Zwar hat er sich als Feind des Imperiums erwiesen und Luke auf Kamino das Leben gerettet, doch aus ihren Erfahrungen mit Lune Divinians Auftraggeber X-7 haben die Rebellen dazugelernt und so sitzt Div nun in einer Zelle auf Yavin 4. Obwohl er Luke gegenüber behauptet zu flüchten und dem Imperium alles zu verraten sollte er nicht umgehend frei gelassen werden, glaubt ihm der Jedi in spe nicht. Als plötzlich jedoch ein Überraschungsangriff des Imperiums erfolgt und Lune aus seiner Zelle entführt wird ist es Luke dem es gelingt die Verfolgung aufzunehmen und sich schon bald an Bord eines Schiffs mit direktem Kurs in imperiales Gebiet wiederfindet. Anderenorts schlittert X-7 unterdessen immer tiefer in eine tödliche Identitätskrise, blitzen doch immer wieder Erinnerungen aus seinem früheren Leben auf und peinigen ihn dermaßen, dass sogar seine Loyalität zum Commander dadurch erschüttert wird. Ein letztes Mal muss er den Commander allerdings noch konfrontieren und schießt sich auf Coruscant den Weg zu ihm frei, denn nur Rezi Soresh kann ihm verraten wer er wirklich war...
Sogar noch eine Spur mehr als die bisherigen Rebel Force Bände verleiht IN DER FALLE der Reihe eine neue Wendung, doch ist das Buch zugleich eine Art Finale des ersten großen Handlungsbogens. Wie es danach weiter geht steht in den Sternen und lässt sich schwer vorhersehen zumal Alex Wheeler eben nicht Jude Watson ist, deren Stil man nach Jedi Padawan, Jedi Quest und Der letzte Jedi gewohnt sein könnte. So ist der weitere Verlauf erfrischend unvorhersehbar und man kann sich beruhigt zurücklehnen und überraschen lassen was da noch auf einen zukommt.
Wohl der heimliche Star des vorliegenden Buchs ist Rezi Sorehs nur scheinbar willenloser Agent X-7, unter dessen Oberfläche sich seit Target ein emotionaler Sturm zusammenzubrauen begann, der sich nun entlädt und dazu geführt hat dass X-7 in der Lage scheint Mission und Programmierung zu überwinden. Auf der anderen Seite stellen der zurückgekehrte Ferus Olin und Lune "Div" Divinian Luke und Co regelrecht in den Schatten. Als der einstige Hoffnungsträger von Ferus Jedi-Rebellen auf seinen einstigen Beschützer stößt kommt es, soviel sei verraten, zu keinen herzerwärmenden Wiedersehensfreuden. Stattdessen wirft Lune, der immerhin einst von zwei Jedi Meistern unterwiesen wurde, dem Ex-Jedi vor für den Tod seiner Eltern und seines Bruders verantwortlich zu sein. Ja Lune klagt sogar darüber dass Ferus ihn ausbilden hätte können und zeigt sein Unverständnis darüber dass Ferus sich Luke gegenüber nicht als Jedi zu erkennen geben will. Für Lune der ultimative Beweis dass Ferus immer schon nur davon gelaufen ist, während Ferus mit seinem Schicksal hadert um seiner Mission willen wohl alles und jeden enttäuschen zu müssen.
Frustration und Ärger sind zwei der Emotionen der sehr gut Lunes Gefühlswelt beschreiben, durch die ein Großteil von IN DER FALLE vermittelt wird. Das färbt vielleicht auch etwas auf den Leser ab, doch lässt sich Lunes Schmerz nachempfinden, auch wenn seine Rolle als "erste Hoffnung" der Galaxis in Der letzte Jedi bei weitem nicht so bedeutsam präsentiert wurde wie in Rebel Force. Andererseits hat der Junge schon ein Anrecht auf seine Perspektive und um diese zu verstehen muss man sich in Erinnerung rufen dass doch einige Jahre vergangen sind seit Lune in einer Rettungskapsel abgesetzt wurde, um dem imperialen Angriff auf Ferus Asteroidenversteck zu entgehen. Gerade Lunes Gedanken und Aussagen, sowie Ferus Erwiderungen werfen jedoch Fragen auf, die Der letzte Jedi so nie gestellt hat, etwa was es heißt ein Jedi zu sein. Nicht nur vom Namen her gibt es zwischen Lune und Luke einige Ähnlichkeiten, beide waren große Hoffnungsträger für die überlebenden Jedi, doch im Gegensatz zu Luke ist Lunes Chance wohl längst vergangen und die mit ihm verbundenen Hoffnungen sind ähnlich verblasst wie seine Machtfähigkeiten.
Fast ein wenig zynisch erscheint angesichts der Geschichte der Star Wars Jugendbuchreihen X-7 Resümees zum intriganten Gegenspieler der Rebellen, Rezi Soresh, welchen der Attentäter als drittklassigen Commander bezeichnet, der sich wohl nicht bewusst ist dass eine mögliche "Beförderung" ihn entweder in den Äußeren Rand oder (zumindest als Kommandant) auf einen imperialen Gefängnismond verschlagen könnte. Ein drittklassiger Offizier der kurz davor steht in der Versenkung zu verschwinden als zentraler Gegenspieler - eine ketzerische Vorstellung für manchen Fan, doch man erinnere sich nur an Bog Divinian.
Dessen ungeachtet ist natürlich auch IN DER FALLE ein solches Jugendbuch, doch geht Alex Wheeler oft sehr eigentümliche Wege wenn mal so Wachen niedergemetzelt und Entführer mit dem Lichtschwert aufgeschlitzt werden. Da merkt man wohl was Autorenwechsel bewirken können, auch wenn IN DER FALLE manchmal schmerzhaft oberflächlich bleibt und so seine logischen Lücken vorzuweisen hat. Dennoch, schraubt man seine Erwartungen gehörig runter erwartet einen ein mittlerweile schon mittelmäßiges Star Wars-Buch, das unter den Jugendbüchern durchaus als gut hervorzuheben ist und mit spannenden Entwicklungen für Fans der Reihe aufzuwarten weiß, auch wenn man auf einer betont kritischen Einstellung zu "den" Jugendbüchern beharrt.
Fazit:
Gelungen - aus meiner Sicht eines der spannungsgeladensten Rebel Force-Bücher. Und noch immer kommt kein wirklicher Trott auf.