Es gibt viele unbesungene Helden im Star Wars Universum und da ist es nur gerecht, dass sich endlich ein Buch dem berühmtesten Raumschiff des Universums annimmt. Wie nicht anders zu erwarten war erwies sich schon die Geburt - pardon: Endmontage - des bekanntermaßen kaprizösen Schiffes als schwierig. Genauso bockig und schwer verdaulich gestaltet sich auch dieses Buch und ist in diesem Sinne nur konsequent.
Nachdem ein bislang unbekanntes Gerät an Bord des Falken entdeckt wurde, begeben sich Han, Leia und Enkeltochter Alanna auf eine Reise rückwärts durch die Zeit zu den voherigen Besitzern des Schiffes. Zur gleichen Zeit erwacht ein ehemaliger Pilot des Falken aus einem jahrzehntelangen Koma und begibt sich auf die Suche nach dem Schiff, dass der Schlüssel zu einem sagenhaften Schatz sein soll. Während die eine Gruppe rückwärts, die andere vorwärts durch die Zeit reist, springt die Geschichte zwischen den beiden Gruppen hin und her, dazwischen werden die einzelnen Geschichten der jeweiligen Besitzer des Millennium Falken erzählt.
Diese kompliziere Erzählweise mit den ständigen Sprüngen vernichtet jeden möglichen Spannungsbogen der eventuell hätte aufkommen können. Der innere Zusammenhang zwischen den Handlungssträngen ist zum Teil völlig an den Haaren herbeigezogen und offensichtlich nur dazu da, die Geschichte irgendwie möglich werden zu lassen. Die am Ende vorgebrachte Auflösung ist vollkommen unglaubwürdig.
Interesant an diesem Buch sind die Geschichten der einzelnen Besitzer, die in sich abgeschlossen als kleine Essays eine nette Episodensammlung ergeben hätten. Diese sind es auch, die das Buch dann doch lesenswert machen und interesante Aspekte zum Star Wars Universum beitragen. Ein paar mehr Geschichten und der Verzicht auf eine unnötige Rahmenhandlung hätten dem Millenium Falcon zur Ehre gereicht. Zwar wird immer wieder Bezug auf das kapriziöse Eigenleben des Schiffes genommen, am Ende bleibt der Autor dem Leser allerdings eine Erläuterung dieses Charakterzuges des Falken schuldig. Es stehen halt doch wieder die allseits bekannten Helden im Vordergrund und nicht wirklich das Schiff.
Für wahre Star Wars Fans ist das Buch selbstverständlich ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Bibliothek , alle anderen können ruhig die Finger davon lassen.