Nach seiner Enttarnung und Flucht hat X-7 sich auch noch geweigert zum Commander zurückzukehren und die Reprogrammierung über sich ergehen zu lassen, doch seine Mission ist ihm wichtiger als die Rückbeorderung, auch wenn das heißt einen Befehl zu missachten. Auf einer abgelegenen Welt will X-7 nun einige der besten Piloten der Galaxis rekrutieren, um Luke dort anzugreifen wo ihn die Rebellen nicht schützen können und er auf sich allein gestellt ist, im Raumkampf. Doch die zusammengewürfelte Söldnertruppe die X-7 zunächst noch einem tödlichen Test ihrer Fähigkeiten unterzogen hat und nun unter der Führung des Fliegerasses Div steht, muss sich neben Luke Skywalker auch mit der wieder aufgebauten Red Squadron und Lukes Freunden Han Solo und Chewbacca messen. Denn die Rebellen haben auf Kamino eine geheime Forschungsbasis entdeckt, in der angeblich eine neue Superwaffe entwickelt wird. Luke und sein Team sollen diese aufspüren und ausschalten, unterstützt von Han und Chewie, die beide aufgrund der Schäden am Falcon ohnehin auf Yavin 4 festsitzen würden...
Schien sich durch Renegade der Stil von Rebel Force endlich herauszukristallisieren, wird diese Entwicklung nun teils zurückgenommen. Erinnerungsrückblenden und herumspukende Machtgeister, ja selbst Fess Ilee sucht man zumindest vergebens, selbst X-7s Rolle ist auf die einführende Auftragsvergabe beschränkt. Stattdessen betritt mit Div ein weiterer Last of the Jedi-Kennern sicher bekannter Charakter die Bühne und verstärkt die Bindung an Jude Watsons Jugendbuchreihen. Nicht auszuschließen dass hinter X-7 zudem ein weiterer von Watsons Charakteren steckt und in einem der nächsten Bände durchaus wieder Flashbacks eine Rolle spielen werden, wenn X-7s Identität enthüllt wird und sich Lunes Hintergrundgeschichte offenbart. Was in der Vorschau auf Trapped durchaus Sinn ergibt, denn Divs und X-7s nächstes Aufeinandertreffen scheint unter keinem guten Stern zu stehen und auf eine gemeinsame Vergangenheit oder anderweitige Probleme mit der Bewältigung dieser hinzuweisen.
Firefight scheint stilistisch jedenfalls die Ausnahme aus der Regel sein, denn die Geschichte ist erheblich eigenständiger als Band 1-3, obwohl sie an Renegade anknüpft. Da X-7 jedoch weitgehend in den Hintergrund tritt und selbst Fess und Obi-Wans Geist die Finger aus dem Spiel lassen, kann Firefight sich deutlich unabhängiger entwickeln und sogar Leia in die zweite Reihe verbannen, indem sie auf eine eigene Mission geschickt wird. Das Ergebnis lässt natürlich so manche Fragen offen und schürrt die Erwartungen auf den nächsten Band, der vielversprechend die fehlenden Enthüllungen in Aussicht stellt.
Wie schon im Fall von Fess Ilee alias Ferus Olin steht nun auch Lune Divinian wieder im Rampenlicht einer Jugendbuchreihe und ist fast 20 Jahre älter genau wie Ferus einfach nicht mehr derselbe. Das Imperium und der Bürgerkrieg haben die Menschen eindrücklich verändert, was auch an der Darstellung Alex Wheelers liegen mag, die erheblich subtiler bei der Charakterisierung vorgeht als Jude Watson, die in Last of the Jedi deutlich mehr mit Ferus Olin hätte anstellen können. Ferus ist zum ungeliebten übergewichtigen Schwätzer geworden, der nun als stiller Wächter im Sinne Obi-Wans fungiert. Lune hingegen, der in Last of the Jedi die große Hoffnung auf eine Rückkehr der Jedi war ist zum Söldner geworden, der zwar direkte Verbindungen mit Imperium, Hutts und Black Sun meidet, aber sich nicht auf die Seite der Rebellen schlagen will. Der machtsensitive Junge von damals ist zu einem verbitterten jungen Mann geworden, der durch das Imperium seine Familie verloren hat und wie sich zeigt auch bei den Rebellen keinen allzu warmen Empfang zu erwarten hätte. Wie sich Lune allerdings in den Masterplan Obi-Wans und Yodas fügen wird, bleibt abzuwarten.
Für sich genommen entspricht Firefight den Erwartungen an ein Jugenbuch und ist damit zumindest Durchschnitt. Zwar bringt der Band Rebel Force nicht unbedingt weiter, setzt allerdings Entwicklungen in Gang, die in Trapped zu einem vorläufigen Finale führen könnten, sofern die Reihe danach fortgesetzt wird. Mich hält Alex Wheeler dank der vergleichsweise subtileren Charakterisierung, der nötigen Portion Action, und vor allem anderen, den interessanten Hintergrundgeschichten mancher Charaktere, zumindest bei der Stange. Chewbacca im Cockpit eines X-Wings ist zudem eine amüsante Vorstellung.