Nach seiner erfolgreichen Flucht aus dem Sith-Tempel auf Coruscant und ernsthaften Schlag gegen Imperator Darth Krayt und seine Anhänger, befindet sich Cade einmal mehr auf der Flucht und sucht daher zunächst seinen ehemaligen Captain Rav auf. Doch der alte Pirat spielt ein doppeltes Spiel und Cade ist die meiste Zeit über nicht ganz unbeobachtet. In Rawks Nest, dem Versteck seines "Onkels" und Waffenbauers Bantha Rawk sucht Cade Zuflucht und man erfährt, dass Cade nicht unbedingt der letzte Skywalker in der Galaxis ist, genauso wie, dass der Jedi-Orden nicht völlig augelöscht wurde. Man hat aus den Klonkriegen gelernt und einen geheimen Tempel errichtet, an dessen Bau Rawk einst beteiligt war. Doch die Reise dorthin bringt unliebsame Gäste auf Cades Spur...
Hat man in Legacy IV erlebt wie der Keim einer neuen Rebellen-Allianz zu sprießen beginnt und eine Allianz aus dem ehemaligen Admiral der Galaktischen Allianz und den Loyalisten Roan Fels ihren Anfang nimmt, während Darth Krayt an den Mon Cal ein Exempel statuiert, das schlichtweg als Völkermord zu bezeichnen ist, bringt Legacy V einen anderen Aspekt der Handlung weiter voran, nämlich Cades eigenwilligen Weg und das Schicksal des Jedi-Ordens. "Der verborgene Tempel" lüftet allerdings auch das Geheimnis Jariah Syns und seines Hasses auf die Jedi und gibt in Andeutungen bereits einen Blick frei auf mögliche Entwicklungen. Als Cade erkannt hat, dass er nicht einfach vor dem Imperium davon laufen kann, verfällt er auf die Idee, Darth Krayt zu töten und sich somit seine Freiheit wiederverschaffen zu können.
Antares Draco und Prinzessin Sia gestehen sich ihre Liebe ein, doch Antares lässt bereits erkennen, dass seine unbedingte Loyalität gegenüber Roan Fel auch ohne Sias Liebe erste Brüche zeigt. Und der vermeintlich gute Imperator Fel lässt immer mehr seine Besessenheit von einer Rückkehr zur Macht erkennen, was Cades Vermutungen bestätigt, dass Fel alles tun würde, um den Thron zurückzuerobern. Die Implikationen von Fels Machtgelüsten werfen bereits dunkle Schatten voraus. Zugleich wird auch Cade immer dunkler und könnte mit seiner Aggressivität bereits als dunkler Jedi durchgehen, der weiter von seiner hellen Seite entfernt ist, als es Anakin Skywalker vor Palpatines Offenbarung war. Quasi als Alter Ego bemüht sich Shado Vao seinem Freund beizustehen und zurück auf den Weg der Jedi zu führen, auch wenn Cade diese Absichten völlig ignoriert und sein Erbe als Skywalker rundherum ablehnt.
Schließlich ist es Jariah Syns Erkenntnis die Cades endgültigen Wandel beeinflussen könnte, als dieser gezwungen ist, die Wahrheit über sein Jedi-Trauma einzusehen. Litt Legacy bis jetzt unter einem Mangel an Helden, könnten solche langsam entstehen, auch wenn die Jedi-Saubermänner klar in Unterzahl und erneut in dogmatischen Ansätzen verhaftet sind, wie am geheimen Jedi-Rat deutlich wird. In diesem sitzen nämlich gleich 2 Jedi-Meister, die einem noch aus der Zeit der Alten Republik bekannt sein dürften. Und der "neue" Rat ist genauso passiv wie der alte, wobei noch dazu kommt, dass die Jedi in alle Winder zerstreut und kaum zum Kampf gegen die Sith fähig sind. Cade hingegen hat gar nicht vor die Sith auszulöschen, sondern nur Krayt zu töten, der seiner Freiheit im Weg steht. Ob dann ein neuer noch stärkerer Lord die Macht an sich reißt oder der Orden in verschiedene Splittergruppen zerfällt, ist ihm egal.
Erstmalig trifft Cade nun auch auf den Machtgeist seines Vaters, der ihm zusammen mit Ahnherrn Luke ins Gewissen zu reden versucht. Doch der vermeintlich letzte Skywalker will einmal mehr nichts von seiner Verantwortung hören, auch wenn seine Vorfahren ihn eindringlich davor warnen, sich besser auf drohende Gefahren vorzubereiten, denn er wird diesen nicht entgehen können. Angesichts von Cades Hinwendung zur dunklen Seite ist es auch nicht unwahrscheinlich dass er noch Anakin begegnen wird, was auf eine interessante Erklärung hoffen lässt, warum dieser nicht der prophezeite Auserwählte war und ob diese Funktion tatsächlich an die Skywalker-Blutlinie gebunden ist.
Schlussendlich kann man sagen, dass Legacy eine neue Form von Star Wars darstellt und eine wirklich neue Ära erschaffen hat, die ein anderes Star Wars vermittelt. Manche haben in diesem Krieg der Sterne dazugelernt, wie die Jedi, die sich einen geheimen Tempel samt Jedi-Rat aufgebaut haben, doch ist das Universum ein gefährlicherer Ort als je zuvor. Die "Rebellen" sind ein wirklicher Haufen von Renegaten und Verbrechern, anstatt glorreicher Freiheitskämpfer, Fels Anhänger sind ihm so loyal ergeben, dass sie seine Absichten nicht mehr in Zweifel stellen, Krayts Sith sind blutrünstiger als Palpatine und Vader, der letzte Sykwalker lehnt sein Erbe ab und steht der dunklen Seite näher als Anakin, während die Jedi machtlos dem Lauf der Dinge folgen und Cade nicht zu bekehren vermögen. Und über all dem schwebt die Gefahr, dass am Ende alle Allianzen brechen und in einem Chaos, dass imperiale Ritter gegen Jedi und Cade gegen alle stellt, die Galaxis ins Chaos verfällt.
Fazit:
Mehr Zwischenspiel als Wendepunkt, aber voller Enthüllungen und Offenbarungen, die schlicht und einfach auf mehr hoffen lassen.