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Star Wars. Palast der dunklen Sonnen.
 
 
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Star Wars. Palast der dunklen Sonnen. [Taschenbuch]

Kevin J. Anderson , Andreas Decker
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im gleißenden Licht der Zwillingssonnen von Tatooine erhebt sich am Rande der Wüste ein düsteres Gemäuer: der Palast von Jabba. In dieser uralten Zitadelle lebt der mächtige Verbrecherlord, umgeben von Speichelleckern, Söldnern, Kopfgeldjägern und Halsabschneidern, die darum wetteifern, es ihrem Herrn in Verschlagenheit und Grausamkeit gleichzutun. Jeder möchte sich am liebsten selbst zum Herrn der Verbrecherorganisation aufschwingen. Jabbas Untergebene buhlen nicht nur um die Gunst des monströsen Hutt, sie verfolgen auch alle ihre eigenen geheimen Ziele ...
Palast der dunklen Sonnen - neunzehn Stories mit allem, was Star Wars berühmt gemacht hat: faszinierende Technik, atemberaubende Spannung und nicht zuletzt die legendären Helden aus Krieg der Sterne.

Über den Autor

Kevin J. Anderson, geboren 1962 und studierter Physiker, ist einer der populärsten amerikanischen Science-Fiction-Autoren. Er wurde durch seine Star-Wars-Romane und -Anthologien international bekannt. Seine High-Tech-Thriller und Akte-X-Romane stürmen die Bestsellerlisten.

Auszug aus Star Wars, Palast der Dunklen Sonne von Kevin J. Anderson, Andreas Decker. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Fütterung der Raubtiere

Wie sich herausstellte, war es Jabba ziemlich egal, daß Malakili den Rancor für einen Spaziergang in der Wüste freigelassen hatte - allerdings war er außer sich, daß er die gewaltige Schlacht mit den beiden Banthas verpaßt hatte.

Malakili strahlte voller väterlichem Stolz, als er den Mut und die Wildheit seines Monsters pries, aber Bib Fortuna wisperte Jabba einen anderen Vorschlag ins Ohr. Mit einem entzückten Rülpsen setzte sich der Hutt auf seiner Plattform aufrecht hin. Wäre es kein grandioses Duell, wenn man den Rancor gegen einen Kraytdrachen antreten ließe?

Die legendären Wüstendrachen Tatooines waren riesig und selten, und sie verbreiteten mehr Furcht als jedes andere Lebewesen in diesem Sektor der Galaxis. Noch nie zuvor war einer von ihnen lebendig gefangen worden, aber Jabbas Belohnung - garantierte einhunderttausend Kredits für denjenigen, der ein lebendes, unverletztes Exemplar anbrachte - war verlockend genug, um sicherzustellen, daß sich jeder Interessent die größte Mühe gab. Selbst der große Kopfgeldjäger Boba Fett schwor, in Jabbas Palast zu bleiben, während er über die vielversprechendste Möglichkeit nachsann, dieser Herausforderung zu begegnen.

Malakili war überzeugt, daß es jemandem gelingen würde, und er sah dem angedrohten Kampf mit Schrecken entgegen. Obwohl ihn die Fähigkeiten seines Rancors mit Stolz erfüllten, wußte er, wie furchteinflößend die Kraytdrachen waren.

Jabba wollte nur für diesen Anlaß in einem von den obersten Türmen einzusehenden Wüstenkessel ein Amphitheater bauen, in dem der Rancor und der Kraytdrache miteinander kämpfen und sich gegenseitig in Stücke reißen sollten. Selbst wenn es dem Rancor gelingen sollte, den unglaublichen Drachen zu besiegen, vermutete Malakili, daß er bei dem Kampf schwere, wenn nicht sogar tödliche Verletzungen davontragen würde.

Das konnte er nicht zulassen.

Tief in den unteren Ebenen des Verlieses schob Malakili eine schwer beladene Karre voller blutigem Fleisch, zersägten Knochen und Abfällen aus dem Jabbas Küche angegliederten Schlachthaus. Porcellus, Jabbas Küchenchef, hatte ausgesuchte Leckerbissen für den Rancor beiseitegelegt; das mit aufgeschnittenem, mariniertem Fleisch belegte Sandwich war Malakilis Mittagessen.

Malakili kam gut mit dem schreckhaften Koch zurecht und brachte ihn immer auf den neuesten Stand des Klatsches, den er in den unteren Ebenen aufschnappte, obwohl er sich im Gegenzug die stetig wachsenden Befürchtungen des Küchenchefs anhören mußte, daß Jabba seiner kulinarischen Fähigkeiten bald überdrüssig sein und ihn an den Rancor verfüttern würde.

Seufzend schob Malakili die Karre zum Gittertor des Rancorgeheges. Die Räder quietschten wie ein sich sträubendes, total verängstigtes Nagetier, von denen es im Verlies so viele gab. Er schwang das Tor auf, zerrte den Karren hindurch und verriegelte es hinter sich.

Der Rancor stand auf und sah zu, wie er die Fleischberge heranschaffte; er fuhr mit der dicken Zunge, deren Farbe eine gewisse Ähnlichkeit mit Purpurrot hatte, über die dichten Zahnreihen. Nachdem Malakili sein in weißes Papier eingepacktes Sandwich von dem Fleischstapel genommen hatte, schob er ihn dem Rancor hin. Das Monster wühlte mit einer gekrümmten Kralle in dem Mittagsangebot herum und entschied sich für eine gebogene Dewbackrippe, an der knorpelige Fleischbrocken hingen.

Malakili wickelte sein Sandwich aus und hockte sich auf eine bankgroße Rancorzehe. Über ihm kaute das Monster sabbernd und schlürfend auf der langen Rippe herum. Malakilis schwarzes Kopftuch schützte ihn vor dem herabtropfenden, mit rohem Fleisch durchsetzten Sabber aus dem Rachen des Rancors, der ihn benäßte und ihm den nackten Rücken hinunterlief.

Während er gedankenverloren auf dem köstlichen Sandwich herumkaute, überdachte er seine Möglichkeiten - und die Zukunft.

Es war von Anfang an klar gewesen, daß Jabbas Hauptziel darin bestand, den Rancor so lange mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren, bis ihn ein größerer Gegner tötete. Jabba war das Monster völlig egal, und das gleiche galt auch für alle anderen. Selbst Gonar mit den schmierigen Haaren hatte entsetzliche Angst vor dem Rancor und hielt sich nur deshalb in seiner Nähe auf, weil es ihm Ansehen und Macht brachte. Die anderen Zuschauer, die im Verlies herumhingen, hatten auch keine Beziehung zu der Bestie - das galt für den haarigen Whipid-Wächter, der seine Stoßzähne gegen die Käfiggitter drückte und die animalische Kraft des Rancors betrachtete, als würde sie in ihm eine Erinnerung an seinen Heimatplaneten wecken, wie auch für Lorindan, den rüsselnasigen Spion, dessen einziges Motiv darin bestand, Informationen zu finden, die er an jemanden anderen verkaufen konnte.

Nein. Malakili war auf Tatooine ganz allein. Er allein liebte das Monster, und es war seine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß sein Liebling beschützt wurde. Er würde eine Möglichkeit finden, dem Rancor zur Flucht zu verhelfen - und ihm gleich mit dazu.

Malakili kaute weiter auf seinem Sandwich herum und schluckte, obwohl sein Hals ganz trocken war, als in seinen Gedanken die ersten Pläne Gestalt annahmen. Jabba war ein mächtiger Verbrecherlord, ja, aber er war nicht die einzige Macht auf Tatooine. Jabba hatte viele Feinde, und Malakili verfügte über viele Informationen.

Vielleicht fand er eine Möglichkeit, für seinen Liebling die Freiheit zu erkaufen. (...)

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