17 Jahre nach der Schlacht um Yavin geht die aktuelle Bedrohung für die neue Republik nicht mehr länger von versprengten Resten des Imperiums aus, dafür aber einem drohenden inneren Konflikt, zwischen den ehemaligen Rebellen und jenen die einst mit dem Imperium kollaboriert haben. Erstmals wird geschildert mit welchen Problemen die neue Republik zu ringen hatte, die zwar von der Rebellenallianz ausgerufen wurde, aber damit noch längst nicht frei von inneren Spannungen war, denn wie man sieht waren nicht alle Bürger der neuen Republik von den Idealen der Allianz überzeugt.
Als ehemalige Imperiale in den Senat gewählt werden, ist die Staatschefin Leia Organa-Solo in hohen Maße beunruhigt und misstraut den neuen Senatoren, die auch gewisse Vorbehalte ihr gegenüber, als Rebellin der ersten Stunde hegen. Doch noch ein Grund zur Beunruhigung kommt hinzu als sie und Luke plötzlich den Tod von Millionen Lebewesen spüren. In dieser angespannten Situation, wo Han Solo anderenorts erfährt dass einige seiner alten Schmugglerkameraden spurlos verschwunden sind, explodiert eine Bombe, jedoch nicht im übertragenen Sinn. Eine versteckte Bombe ist in der großen Senatshalle der Republik explodiert und viele Senatoren wurden in den Tod gerissen. Schwer verletzt wird auch Leia in ein Krankenhaus eingeliefert, doch sie hat sich bereits festgelegt, wer für den Anschlag verantwortlich ist - die imperialen Senatoren.
Nach einem Besuch an Leias Krankenbett, spürt Luke am Ort des Geschehens eine vertraute Präsenz in der Macht. Sein ehemaliger Schüler Brakiss scheint in die Geschehnisse verwickelt zu sein. Kurzerhand macht er sich auf die Suche nach ihm, ohne zu wissen dass dieser mit einem anderen Ex-Jedi-Schüler zusammenarbeitet, der sich der dunklen Seite verschrieben hat und die Macht auf seinem Heimatplaneten Almania errungen hat. Doch seine Ambitionen reichen weiter, denn er will Luke töten und die Galaxis unter seine Kontrolle bringen...
Was zu dem Zeitpunkt als "The New Rebellion" erschienen ist, noch eine relativ neuartige Idee gewesen sein dürfte und durch den Konflikt zwischen einstigen Rebellen und ehemaligen Imperialen die nötige Tiefe erhalten hat, ist heute nur noch eines der vielen Beispiele dafür wie oft im Expanded Universe (EU) Themen wiederholt werden, wo alle Jahre ein neuer dunkler Jedi und Ex-Schüler wie Desaan aus Jedi Knight 2 nach der Macht in der Galaxis greift und Luke Skywalker zu töten versucht. Mal mit Hilfe des Imperiums, mal mit Söldnern, Piraten, Schmugglern oder Sonstigen. Manche Fans sprechen dann gerne vom grauenvollen "Bantam-Einheitsbrei", weil Bantam ja der Verlag war bei dem die englischsprachigen Originalausgaben erschienen sind und das Erweiterte Universum mit seinen Publikationen regelrecht ruiniert haben soll. Die deutschen Ausgaben des Heyne-Verlags sind heutzutage aber leider beinahe vollständig vergriffen.
"The new Rebellion" behandelt unter anderem genau das, den Rachefeldzug eines von vielen dunklen Jedi, der sich an seinem Meister rächen und die Galaxis beherrschen will (dem künftigen Großmeister des Jedi-Ordens Luke Skywalker dabei jedoch fast schon überlegen ist) und das von einem Planeten aus der beinahe völlig unbekannt und folglich für die intergalaktischen Politiker auf Coruscant lange Zeit auch völlig unwichtig war. Zumindest in dieser Hinsicht ist das Buch nicht wirklich innovativ, wobei die 538 Seiten es auch nicht leicht machen einfach so mal die Stellen die man schon zu Hauf aus anderen Büchern kennt zu überlesen. Doch das ist auch nicht so ganz das Hauptthema von The new Rebellion. Davon handelt die Geschichte nämlich eigentlich, einer neuen Rebellion innerhalb der Republik, die aus ehemaligen Bürokraten und Bürgern des imperialen Regimes besteht, die sich bis zur Gründung der neuen Republik nicht gegen das Imperium erhoben haben.
Spannend ist Rebellion der Verlorenen ja, doch leider wirken sich die Ähnlichkeiten zu anderen Storys aus dem EU zu stark auf den Gesamteindruck aus, als dass man behaupten könnte die Geschichte wäre nicht Teil des EU-Einheitsbreis. Auch wenn die innenpolitischen Spannungen einigermaßen interessant sind, ebenso wie die Bezüge auf das zerstörte Imperium und den Aufstieg Palpatines, so ist einiges davon spätestens seit Episode III nicht mehr ganz schlüssig.
Fazit:
Eine leider etwas veraltete Geschichte aus dem klassischen Expanded Universe, die ein etwas anderes Licht auf die Gründung der neuen Republik wirft.