'Knight Errant' ist die neue Comicreihe aus der Feder von John Jackson Miller, der als Autor bereits die erfolgreiche, überaus spannende und leider nach 50 Heften viel zu früh beendete Star Wars-Comicserie 'Knights oft he Old Republic' erdachte. Während KotoR genau 3964 Jahre vor 'Eine neue Hoffnung' spielte, ist KE 1032 Jahre, also genau 1000 Jahre vor Episode I angesiedelt.
Zu diesem Zeitpunkt herrscht seit hunderten von Jahren Krieg zwischen Jedi und Sith, ganze Sektoren sind unter der Kontrolle der Sith, die Republik hat sich aus den äußeren Gebieten zurückgezogen und das Holonet zu großen Teilen abgeschaltet, kurz um, es ist eine dunkle Zeit für die Galaxis.
Unter Führung von Vannar Treece unternehmen mehrere Jedi Rettungsmissionen in die von den Sith kontrollierten Gebiete, um die Zivilbevölkerung vor den Grausamkeiten der Sith Lords zu retten, wenigstens einige von ihnen. KE beginnt mit der Ankunft dieser Jedi, darunter der ehemaligen Schülerin von Treece, Kerra Holt, der Hauptfigur dieser Reihe. Doch was sie auf Chelloa im Grumani-Sektor erwartet, übersteigt ihre schlimmsten Vorstellungen bei Weitem.'
So beginnt die neue Reihe von JJM, und im Gegensatz zu John Ostrander, der das mittelmäßige 'Legacy-War' heruabrachte, hat JJMs neue Reihe all das, was es braucht, um den Leser zu begeistern: Wir sind in einer Ära des erweiterten Universums, die praktisch noch völlig unberührt ist, sodass der Autor sehr viele Freiheiten hat. Sämtliche Figuren sind dem Leser unbekannt, was auch deren endgültiges Schicksal betrifft, welches im Gegensatz zu einem Cade Skywalker auch den Tod bedeuten kann.
Kerra ist eine junge, unerfahrene aber sympathische Figur, die im Laufe dieses ersten Bandes erfahren muss, dass es nicht einfach genügt, einen Sith Lord zu töten, um anderen zu helfen.
Überhaupt sind die Sith Lords sehr verscheiden: Wir treffen in diesem band lediglich 2, die Sith-Brüder Daiman und Odion, doch bereits im Roman zu KE erfahren wir von vielen mehr im Grumani-Sektor. Während Daiman also glaubt, er sei das einzige echte existierende Wesen, und alles um ihn herum wäre ein Produkt seines Geistes, glaubt Odion einzig und allein an den Tod und die Zerstörung: Er sieht sich selbst als Todesengel, der soviel Leben wie nur irgendwie möglich auslöschen will.
Beide Sith Lords haben sehr unterschiedliche Ansichten über das Dasein als Sith und haben natürlich auch ganz verschiedene Charakter, doch beide sind als Gegner brandgefährlich, was Kerra selbst erlebt.
Verbündete hat Kerra herzlich Wenige, doch es gibt sie noch, selbst in solch dunklen und finsteren Zeiten. Die Story ist nie langweilig, eher schon etwas zu viel für die 5 Ausgaben, da es von Chelloa zu Odions waffenstarrender Raumstation und wieder zurück nach Chelloa sehr schnell geht.
Lichtschwertduelle, Armeen, die aufeinander prallen, Superwaffen ala Todessterne sowie bis ins Mark bösartige Sith und aufrechte Jedi-Ritter, dieser Band biete all das, und noch viel mehr!
Die Zeichnungen von Federico Dallocchio und Ivan Rodriguez sind zwar nicht ganz so gut wie die von Jan Duursema, aber schon sehr nahe dran und fast immer gelungen. Lediglich ein oder zwei Panels mit Daiman wirken etwas verzerrt, ansonsten aber sind die Zeichnungen wirklich gut. Lediglich die Cover der einzelnen US-Ausgaben von Joe Quinones sind qualitativ sehr durchschnittlich.
Wer also genug vom x-ten Krieg nach Endor oder plump abgekupferten Figuren und Raumschiffen der Filme (wie bei TOR der Fall ist) hat, dem kann man bedenkenlos 'Knight Errant: In Flammen' sowei den ' derzeit leider nur auf Englisch zu erwerbenden ' 'Knight Errant'-Roman empfehlen, es lohn sich auf jeden Fall!