In einer ganzen Reihe von Rezensionen wird Alan Dean Fosters Buch "Skywalkers Rückkehr" unfairerweise unter anderem vorgeworfen, es passe nicht in die Star Wars-Geschichte und sei daher ein sehr schlechtes Buch. Im folgenden möchte ich auf ein paar Dinge hinweisen, welche dem unwissenden Leser das Verständnis und damit auch die Betrachtung und Bewertung des Buches vielleicht etwas einfacher machen.
"Skywalkers Rückkehr" ("Splinter of the mind's eye") ist sicherlich keines der besten Star Wars-Bücher, was nicht zuletzt auf die Probleme bei der Geschichtlichen Einordnung zurückgeht, gerade aus der Sicht heutiger Leser. Zeitlich angesiedelt ist es nach "Star Wars - Episode 4: Eine neue Hoffnung" (und nicht, wie manche fälschlicherweise schreiben, zwischen den Episoden 5 und 6).
"Skywalkers Rückkehr" ist jedoch nicht irgendein Star Wars-Buch, sondern ein ganz besonderes: Es handelt sich hierbei um das ALLERERSTE Star Wars Buch des "Expanded Universe", also das erste Buch, daß nicht auf einem der Filme basiert, sondern eine neue Geschichte in einer neuen Welt mit neuen Figuren erzählt. Gerade dies ist jedoch auch der Grund für die zahlreichen Probleme, welche sich heute bei der Einordnung in das "Expanded Universe" ergeben.
Zur Entstehungsgeschichte:
Alan Dean Foster wurde seinerzeit von George Lucas als 'Ghost Writer' für die Romanversion von 'Star Wars (Episode 4)' verflichtet (weshalb bis heute George Lucas als Autor angegeben wird). Jedoch sah sein Vertrag noch ein weiteres Buch vor, welches als Grundlage für eine 'Low Budget'-Fortsetzung dienen sollte, falls der erste Star Wars-Film kein großer Erfolg werden sollte. Lucas machte Foster dabei die Bedingung, daß die Geschichte leicht (sprich billig) verfilmbar sein sollte und möglichst viele Sets (mit leichten Änderungen) und Requisiten des ersten Films wiederverwendbar sein sollten. So hatte Foster z.B. ursprünglich vorgesehen, daß Luke und Leia infolge einer Luftschlacht auf dem Planeten abstürzen sollten. Da dies aber weitere Kosten verursacht hätte, verlangte George Lucas von Foster jedoch diesen Teil zu ändern. (Im Buch müssen Luke und Leia deswegen aufgrund technischer Probleme auf dem Planeten notlanden.)
"Skywalkers Rückkehr" ("Splinter of the mind's eye") wurde 1978, also kurz nach "Krieg der Sterne" (1977) und damit ganze zwei Jahre vor "Das Imperium schlägt zurück" (1980) mit dem Segen von George Lucas, welcher das Skript druchgesehen und seine Wünsche hatte einfließen lassen (s.o.), veröffentlicht.
"Star Wars" wurde jedoch bekanntlich ein Riesenerfolg; George Lucas konnte seine Saga in ganz anderem Maßstab, und damit auch einer geänderten Geschichte fortsetzen, und "Skywalkers Rückkehr" geriet in Vergessenheit.
Als dann 1987 mit dem "Star Wars Roleplaying Game" von West End Games langsam der eigentliche Aufbau des "Expanded Universe" begann und Anfang der 1990er mit Timothy Zahns Thrawn-Buchtrilogie sowie den Sequel-Comics von 'Dark Horse' dann richtig losgetreten wurde, wurde auf Fosters frühes Werk verständlicherweise von den neuen Autoren keinerlei Rücksicht mehr genommen, hatten doch schon die beiden Film-Sequels (Episode 5 & 6) dem Buch in vielerlei Hinsicht widersprochen.
Über die Qualität der Geschichte von "Skywalkers Rückkehr" läßt sich sicherlich ebenso gut streiten wie über Alan Dean Fosters Schreibstil. Jedoch sollte man stets im Auge behalten, daß es sich um keine Geschichte handelt, welches sich in das Star Wars-Universum, wie wir es heute kennen, ohne Probleme einordnen läßt. "Skywalkers Rückkehr" sollte vielmehr unter dem Vorsatz betrachtet werden: "Was, wäre wenn...".
Was wäre wenn "Krieg der Sterne" 1977 gefloppt wäre? Was wäre wenn Geroge Lucas seine Saga nicht in der Form hätte weitererzählen können, wie er es getan hat? "Skywalkers Rückkehr" gibt genau darauf Antworten, und ist allein darum, wenn auch nicht ein umwerfend gutes, für Hardcore-Star Wars-Fans aber zumindest ein sehr interessantes Buch:
Das Sequel, das nicht hat sollen sein.