Die Unzufriedenheit mit der Bürokratie des Senats nimmt weiter zu und nicht wenige Welten spielen mit dem Gedanken aus der Galaktischen Republik auszutreten. Demagogen wie Count Dooku heizen die Stimmung weiter an und auch diverse galaktische Großunternehmen wie die Handelsföderation und manche Gilden, deren Macht und Einflussbereich kleinen Imperien haben ihre Chance erkannt sich ein für allemal der Kontrolle durch den Senat zu entziehen, indem sie die Separatistenbewegung fördern.
So ist des die Handelsgildenpräsidentin Shu Mai, die einen hinterlistigen Plan entworfen hat, um die Republik weiter zu schwächen. Der scheinbar bedeutungslose Hinterwäldlerplanet Ansion ist für sich genommen nur ein kleines Rädchen in der galaktischen Politik, doch durch Allianzen und Bündnisse ist er Teil eines größeren Ganzen, sein Austritt aus der Republik könnte daher zahlreiche andere Welten dazu anstiften dem Beispiel Ansions zu folgen. Die Chance liegt in einer Volksabstimmung die auf Ansion angesetzt wurde, doch die Agenten der Separatisten werden empfindlich gestört als das Jedi-Team Luminara Unduli/Barriss Offee Verstärkung durch Obi-Wan Kenobi und seinen Padawan Anakin Skywalker erhält...
Spannende Zeiten? Die Klonkriegen schicken ein unheilvolles Wetterleuchen voraus, ein Sturm zieht auf, als sich dutzende Welten von der Republik los sagen wollen und mächtige halbstaatliche Unternehmen und ihre skrupellosen Köpfe alles tun, um die in einer schweren Krise steckende Republik zu zerschlagen. Noch ist Krieg kein Thema, aber die potentiell auch militärische Bedrohung wächst und Terroranschläge wie auf Senatorin Padme Amidala häufen sich. Grundsätzlich klingt das alles gut und ergäbe kombiniert mit der Geschichte von Anakin Skywalker, der noch eher weit von der dunklen Seite entfernt ist eine explosive Mischung, wenn man das weite Feld der 10 Jahre zwischen Episode I und II nicht hauptsächlich Jude Watson und den Jedi Quest Jugendbüchern überlassen hätte. Schon insgesamt existieren zur Zeit vor den Klonkriegen bis dato nur sehr wenige Werke und die meisten davon sind Jugendbücher, wobei auf der anderen Schiene von Dark Horse eine Unmenge an Comics vorliegt, die jedoch größtenteils im Umfeld vor oder kurz nach der Schlacht um Naboo angesiedelt sind. Somit bleibt die Vorgeschichte der Klonkriege ärgerlich farblos und nur zu leicht übersieht man das im Grunde auch zur klassischen Trilogie wenig vorliegt.
Autor Alan Dean Foster hat mit "Splinter of Minds Eye" schon einmal einen Lückenfüller zur Star Wars Saga verfasst, nämlich eine Story die zwischen Episode IV und V angesiedelt war. Mit "Approaching Storm" kehrt der bekannte Verfasser von Star Trek Büchern in die weit weit entfernte Galaxis zurück, wobei er den von ihm geschaffenen Yuzzem nur einen kurzen Gastauftritt als Wächter im Palast des örtlichen Gangsterbosses gönnt. Die Story selbst könnte fast Jedi Quest entnommen sein, sie ist simpel gestrickt, selten spannend und repräsentiert jene Probleme die sich schon aus Jude Watsons Erzählstil ergeben hätten, wäre man soweit gegangen ihr mehr als knapp über 120 Seiten pro Jugendbuch zuzugestehen. Zwei Jedi-Teams stürzen sich mitten ins Geschehen, in einer der politisch aufregendsten Zeiten des Star Wars Universums und doch zieht der übergeordnete galaktische Konflikt oft genug nur spurlos an den Protagonisten vorbei, einige "Erkenntnisszenen" in Dialogen zwischen den Jedi einmal ausgeschlossen. Doch man wollte den Leser zweifelsfrei nicht mit zuviel Star Wars-Politik ärgern und hat immer wieder effetkhascherische doch belanglose Spannungsszenen eingebaut, die sich plump zum besten wandeln. Im großen und ganzen ist "Approaching Storm" allerdings nichts weiter als ein Versuch den Rollin-Text von Episode 2 in eine Jedi Quest mit erheblich mehr Seiten zu packen.
Dabei hätte man aus der Story soviel mehr machen können, denn immerhin werden und das sollte für so manchen Star Wars Fan dann doch ein Kaufgrund sein, die Ziele der Separatisten erläutert und die Motive von Count Dookus Gefolgsleuten herausgearbeitet, was sonst der eigenen Fantasie bzw. Star Wars Enzyklopädien überlassen geblieben wäre. Es ist das wohl größte Problem des Star Wars Universums, das in Ein Sturm zieht auf zu Tage tritt, (der innere Kampf des George Lucas, wenn man so sagen will). Auf der einen Seite versucht man ein auch für die mittlerweile erwachsenen Fans ein aufregendes und anregendes Universum bieten, das dennoch leicht zu verstehen ist, während man auf der anderen Seite wieder versucht ist möglichst junge Leser nicht abzustoßen und frisches Blut in die Fangemeinschaft zu holen, indem man immer wieder betont auf "jungendfreies" setzt. Anstatt jedoch klar zu trennen und die verschiedenen Fan-Generationen mit jeweils eigenen Werken anzusprechen mischt man alles zusammen und was draus wird bleibt dem Talent und Eigensinn des jeweiligen Autors überlassen. Mitunter treibt das kuriose Blüten, in sinnentleerter und spannungsloser "Pro forma-Action" oder "politischen Alibi-Statements" mancher Helden. Kein Wunder, wenn der Kanon meist derart ausgebleicht ist, dass es anstatt verschiedener Schattierungen und Alternativen nur noch Hell und Dunkel erkennen kann, das Ergebnis ist ärgerlich und frustrierend, wenn schillernde Charaktere wie Count Dooku infolgedessen in der Bösewichte-Schublade verschwinden.
Fazit:
Kein besonders gutes Buch aus dem Star Wars Universum, dafür aber eines der wenigen, dass die Hintergründe der Separatistenbewegung beleuchtet.