Kurzbeschreibung
Es kommt zu immer größeren Spannungen zwischen Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Anakin fühlt sich immer noch verantwortlich für den Tod eines Mitglieds des Jedi Rates und glaubt nicht daran, dass Obi-Wan ihm bei der Überwindung dieser Schuldgefühle helfen kann.
Und Obi-Wan spürt, dass er nicht gerade ein pefekter Meister ist, der versucht einen ebenso wenig perfekten Schüler zu unterrichten. Unter solch ungünstigen Voraussetzungen sind Obi-Wan und Anakin unterwegs zum letzten freien Planeten des Uziel-Systems, um dort einen waghalsigen Befreiungsversuch zu starten. Als ihr Plan scheitert und Anakin gefangen wird, müssen der Jedi-Meister und sein Schüler ihre Konflikte aber überwinden - oder ein ganzer Planet wird untergehen.
Klappentext
Anakin Skywalker Held der großen Kino- Blockbuster STAR WARS Episode I und II:
In "Die dunkle Bedrohung" ein Kind; in "Der Angriff der Klonkrieger" ein junger Mann doch was geschah in der Zwischenzeit?
AUSERWÄHLT VON DER MACHT VERDAMMT ZUR DUNKLEN SEITE
Die Spannungen zwischen Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker nehmen zu. Anakin fühlt sich verantwortlich für den Tod eines Mitglieds des Jedi Rates und glaubt nicht, dass Obi-Wan ihm beim Umgang mit dieser Bürde helfen kann. Obi-Wan dagegen spürt, dass er kein perfekter Meister ist und trotzdem einen ebenso wenig perfekten Schüler unterrichten muss. Mit dieser Last auf den Schultern sind Obi-Wan und Anakin unterwegs zum letzten freien Planeten des Uziel-Systems, um dort einen waghalsigen Befreiungsversuch zu starten. Als ihr Plan scheitert und Anakin gefangen wird, müssen der Jedi-Meister und sein Schüler ihre Konflikte überwinden oder ein ganzer Planet wird untergehen.
Anakin Skywalkers Schicksal wird die Zukunft einer ganzen Galaxie bestimmen. Hier nimmt alles seinen Anfang.
Über den Autor
Jude Watson heißt eigentlich Judy Bundell und ist eine preisgekrönte Autorin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Berühmt wurde sie unter ihrem Pseudonym für ihre Star-Wars-Romane. Sie lebt mit ihrem Mann in Katonah, USA, in der Nähe von New York.Dominik Kuhn ist Regisseur, Autor, Übersetzer und Kreativstratege.
Auszug aus Star Wars, Jedi Quest, Bd.8 : Der Augenblick der Wahrheit von Jude Watson, Dominik Kuhn. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Sie hatten schon seit vielen Stunden nicht mehr miteinander geredet - nicht, seitdem sie den Galaktischen Kern verlassen hatten. Anakin Skywalker hatte den Blick nicht von den Instrumenten gelassen, obwohl sie im Hyperraum flogen und das Schiff vom Nav-Computer gelenkt wurde. Sein Meister, Obi-Wan Kenobi, studierte Sternenkarten auf einem Datenschirm. Von Zeit zu Zeit öffnete er eine der Karten im vergrößernden Holomodus und betrachtete sie, um sich die Planeten genauer anzusehen. Normalerweise bewunderte Anakin das gründliche Vorgehen seines Meisters, doch heute ging es ihm auf die Nerven. Obi-Wan studierte Dinge. Er zog logische Schlussfolgerungen und entwickelte daraufhin Strategien. Doch was wusste er schon von plötzlicher Intuition, von Träumen, Risiken oder Zwängen, oder davon, dass man einen Schritt unternahm, obwohl man ahnte, dass er ins Verderben führen konnte? Was wusste er, dachte Anakin voller Bitterkeit, über Schuldgefühle? Eine Jedi-Meisterin war tot und Anakin hatte sie sterben sehen. Meisterin Yaddle hatte in einer sternenklaren Nacht über ihm geschwebt. Sie hatte unzählige Leben gerettet, indem sie die Zerstörungskraft einer Bombe mit ihrem Körper absorbiert hatte. Sie war eins mit der Macht geworden. Das grelle Licht hatte Anakin auf die Knie gezwungen. Und er hatte das Gefühl gehabt, niemals wieder aufstehen zu können. Und er hatte gewusst, dass er sich in dem Augenblick, in dem er wieder fühlen und denken konnte, für ihren Tod schuldig fühlen würde. Vor dieser Mission hatte er immer wieder eine Vision gehabt, bei der allerdings nur eines deutlich gewesen war: Die Meisterin Yaddle war darin vorgekommen. Während der Mission hatte er geglaubt, die Bedeutung der Vision zu erkennen. Und dennoch hatte er nicht innegehalten, sondern hatte seinen Plan weiter vorangetrieben. Er hatte geglaubt, dass er das Schicksal in jedem Moment beeinflussen konnte. Und weil er das gedacht hatte, hatte Yaddle ein großes Opfer gebracht - ein Opfer, das er hätte bringen müssen - und sie war gestorben. Die Jedi hatten im großen Saal des Tempels eine Gedenkfeier abgehalten. Hunderte Jedi hatten sich in dem großen Saal und auf den Balkonen der verschiedenen Ebenen gedrängt. Man hatte plötzlich die Beleuchtung ausgeschaltet. Winzige weiße Lichter waren an die Decke projiziert worden. Und dann war eines dieser tausende von Lichtern erloschen. Jeder einzelne Jedi hatte mit Hilfe der Macht diesen leeren Fleck an der Decke gesucht und im Blick behalten. Die Erinnerung an Yaddle hatte den Saal durchflutet. Anakin hatte die Kraft jedes Gedankens und jedes Herzens gespürt, die sich auf dieses eine Wesen gerichtet hatte. Und Yaddles Ab- wesenheit war immer stärker geworden, bis sie die ganze Halle erfüllt hatte. Und ich bin Schuld daran, dass sie nicht mehr ist. Eine Leere hatte sich in ihm immer breiter gemacht, bis sie so groß gewesen zu sein schien, dass sie gedroht hatte, ihn zu verschlingen. Anakin hatte sich nicht abwenden können. Er hatte den Jedi, die ihn umgaben, seine Gefühle nicht offenbaren können. Es hatte ihn all seine Disziplin, all seine Willenskraft gekostet, seinen Blick nicht von dem leeren Fleck abzuwenden. Der Schmerz hatte sich wie eine große Schlange im Würgegriff um sein Herz gelegt und quetschte ihm seitdem die Luft aus den Lungen. Er konnte einfach die Fehler nicht vergessen, die er gemacht hatte. Er wusste nicht, wie er zu dem Punkt gelangen konnte, an dem er sich selbst vergeben konnte. Das Gefühl überwältigte ihn noch immer. Es gelang ihm nicht, so mit Schmerz umzugehen, wie Obi-Wan es konnte. Anakin erinnerte sich an die Tage unmittelbar nach Qui-Gons Tod. Er wusste, dass Qui-Gons Tod Obi-Wan tief betroffen gemacht hatte, doch er war damals auf dem gleichen stetigen Pfad geblieben. Wie war es möglich, dass er so tiefe Gefühle gehabt, sich aber nicht verändert hatte? Er empfindet die Dinge nicht so wie ich. Ist das wirklich so?, fragte sich Anakin. Empfand er zu stark für einen Jedi? Er hatte es noch nicht geschafft, sich so von der lebendigen Macht zu lösen, wie andere Jedi es konnten. Wie konnte er lernen, seine Gefühle zu ignorieren und einfach weiter durch das Leben zu gehen? Obi-Wan deaktivierte die Sternenkarten, die er studiert hatte, und trat hinter Anakin. "Wir nähern uns dem Uziel-System", sagte Obi-Wan. "Es könnte sein, dass wir nach dem Sprung aus dem Hyperraum auf eine Vanquor-Patrouille stoßen." Er beugte sich leicht nach vorn. Die Instrumententafel warf ein grünliches Licht auf sein skeptisches Gesicht. "Ihr seht besorgt aus, Meister", sagte Anakin. Obi-Wan richtete sich auf. "Nicht besorgt. Vorsichtig." Er hielt kurz inne. "Na ja, vielleicht auch ein wenig besorgt. Ich bin der Meinung, dass der Rat mehr als nur ein Jedi-Team auf diese Mission hätte schicken sollen. Es ist ein Zeichen dafür, wie dünn wir besetzt sind." Anakin nickte. Dieses Thema hatte unter den Jedi in letzter Zeit für viele Diskussionen gesorgt. Die Anfragen nach Friedensmissionen stiegen in letzter Zeit drastisch - für die Jedi waren es nun beinahe zu viele, um ihrer Herr zu werden. "Unsere größten Chancen bestehen darin, unentdeckt hindurchzugelangen", sagte Obi-Wan. "Wir müssen auf dein Talent für Ausweichmanöver vertrauen." "Ich gebe mein Bestes", sagte Anakin. "Das tust du immer", gab Obi-Wan zurück. Der Tonfall seines Meisters war unbeschwert, doch Anakin wusste, dass Obi-Wan viel mehr meinte, als er gesagt hatte. Es war eine der vielen Arten, mit der ihm sein Meister helfen wollte. Obi-Wan wusste, dass Yaddles Tod Anakin verfolgte. Anakin dachte darüber nach, dass es einmal eine Zeit gegeben hatte, in der Obi-Wans Zuneigung alles leichter gemacht hätte. Auch jetzt wusste Anakin die freundliche Art seines Meisters zu schätzen, doch seine Schuldgefühle wurden dadurch keinen Deut besser. Obi-Wan wollte ihm helfen, doch Anakin wollte diese Hilfe nicht. Und Anakin wusste selbst nicht einmal, weshalb das so war.