Im vorigen Band wurde der imperiale Attentäter X-7 enttarnt und seitdem ist er auf der Flucht, da er den Befehl seines Commanders zur Rückkehr verweigert hat. Nun heuert X-7 eine Gruppe von Top-Piloten zusammen, die für ihn Luke Skywalker erledigen soll. Luke befindet sich derweil mit Han und Chewbacca auf einer Erkundungsmission nach Kamino, wo sich angeblich eine verlassene Forschungsstation des Imperiums befinden soll.
"Unter Beschuss" ist ein ziemlich dröges Jugendbuch, das ein denkbar dünnes Handlungsgerüst hat. Alex Wheeler hat wieder mal einen aus "Der letzte Jedi" bekannten Charakter aus der Versenkung geholt, erzielt damit jedoch nicht das gleiche positive Ergebnis wie mit Ferus Olins Auftritt in "Der Attentäter". Mittlerweile scheinen alle SW-Autoren zwanghaft Bezüge zu früheren Büchern oder gar den Filmen herstellen zu wollen, auch wenn dies gar nicht nötig ist. Warum dieses Abenteuer ausgerechnet auf Kamino spielen muss, entzieht sich meinem Verständnis, weil der Schauplatz als solcher rein gar nichts zur Geschichte beiträgt. Auch der Pilot Div, in der Reihe "Der letzte Jedi" noch als Lune Divinian bekannt, bleibt farblos, man bekommt bestenfalls ein paar Andeutungen, weshalb er zu diesem egoistischen Einzelgänger geworden ist. Und als er später in der Geschichte plötzlich zum selbstlosen Helfer mutiert, wird auch das nicht erklärt. Aber vielleicht sollte ich von einem Jugendbuch auch nicht mehr erwarten.
Die Reduzierung Leias auf eine kleine Nebenrolle ist ebenfalls ein Verlust für das Buch, sind es doch grade ihre wenigen gemeinsamen Szenen mit Luke und Han, die in "Unter Beschuss" den typischen SW-Humor aufkommen lassen. Ansonsten gibt es noch andere nette Details, wie das Durchkämmen der verlassenen Basis durch unsere Helden, die dabei das herumschleichende Monster im Nacken haben. Aber unheimliche Stimmung will nicht wirklich aufkommen.
"Unter Beschuss" ist bestimmt nicht das schlechteste SW-Buch, das ich je gelesen habe, doch von den wirklich guten Jugendbüchern vergangener Tage wie "Young Jedi Knights", "Galaxy of Fear", "Jedi Quest" oder auch "Der letzte Jedi" ist es meilenweit entfernt. Gerade nach den wirklich akzeptablen drei Vorgängerbänden ist der vierte Teil der "Rebel Force"-Reihe eine klare Enttäuschung.