Wie schon Ryder Windhams Darth Vader-Biografie ist auch "Obi-Wan Kenobi - Leben und Legende" wenig mehr als eine Zusammenfassung der Filmplots in jenem Jugendbuchstil der schon Jude Watsons oder Elizabeth Hands Werke gezeichnet hat. Doch nach dem Darth Vader-Debakel hat Windham es zumindest versucht besser zu machen, auch weil Obi-Wans Lebensgeschichte vor allem nach seinen Tod weniger hergibt als Vaders.
"Obi-Wan Kenobi - Leben und Legende" beginnt damit, dass Luke Sykwalker nach dem Duell auf Bespin nach Tatooine zurückkehrt und in Bens Hütte nach Aufzeichnungen sucht, die er schließlich in Form seiner in Buchform gebundenen Memoiren, sowie eines Plans zum Bau von Lichtschwertern findet. Diese Memoiren stellen nur nicht das dar, was man liest, sie sind viel beschränkter und so liest man schließlich von den realen Ereignissen, die sich Luke bestenfalls selbst zusammendichten kann.
Anders als in der Vader-Biografie versucht Ryder Windham in "Leben und Legende" auch bis dato unbekannte Details über das Leben des Jedi-Meisters einzuflechten, was jedoch auch auf Kosten der restlichen Erzählung und Wiedergabe geht. So liefert das Werk beim kurzen Abriss von Obi-Wans Jahren als Jedi-Padawan eine eigene Mini-Geschichte über sein erstes Aufeinandertreffen mit Dexter Jettster. Von den Filmhandlungen werden nur einige markante Szenen wiedergegeben, wobei deren Auswahl nicht unbedingt raffiniert erscheint. Es bleiben Lücken und die Erzählung ist generell oberflächlich, so dass die wichtigen oder auch tiefsinnigen Fragen kaum angekratzt werden.
Gerade in Hinsicht auf die Order 66 und danach herrscht ein gewisser weißer Fleck vor, der Obi-Wans Suche nach Ferus Olin verdeckt und das ist nicht das einzige Beispiel für den nach wie vor nachlässigen Umgang mit dem Erweiterten Universum. Bereits die Wiki-Einträge (auf Jedipedia oder Wookiepedia) zu Obi-Wan Kenobi geben erheblich mehr über das Leben des Jedi-Meisters her als dieses Büchlein. Interessant, wenngleich nicht völlig neu, sind lediglich die Kapitel über Obi-Wans Leben nach dem Tod, welche allerdings auch manche Fragen hinsichtlich der Macht-Geister nicht wirklich beantworten. Kommt noch die die kuriose Übersetzung hinzu, die so manches Zitat entstellt hat und wohl direkt aus dem Original übersetzt wurde, anstatt die entsprechenden schon ins Deutsche übersetzten Bücher, Comics und Filme heranzuziehen.
Fazit:
Unterm Strich ein Werk dem man die entsprechenden Wiki-Einträge vorziehen sollte, auch weil diese fortwährend aktualisiert werden und informative Querverweise enthalten.