Cato Neimodia. Seit der Ausrufung des Imperiums ist der einstige Sitz der Handelsföderation unter Baron Tarko zu einem Hauptumschlagplatz für den imperialen Sklavenhandel. Das ideale Ziel für einen weiteren Anschlag General Rahm Kotas. Doch der General handelt wieder einmal ohne Einverständnis des Oberkommandos der Rebellen-Allianz und während ihm Juno Eclipse mit ihrer Fregatte Salvation den Rücken frei hält, läuft alles schief und der General ist gefallen. Für ihre Insubordination den auf eigene Faust los gezogenen Kota unterstützt und dabei eine halbe Jägerstaffel verloren zu haben wir Juno ihres Kommandos enthoben, doch zugleich auf eine Mission von kritischer Wichtigkeit für die Rebellen geschickt. Um die Unterstützung der Mon Calamari und damit eine Reihe neuer MC 80 Schlachtkreuzer für die Allianz zu gewinnen, soll Juno sich nach Dac durchschlagen und dort mit einem Agenten des Hauses Organa und dem neuesten Rebellen-Zugang Captain Ackbar einen Aufstand gegen die imperiale Unterdrückung durch Grand Moff Tarkin und das ebenfalls dort stationierte 181. Tie-Jäger-Geschwader entfesseln.
Ein Jahr ist es nun her dass Galen Marek alias Starkiller für die von ihm mitgegründete Rebellen-Allianz gestorben ist. Doch auf Kamino wurde er nun 'wiedergeboren'. Doch Starkillers Klon leidet an einem in Darth Vaders Augen schweren Mangel, er kann sich nicht von den Erinnerungen des Originals trennen und so weigert er sich schlicht einen als Juno Eclipse ausstaffierten Proxy-Droiden niederzustrecken, auch wenn er weiß dass ihm das den Zorn seines Meisters und wohl auch den Tod einbringen wird. Zu stark sind diese Erinnerungen an seine tragische Liebe zu Juno, als dass er weiterhin ein williges Werkzeug Vaders sein könnte. Und so entfesselt Starkiller einmal mehr seine Macht, um Vaders eisernem Griff zu entkommen und Juno vor den düsteren Machtvisionen zu retten die ihn zu quälen beginnen...
Man sieht bereits, der Roman zu The Force Unleashed II unterscheidet sich schon allein darin von seinem umstrittenen Vorgänger dass er Starkillers love interest Juno Eclipse einen eigenen und sehr ausgeprägten Handlungsstrang spendiert hat. In diesem darf Sean Williams relativ frei zeigen dass er deutlich mehr kann als man ihm nach TFU I zugetraut hätte und es wohl am Skript Haden Blackmans liegt, das ihn kreativ und handwerklich so eingeengt hat. Doch Junos relativ gelungener Handlungsstrang geht auch zu Lasten der eigentlichen Romanadaption des Games, welcher nun sogar noch eine Spur zusammengestauchter wirkt, was umso weniger den nicht wirklich überzeugenden Hauptplot kaschieren kann, der nun nicht einmal noch entsprechend pompös inszeniert wird. Spätestens seit Williams The Old Republic-Roman Fatal Alliance weiß man, der Mann könnte anders, wenn man ihn nur lassen würde. Und daran dürften sich erneut die Geister scheiden, denn zwar ist der schwächliche Plot von Haden Blackman, doch es liegt an Sean Williams Drehbuchtreue dass er nicht einmal versucht da noch eine vernünftige Leistung herauszuholen. Also erleidet Williams einmal mehr mit einer TFU-Romanadaption Schiffbruch und wird wohl zum Opfer eines neuerlichen sehr massiven Bashings werden.
Was im Game wohl einfach durch Grafik, Soundtrack, Action (die Actionsequenzen im Buch sind ein krasses Beispiel dafür wie wenig die Adaption gelungen ist) und schlicht die Atmosphäre verdeckt wird, der Plot von The Force Unleashed II hat so seine Schwächen, zumindest in der Romanfassung. Denn wäre es eigentlich die Aufgabe dieser das ganze Konzept von wegen Klon oder nicht Klon, Jedi oder Sith, auszubauen, so beschränkt sich Sean Williams auf schlichtes Cutscenes-Vertexten um es mal so zu sagen. Das klärt natürlich überhaupt keine der großen Fragen und wiegt noch umso schwerer, weil man mit Junos Geschichte einen zweiten viel besser ausgebauten und durchdachten Handlungsstrang vorgesetzt bekommt. Natürlich wird es nun Stimmen geben die diese Blassheit von Starkillers Part auf Junos Erzählerperspektive zurückführen, doch diese sollten sich einmal den TFU II Comic zu Gemüte führen in dem wirklich jemand anderes als Starkiller (nämlich Boba Fett) der Erzähler ist und da findet diese "andere Perspektive" wirklich eine gelungene Umsetzung. Im Roman keine Spur davon. Junos Part macht einen nur neidisch darauf dass Starkillers so misslungen ist.
Als gelungen bezeichnen kann man bei all dem noch die Darstellung der sehr jungen Rebellen-Allianz und ihrer Nöte, was einzig und allein über Junos Part geschieht. Die junge Allianz befindet sicht knapp ein Jahr nach ihrer Gründung in einem Dilemma. Während der Zustrom an lokalen Widerstandszellen unter den Erwartungen geblieben ist mangelt es einem an Personal und Schiffen. Während der Personalmangel in raschen Beförderungen für die Überlebenden so mancher Gefechte gipfelt, muss man beim Aufbau der Flotte auf gekaperte imperiale Fregatten zurückgreifen. Zugleich tobt zwischen den eher militärisch gesinnten Gründungsmitgliedern Bel Iblis und Bail Organa ein Richtungsstreit mit der eher diplomatischen Mon Mothma, die nach Junos Perspektive eher einem politischen Aushängeschild entspricht, das aber über genügend reale Macht verfügt um Entscheidungen zu verkomplizieren. Abhilfe erhofft man sich von der Ernennung eines Oberkommandierenden, wobei die Wahl da auf Ackbar gefallen ist, mit dessen Ernennung man sich die Gunst des Mon Calamari-Widerstandes und Hilfe in Form von Kreuzern zu erringen hofft. Was übrigens ein etwaiges Retcon sehr schwierig machen dürfte ist dass mit Ackbars Engagement auf Dac die Erste Schlacht um Mon Calamari vorweggenommen wird. Diese lag in etwa ein Jahr vor der Schlacht um Yavin 4 und fand unter der Beteiligung eines sehr wohl bekannten 181. Tie-Jäger-Geschwaders statt das damals noch ein disziplinloser Haufen war und nicht jene Eliteeinheit die ein gewisser Soontir Fel aus ihr machen sollte. Fels Vorgänger als Kommandeuer der 181. Evir Derricote hat in TFU II ebenso einen Gastauftritt wie Grand Moff Tarkin.
Fazit:
Viel zu viel verschenktes Potential. Zwar ist Juno Eclipses Handlungsstrang sehr gut gelungen, doch hat man dafür wohl bei Starkillers gespart. Lustlos inszeniert und ohne auch nur einen Anflug von erzählerischer Vertiefung leidet dieser Part unter den gleichen gravierenden Mängeln wie schon das Buch zu TFU I. Nur dass man diesmal gleich vor Augen geführt bekommt wie viel besser eine Umsetzung hätte gelingen können.