Seit Dino-Panini begonnen hat die Jedi-Padawan-Bücher in Sammelbänden neu aufzulegen und das mittlerweile auch mit so ziemlich allen anderen Star Wars Büchern, die im Verlag erschienen sind, angestellt hat, war es vorraussehbar, dass auch die beiden Specials Geheimnis und Vermächtnis der Jedi-Ritter darunter sein würden. Diese beiden stellen eine einzigartige Abwandlung von Jude Watsons Idee der Jedi-Padawan-Bände 19 und 20 dar, wo sie eine Handlung mit den Charakteren von Jedi Padawan begann und sie in Jedi Quest beendete. Vermächtnis der Jedi geht dabei noch einen Schritt weiter und bringt ganze 4 Generationen ein, wo man sogar Count Dooku und Qui-Gon Jinn als Jedi-Padawane erleben darf. In Geheimnis der Jedi-Ritter hingegen hat man das Konzept hingegen wieder auf die Teams Qui-Gon/Obi-Wan und Obi-Wan/Anakin reduziert.
Soweit so gut, das Vermächtnis der Jedi-Ritter beginnt Jahrzehnte vor der Geburt Anakin Skywalkers, als Count Dooku und sein Freund Lorian Nod noch Jedi-Schüler unter Meister Yoda waren. Beide haben außergewöhnliche Wege vor sich, doch es ist eine Entscheidung des jungen Dooku, die ihren weiteren Lebensweg sehr zum Missfallen Lorians entscheiden wird, der seinen ehemaligen Freund und dessen Schüler Qui-Gon Jinn erst Jahre später wieder gegenüberstehen wird. Doch auch das wird nicht Lorians letzte Begegnung mit den Jedi gesehen sein...
Das Geheimnis der Jedi-Ritter ist ihr Verhältnis zur Liebe, deren Bewältigung den Erfolg einer laufenden Mission gefährden könnte. Während Qui-Gon um die verstorbene Tahl trauert, verliebt sich Obi-Wan in Kameradin Siri und gleichzeitig sollen sie einen jungen Codeknacker vor sinistren Kräften retten. Jahre später ist der Junge von damals erfolgreicher Firmenchef und gerät zwischen die Fronten der Klonkriege, in denen ein Hals über Kopf verliebter Anakin Skywalker fürchtet seine geheime Liebe Senatorin Padme Amidala zu verlieren...
Zwei sehr unterschiedliche Geschichten, auf mehreren Handlungsebenen, mit jeweils einem bestimmten Thema. Bei der Begeisterung für die Plotbeschreibungen könnte man fast vergessen, wer die Autorin ist, doch dann holt sie einen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Beide Geschichten und Bücher sind vom gleichen einfachen Stil geprägt, der schon Jedi Quest und Jedi Padawan, sowie Der letzte Jedi ziemlich blaß aussehen ließ. Geschickte Charakterzeichnung, tiefe Story oder ausgeklügelter Handlungsaufbau mit gewisser Spannung, fehlen einfach, selbst Action kommt oft zu kurz und dank der zielgruppenorientierten Übersetzung (für welche Jugendliche das "Jugendbuch" gedacht sein soll, ist wirklich fraglich) ist das Resultat fast peinlich. Dazu kommt die bedeutende Kürze der jeweiligen Abschnitte, die nicht sehr gut ausbalanciert wirken und erheblich kürzer sind, als es die Seitenzahl andeutet, da die Schrift ähnlich wie in Großdruck-Werken gewählt scheint. Wäre da der junge Count Dooku in Vermächtnis der Jedi-Ritter nicht, könnte man diesen Sammelband rücksichtslos als selbst für Fans nicht empfehlbar deklarieren. So aber gibt es zumindest einen schwachen Grund, der dann doch noch für das Buch spricht. Aber das war's dann auch schon mit dem gute Kern, woran auch die wohl zu Promotionszwecken für Der letzte Jedi entstandene Bonus-Kurzgeschichte über Obi-Wan im Exil auf Tatooine nichts ändern kann. In "Der letzte Meister" sinniert er über Anakins unrühmliches Ende und eine ungewisse Zukunft, wird jedoch von einem Raubzug der Tusken gezwungen einzugreifen, damit sich die Feuchtfarmer nicht wie schon zu Cliegg Lars Zeiten in eine verhängnisvolle Vendetta verstricken.
Fazit:
Platt wie alle Jude Watson-Bücher, weitgehend spannungslos, doch zumindest in Vermächtnis der Jedi-Ritter gibt es dank des jungen Count Dooku zumindest einige wenige Lichtblicke, also bestenfalls nur etwas für Fans.