Luke Skywalker muss sterben. Nun da Commander Soresh und sein Agent X-7 die Identität des Bezwingers des Todessterns aufgedeckt haben, ist klar dass sie ihn schnellstmöglich aus dem Verkehr ziehen möchten. Doch X-7 darf seine Tarnung als Tobin Elad noch nicht auffliegen lassen, zu nahe ist er der Führungsriege der Allianz bereits gekommen, um diese einmalige Chance aufzugeben. Ein Sündenbock muss also her und wer eignet sich dazu besser als der oft unbequeme Han Solo. Nach der Explosion von Lukes Speederbikes, wird Sprengstoff in Hans Räumlichkeiten gefunden. Noch während Luke um sein Leben kämpft hat sich ein Tribunal unter Leias Führung entschlossen Han unter Arrest zu stellen. Doch Han wäre Han würde er sich so leicht für ein Verbrechen anklagen lassen das er nicht begangen hat. Mit Chewbaccas Hilfe gelingt ihm schon wenig später die Flucht.
Als Luke schließlich aus der Behandlung entlassen wird, kann er Leia dazu überreden, dass es für ihn sicherer ist Yavin 4 zu verlassen und bricht mit ihr nach Tatooine auf, um an den Trauerfeierlichkeiten für Biggs Darklighters teilzunehmen. In der Tosche-Station trifft Luke seine alten Freunde und gibt vor seinen Lebensunterhalt nun als Schmuggler zu bestreiten. Als er jedoch Biggs Verdienste als Held der Rebellion zur Sprache bringt, gerät er mit Jaxson aneinander der behauptet Biggs wäre als Rebell nichtsweiter als ein dreckiger Verräter gewesen. Um ihre Meinungsverschiedenheit wie Feuchtfarmer zu klären, einigen sich die beiden auf ein Rennen...
Natürlich bleibt X-7 nicht untätig und es ist das erste Mal, dass er, als er seinem Commander persönlich Bericht erstatten und die Konsequenzen für sein Versagen tragen muss, in einer Erinnerungsrückblende so etwas wie Zweifel andeutet. Der Mythos vom perfekten Attentäter ist schon bald dahin und was bleibt ist die Frage, wer dieser X-7 wirklich ist? Die Antwort könnte sich wohl in einem der nächsten Bände finden. Neben X-7s Rolle kommen auch der Ferus Olins neuer Aspekte hinzu. Dachte man am Ende von "Die Geisel" er würde wieder untertauchen, ist nun klar, dass er von nun an im Hintergrund als stiller Wächter für die Skywalker-Zwillinge fungiert und für Obi-Wans Machtgeist als Mittelsmann agiert. Fast scheint es als hätte der alte Jedi-Meister mit seinen an Darth Vader gerichteten Worten Recht gehabt, als er meinte durch seinen Tod würde er noch viel mächtiger werden als Vader sich vorstellen könnte, denn immer wieder äußert Luke das Gefühl dass seine Hände irgendwie von Obi-Wan geführt werden wenn es drauf ankommt und er der Macht vertraut. Selbst Leia zeigt gewisse Talente die ihre Machtsensitivität andeuten dürften und das obwohl ihr keine Unterstützung von Obi-Wan zukommt, der in Übereinstimmung mit Ferus der Ansicht ist, dass man sich Leia als Option zwar offen halten ihr Machtpotential aber vor Vader und dem Imperator verborgen halten sollte. Kurioses Detail am Rande, bei Hans Abflug von Yavin 4, wird er von "General" Leia Organa beordert zurückzukehren.
Eine Rückkehr nach Tatooine, ein Rennen und eine Menge alter Freunde die bis dahin nichts vom wahren Schicksal Lukes oder Biggs wussten. Der Tatooine-Handlungsbogen von "Der Attentäter" ist Katalysator für die Entwicklung Lukes vom Farmerjungen zum furchtlosen Rebellen. Er muss erkennen wie sehr er sich in der kurzen Zeit seit seinem Aufbruch bereits verändert hat und dass damit auch eine Entfremdung von einstigen Freunden verbunden ist. Auch die Überzeugung mancher, dass der Galaktische Bürgerkrieg und das Imperium in weiter Ferne ausgetragen werden, kommt durch Jaxson erneut zum Tragen. Wie die Möchtegern-Entführer aus "Die Geisel" ist Jaxson der Ansicht das Imperium wäre nicht bösartig und brutal, womit er bei Luke, dessen Onkel und Tante von Sturmtruppen abgeschlachtet wurden, naturgemäß auf wenig Zustimmung stößt. Allerdings ist es auch seltsam, wie wenig Lukes Verschwinden, das Massaker auf der Lars-Farm und eines Jawa-Sandcrawlers wahrgenommen wurden. Für Lukes Freunde ist er einfach gegangen, von der Ermordung seiner Zieheltern weiß man scheinbar nichts. Von einem Darklighter dem Luke sein Beileid für Biggs Tod aussprechen könnte ist allerdings keine Spur zu finden.
Im Mittelpunkt steht nach Luke und Leia laut Cover nun Han Solo, der sich notgedrungen seiner Schmuggler-Wurzeln besinnen muss und bitter enttäuscht ist, dass sich letztlich auch die Rebellen gegen ihn gewandt haben. Er hätte es gerade von ihnen nicht erwartet und stand wie in "Die Geisel" angedeutet Leias Wunsch er möge doch eine Rebellen-Uniform anlegen und sich verpflichten eigentlich sehr aufgeschlossen gegenüber, wollte das aber nur zu seinen Bedingungen machen, um sein Einzelgänger-Image weiter zu erhalten. Dass man Hans Eigenwilligkeit auch anders auffassen kann muss der Schmuggler feststellen als ein alter Kumpane ihn mit einem Ratschlag übers Ohr haut, den Han ihm einst gegeben hat. Auf Tatooine hat Han mit seinem Verhalten längst verspielt, denn Jabba hat das Kopfgeld auf ihn natürlich nicht zurückgezogen. Da Han nicht greifbar ist, setzt Jabba auf anraten eines mysteriösen Fremden den Kopfgeldjäger Bossk deshalb auf Luke an, der ihn direkt zu Han führen soll.
Nach drei Bänden sieht man Rebel Force wohl schon klarer als das was es ist, eine immer noch nette Jugendbuchserie aus der Ära der Rebellion, in der klassische Schurken und Helden genauso ihren Auftritt feiern dürfen, wie mancher Charakter aus Jude Watsons Jugendbüchern. Soll heißen, kein zwingendes "Muss" im Erweiterten Universum, aber interessant für Fans der Jugendbücher oder der klassischen Trilogie. Rebel Force ist eben anders als Der letzte Jedi, Boba Fett, Jedi Quest und Jedi Padawan, schon alleine weil sich in der Riege der Helden keine Kinder, sondern nur zwei jugendliche Rebellen finden. Für sich genommen sticht Renegade unter den ersten 3 der Rebel Force-Bände nicht gerade hervor, auch wenn es Alex Wheeler einmal mehr gekonnt gelingt sich an der Welt der Filme anzulehnen und in Verbindung mit dem Erweiterten Universum eine eigene Geschichte entwickelt, die sich als Fortsetzung von Der letzte Jedi versteht.
Fazit:
Eine konsequente Fortsetzung, die Rebel Force eine entscheidende Handlungswendung verleiht.