederlagen lernen), die "Enthüllung" im Epilog, Stryver sei weiblich, war aber völlig unnötig und nicht im Mindesten überraschend oder einfallsreich.
Die Hexen waren ehrlich gesagt nix Neues, mir kamen beinahe sofort die Replikatoren aus "Stargate" ins Gedächtnis gesprungen. Das sie eine galaxisweite Bedrohung repräsentierten, ist in den neueren Star Wars-Romanen ja schon fast Pflicht.
Lema Xandrets "Bewußtsein", oder was auch immer in dieser Flüssigkeit war, hielt ich ehrlich gesagt für ne ziemlich wirre Idee, zumal man kaum etwas darüber erfahren hat.
Die titelgebende "Allianz" wurde auch viel zu spät im Roman geschlossen, und währte auch nur wenige Stunden, sie war praktisch überflüssig und in Anbetracht des Titels etwas irreführend.
Etwas gestört hat mich der Begriff "Hutta", Nal Hutta ist der verbreitete Begriff für den Planeten, aber das war eh nur ne Kleinigkeit.
Über die Sith und die Republik, bzw. deren Situationen, hätte ich persönlich gerne etwas mehr gelesen. Aber vielleicht geht man darauf in den kommenden TOR-Romanen noch weiter drauf ein.
Als Star Wars-Buch für zwischendurch kann man "Eine unheilvolle Allianz" bedenkenlos empfehlen, so unterhaltsam wie bspw. "Dynasty of Evil" oder "Luke Skywalker and the Shadows of Mindor" war es aber leider fast nie.