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4.0 von 5 Sternen
Der Kreis schließt sich, 7. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Star Wars: Shatterpoint (Gebundene Ausgabe)
Seit Traitor, der 13. Band der New-Jedi-Order, den Krieg der Sterne auf neue literarische Höhen katapultierte, ist Matthew Stover der meistverehrte und meistgehaßte Autor der weit, weit entfernten Galaxis. Die einen finden ihn zu radikal, die anderen nicht radikal genug. Die einen wünschen sich die unkaputtbaren, unantastbaren Helden zurück - die es in den Filmen nie gab und die mit den Romanen überhaupt erst erfunden wurden - die anderen sehnen sich - nach jahrelangen Wiederholungen und dem ewig gleichen Trott verlustloser Siege über übermächtige Gegner - nach dem Einzug des totalen Realismus, der gleichermaßen die Seelen der Figuren, wie ihre Körper verbrennen und entstellen soll.
Mit Shatterpoint geht der Autor - der in mancher Hinsicht mehr für diese Auseinanderentwicklung getan hat, als seine Vorgänger Michael Stackpole (I, Jedi), James Luceno (Cloak of Deception) oder R. A. Salvatore (Vector Prime) - nun also in die zweite Runde seines Kreuzzugs für die Reinigung der Büchergalaxis. Zu seinem Thema ist hier schon viel gesagt worden, kurz zusammenfassen läßt es sich mit "Suchaktion in Sternenkriegs-Vietnam mit Lichtschwertern". Das Napalm hat neue Namen, der Grundkonflikt eine neue ideologische Problematik, die Zielperson ist kein Marineinfanterist sondern eine Jedi, aber im Grunde genommen ist das Elend das gleiche geblieben: Verstümmelungen durch Guerillieros stehen Massaker durch hochtechnisierte reguläre Einheiten gegenüber. Ebensowenig neu wie diese Situation, sind die Gedanken und Gefühle, die sich Jedi-Ratsherr Mace Windu über den Konflikt macht. Neu aber sind die direkten Folgen, die nur ein Jedi - direkt aus der Macht gestärkt, ihrem Willen und Schicksal direkt unterworfen - bildlich erleben kann. Und während Normalsterbliche in einem Krieg wie diesem, der keine Sieger, sondern nur Überlebende kennt, entweder verrücktwerden oder abstummpfen würden, kämpft Mace Windu mit jedem Massaker, jedem Kampf, jeder Begegnung mit der ureigenen, unerschütterlichen und nie greifbaren Natur des Dschungels nicht nur gegen Wahnsinn und physische Aufgabe, sondern gegen die Dunkle Seite der Macht, die er vor seiner Mission für so kontrollierbar hielt, daß er sie sogar zum Elementarbestandteil seiner Kampftechnik machte.
So führt der Autor seine Leser über verschlungene Dschungelpfade und durch kompromißlos geführte Gefechte seitenlang tief hinein in das, was er als das Grundproblem der Jedi schon in Traitor beschrieben hat: in den Widerspruch zwischen der personifizierten Lebenskraft "Macht" als Energiequelle der Jedi und der Rolle eines Jedi im Krieg als Soldat und "potentieller Mörder".
In Traitor verbreitete Stover das Idealbild eines Jedi als Gärtner, der Unkraut vernichtet, um Nutzpflanzen zu erhalten. Shatterpoint wiederholt das Bild und erklärt den Jedi zum Kämpfer für Gerechtigkeit als Schöpfungsmacht der Zivilisation, die wiederum Basis für den vielbeschworenen Friedensleitsatz der Jedi ist.
In Vietnam also doch nichts Neues? Nun, wie man es nimmt. Wer die New-Jedi-Order-Reihe und damit Traitor gelesen hat, wird genug über galaktische Kriege und ihre Schrecken mitbekommen haben, daß es für die nächsten Dekaden reicht. Wer diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, ist mit Shatterpoint recht gut bedient und hat hierbei den Vorteil, nicht erst 40 Romane lesen zu müssen, um alle Anspielungen zu verstehen, die der Autor in seine Nebensätze eingestreut hat.
Also, Shatterpoint ohne Traitor, ja. Aber Traitor ohne Shatterpoint auf keinen Fall.
Denn was Stover getan hat, ist was andere Autoren vor ihm nie wirklich erreicht haben. Dank Stover haben die Jedi der Klonkriege nun die gleichen Probleme durchgemacht, die die Jedi der New-Jedi-Order-Ära noch bewältigen müssen. Damit ist der direkte Vergleich möglich geworden, der einerseits die beiden Epochen verbindet und Kontinuität aufzeigt und andererseits ihre fundamentalen Gegensätze herausarbeitet: sind die Jedi der Klonkriege bewährte Friedenswächter, deren Rollenverständnis auf einer jahrtausendealten Tradition fußt, wissen die Jedi des Yuuzhan-Vong-Kriegs mit sich selbst noch recht wenig anzufangen und haben noch nicht einmal ihre Vorkriegsrolle verstanden, als sie sich unerwartet ihrer Position im Krieg bewußtwerden müssen.
Und das Fazit? Eingeschränkt lesenswert. Wer die Jedi in Erinnerung behalten will, wie sie zu ihren Hochzeiten waren, sollte dieses Buch, wie alle Romane über die Klonkriege, besser im Regal lassen. Wer hingegen "Realismus" - sofern in einer fiktionalen Welt möglich - sucht und kein Problem damit hat, seine Existenz in Zweifel zu ziehen, ist mit Shatterpoint gut bedient.
Natürlich mit der englischen Fassung, die deutsche ist - wen wundert's? - das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurde.
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5.0 von 5 Sternen
Der Schrecken des Krieges lässt auch einen Jedi nicht kalt, 5. April 2005
Es handelt sich hierbei um einen weiteren Klonkriegsroman. Diesmal stammt er aus der Feder von Matthew Stover, der auch die Romanvorlage zur finalen Episode III schreibt.
Zum Inhalt:
Die lebende Jedi-Legende Mace Windu (im Film gespielt von Samuel L. Jackson) verschlägt es im Rahmen der nun schon 6 Monate wütenden Klonkriege auf den entlegenen Dschungel-Planeten Haruun Kal. Der Grund für diesen Einsatz ist nicht etwa der seit Jahren dort tobende Bürgerkrieg, sondern der ungeklärte Verbleib seiner ehemaligen Musterschülerin Depa Billaba. Ihr Auftrag lautete, mit Hilfe der unterdrückten Ethnie in Guerilla-Taktik die Machthaber zu bekämpfen, da diese mit den Feinden der Republik, den Separatisten kooperieren. Das einzige was Mace diesbezüglich besitzt ist eine Videoaufnahme, die ein grausames Massaker an Zivilisten zeigt, dazu mit einer von ihr besprochenen und äußerst beunruhigenden Tonspur unterlegt. Aus diesem Grunde macht sich der Held nun allein auf den Weg, um seine Ex-Schülerin (zu der er vaterähnliche Gefühle hegt) zu finden und wieder ins Zentrum der Galaxie und Republik zurückzubringen. Er erlebt Identitätskrisen und alles entwickelt sich zu einem unerwarteten Fiasko für alle Beteiligten wo es keine Sieger gibt, sondern nur das Überleben zählt.
Zur Kritik:
Zwar liegt eine personale Erzählsituation in der 3. Person vor, jedoch werden regelmäßig Tagebucheinträge (also Ich-Erzähler Mace) eingestreut, was stilistisch und inhaltlich äußerst positiv auffällt. Diese Reflexionen sind das Highlight des Buches, denn es hat sich nämlich ganz bewusst von Apocalypse Now inspirieren lassen. Der Leser fühlt in dieser grausamen Zeit des Krieges mit; auf diesem Planeten herrscht Brutalität, Hoffnungslosigkeit, Stillstand und man ist von allen Errungenschaft des zivilisierten Zusammenlebens so weit entfernt wie es nur geht. Dieses Buch zeigt, was passiert wenn Hüter des Friedens gezwungen werden Kriege zu führen und Gewalt einzusetzen. Es kommt zwangsläufig zu Dilemmata; die Beschreibung des dunklen und trügerischen Dschungels erinnern perfekt an die eigene Vorstellung vom Horror im vietnamesischen Regenwald.
Wir erleben das Unglück aus dem Blickwinkel eines intellektuellen Pazifisten mit tiefgehenden Reflexionen, der aufgrund der Umstände zum Dienst als General gezwungen wird. Er selbst kann kaum dem allgegenwärtigen Schrecken Paroli bieten, droht selbst wahnsinnig zu werden...
Der einzige Schwachpunkt des Buches ist die Beschreibung von Kampfhandlungen mit zahlreichen Akteuren, da sie nicht sonderlich packend gestaltet sind. Es fehlt in diesen Momenten einfach an der sonst so gelungenen Identifikation.
Wieder mal wird eine Facette auf hohem Niveau in der realistischen Darstellung einer vom Krieg erschütterten Republik, die eigentlich für Zivilisation und Frieden steht, hinzugefügt. Außerdem ist zum wiederholten Male die engl. Taschenbuch-Ausgabe strengstens zu empfehlen, denn neben dem besseren Preis als bei der deutschen Version gibt es sogar noch ne solide Kurzgeschichte mit dazu!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein geniales Buch!, 11. Juli 2003
Von Ein Kunde
Es geht direkt los. Der mächtige Jedi Meister Mace Windu kehrt zurück zu seinem Geburtsort, dem Planeten Haruun Kal. Dort macht er eine erschütternde Entdeckung: Es existiert eine Verbindung zwischen einem blutigen Massaker und einem ehemaligen Padawan. Wie konnte das nur geschehen? Nichts ist mehr wie es scheint, ihn inbegriffen.
Der Autor erzählt eine packende wie glaubwürdige Geschichte. Er vermittelt einen gefühlvollen Einblick was es heißt, in einer Zeit des aufkommenden Emperiums Jedi zu sein. Denn die angesehene Lehre der Jedi scheint in einer Welt außerhalb des Jedi-Tempels nutzlos zu sein, wie Mace Windu persönlich erfahren und verarbeiten muss.
Die Charaktere sind lebhaft, humorvoll und lassen die angesichts der Situation notwendige Ernsthaftigkeit nicht missen. Dies hebt das Buch von anderen Star Wars Büchern ab, denn Shatterpoint beschränkt sich nicht nur auf die Dunkle Seite der Macht, es spiegelt auch die dunkle Seite der menschlichen Psyche wider. Ein Buch nicht nur für Jugendliche, sondern auch für die älteren Semester unter uns.
Insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch, das man nur empfehlen kann - für Fans sowieso ein Muss!
Auf den Punkt gebracht: Ein wahrer Page-Turner, der Verlangen nach mehr weckt.
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