Behält man die Übersetzungskonvention der Chronik bei, so müsste der deutsche Titel "Der Ultimative Atlas" heißen. Worauf will ich hinaus? Er ist ultimativ! Der Atlas ist eines der besten Star-Wars-Sachbücher, das in den letzten Jahren den Markt betreten hat!
Der Atlas selbst teilt sich hierbei in einen geographischen und historischen Teil. Für einen Atlas typisch hat man eine Unzahl von Karten zur Verfügung. Hervorragende und extrem detaillierte Karten. Wir bekommen Erklärungen, warum die Galaxis so aufgeteilt ist, wie sie ist. Warum gibt es Sektoren, wie groß sind sie? Es wird erklärt. Vom Tiefkern zum Äußeren Rand. Die Kolonisierung und Erforschung der Galaxis. Die Einteilung der Galaxis in die bekannten Regionen (Kern, Rand, Expansionsregion etc.), die Einführung der früher erwähnten Slice-Region. Wir erfahren, wo die Borderland Regions wirklich liegen, was die so genannten "Negs" sind und so weiter und so weiter. Ich könnte die unzähligen Details erwähnen und die liebevollen Verweise auf bekannte "Sachbuchautoren" und Abenteurer wie die Baobab-Familie, Corellia Antilles, Freia Kallea, Platte Okeefe und weitere, aber dann würde ich nicht fertig werden. Ich beschränke mich also, schweren Herzens, auf die größen Punkten:
Wie erwähnt teilt sich der Atlas in die beiden Inhalte Geographie und (geographische) Geschichte. Im historischen Abschnitt erfährt man leider keine oder kaum Neuigkeiten, aber ist das auf der Enge der Seiten auch nicht möglich. Alle Kriege und Konflikte von 25.000 VSY bis 137 NSY müssen dort immerhin Platz finden! Dafür bieten die Karten sehr interessante Details; etwa wie weit das Imperium durch Großadmiral Thrawn erweitert wurde, welche Verbündeten die Galaktische Allianz im Bürgerkrieg 40 NSY noch hatte und wie diese sich verteilten oder wo die Überreste der GA nach dem Sith-Imperialen Krieg noch Einfluss haben (neben dem Mon-Cal-Raum übrigens die Regionen um Sluis Van, Cerea, Ryloth und randwärts des Huttraums). Während also die Texte eine übersichtliche Zusammenfassung aller Konflikte bieten, schaffen die Karten einen Situationsüberblick. Das zum geschichtlichen Part.
Der geographische Teil ist wunderbar ausgiebig dargestellt. Als einem Schüler an der Baobab-Handelsakademie (der Prolog ist sogar ein Transkript einer Schulstunde) wird die Galaxis erklärt. Vom Kern bis zum Rand. Er erfährt alles über die Regionen, die Besiedelung, die politische Zugehörigkeit und sogar die Bevölkerungsdichte der Galaxis. Es gibt sogar Karten, die anzeigen, wie dicht und ab wann die Regionen der Galaxis besiedelt sind! Daneben haben wir ein kleineres Lexikon mit Informationen zu den wichtigsten Planeten der Galaxis, von Alderaan und Coruscant über Nagi und Naboo bis zu Hapes und Zonama Sekot. Nette Gimmicks wie die 20 Wunder der Galaxis (u.a. der Imperiale Palast auf Coruscant, Crevasse City auf Alderaan, die Weltraumstadt Nespis VIII) runden den Atlas ab.
Ein geradezu erschreckend dicht gepacktes Kompendium, das jedem Englischkundigen Einsicht die weit, weit entfernte Galaxis bietet. Das ist nämlich der Haken. Es ist auf Englisch. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es auf Deutsch erscheint, ist sehr, sehr gering. In etwa so gering, wie die Galaxis weit, weit entfernt ist. Da heißt es wohl, den Langenscheidt zücken, denn das Buch ist empfehlenswert und für sich schon ein Grund, eine neue Fremdsprache zu lernen.
Auch wenn ich mir sicher bin, Details vergessen, Punkte nicht angesprochen und Inhalte übersehen zu haben, schließe ich hier mit dem Kommentar. Ein Eindruck sollte vermittelt worden sein und: Ihr habt selbst noch genug zu erkunden. Denn immerhin ist ein Atlas dafür da, sich auf der Welt zurechtzufinden.
Auswirkung auf den Kanon
Inhaltlich werden keine Brüche begangen. Bislang habe ich lediglich einen kleinen Fehler entdeckt. Der erste corellianische Aufstand wird in einem Satz von 18 auf 16 NSY gelegt. Dies darf als Fehler gewertet werden. Der Kanon wird um unzählige Details erweitert, wie die 20 Wunder der Galaxis. Außerdem neue Planeten, alte Planeten im neuen Gewand, weitere Regionen, Sternenhaufen, Nebel und noch vieles mehr.
Daniel Wallace, früher der Assi von Kevin J. Anderson, hat mit diesem Werk bewiesen, dass er das Erbe der Anderson'schen Sachbuch-Romane antreten kann. Denn der Atlas liest sich sich spannend und ist kaum eine Minute langweilig ... natürlich für die, die sich mit dem Thema an sich anfreunden können. Aber das ist bei jedem Buch so. Man muss es lesen wollen.