Als die Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi und Kit Fisto auf Coruscant Zeugen eines Schaukampfes werden, ahnen sie noch nicht aus welchen Grund sie überhaupt zu dieser Veranstaltung gerufen wurden. Erst als ein seltsamer Kampfdroiden einen Droideka und ARC-Klonsoldaten besiegt ist klar, diese neue Waffe könnte sich zum entscheidenden Vorteil der Separatisten wandeln. Doch als Kit Fisto höchstpersönlich einschreitet und es ihm selbst nur unter größter Anstrengung gelingt den Droiden zu überwältigen, ist ihm klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmen kann, hat die Maschine doch Machtsensitivität bewiesen. Der Sicherheitsdroide der JK-Klasse, auch Jedi-Killer genannt, wurde auf Ord Cestus hergestellt, das als ehemaliger Sitz bedeutender Zuliefererwerke der Handelsföderation Gefahr läuft einen höchst lukrativen Deal mit Dooku und seinen Schergen abzuschließen. Da diese neue Waffe nicht nur eine Gefahr für die Klonkrieger darstellt, sondern auch den Jedi-Generälen selbst gefährlich werden könnte, ist der Jedi-Rat mehr als bereit dem Kanzler bei einer diplomatischen Intervention zu helfen. Während Obi-Wan zusammen mit einem alten Freund und Starjuristen den diplomatischen Weg eingschlägt, werden 5 speziell ausgebildete Klonsoldaten unter dem Kommando von Kit Fisto ebenfalls auf Ord Cestus abgesetzt, um eine lokale Widerstandsgruppe zu organisieren und zumindest die Fabriken auszuschalten, sollten alle Friedensbemühungen scheitern. Aber auch die Separatisten greifen in das Geschehen ein und Dooku höchstpersönlich entsendet seine dunkle Schülerin Asajj Ventress...
Bisher waren die Jedi-Generäle ihren Gegnern vor allem dank der Macht immer eine Spur überlegen und auch die Klonkrieger konnten dank ihrer besonderen Ausbildung und Flexibilität den zahlenmäßigen Nachteil gegenüber den schier endlosen Strömen an Kampfdroiden wieder wett machen. Doch mit machtsensitiven Bio-Kampfdroiden die vom Prinzip her ein wenig an die Supersoldaten alias Kull-Krieger aus Stargate erinnern tritt eine Bedrohung in Erscheinung, gegen die selbst ein Jedi Meister wie Kit Fisto Schwierigkeiten hat, zu bestehen. Passend wird diese neue Superwaffe der Separatisten in einer Arena präsentiert, was ein wenig an die Schlacht um Geonosis erinnern darf. Die Reaktion der Republik auf diese Gefahr lässt ebenfalls Anklänge an Episode 2 erkennen, indem auf der einen Seite trotz gewisser Aussichtslosigkeit via Chefunterhändler Obi-Wan und Anwalt Doolb Snoil noch versucht wird mit Diplomatie etwas zu erreichen, während man Kit Fisto und eine handvoll Klone abstellt die lokale Widerstandsgruppe zu mobilisieren und notfalls mit Gewalt die Produktion der "Jedi-Killer" zu stoppen.
In Steven Barnes Darstellung bewegt sich die von den Klonkriegen gebeutelte Republik in einer undeutlichen Grauzone, wo der Krieg verdeckt auch auf neutralen Planeten geführt werden muss. Durch die Mobilisierung lokaler Widerstandsgruppen wird man allerdings auf lange Sicht auch der Rebellen-Allianz ein wichtiges Erbe hinterlassen, denn unter der Willkür des Imperiums haben einst neutrale Welten später genauso zu leiden, wie jene der Verräter und ur-republikanisches Territorium. Barnes lässt die Chance dieses Verhalten moralisch zu hinterfragen und Konsequenzen wie im Falle von Jabiim aufzuzeigen jedoch ungenützt verstreichen. Stattdessen konzentriert er sich auf die Beschreibung des weniger verhängnisvollen konkreten Falls Ord Cestus. Cestus selbst ist ein Beispiel für das Versagen der Republik als Ordnungsmacht. Die einst begründete Strafkolonie erhielt die Möglichkeit sich als High Tech-Produzent zu etablieren und arbeitete eng mit dem Hauptzulieferer der Handelsföderation zusammen. Mit den Sanktionen nach der Blockade von Naboo fiel die Handelsföderation als treuer Kunde weg und hinterließ eine schmerzhafte Lücke. Kein Wunder also dass sich die Fünf Familien von Dooku mit neuen Aufträgen locken lassen.
Barnes Buch ist jedoch noch aus völlig anderen Gründen interessant, wie der erstmaligen sehr menschlichen Darstellung der Klone, die noch nicht von Karen Traviss Einflüssen geprägt ist. Beide Interpretationen widersprechen sich in einigen Punkten und auch ihrer Grundausrichtung (Für Barnes sind die Klone sehr auf die Gegenwart ausgerichtet und weniger humorvoll, während Traviss Commandos und ARCs gerne scherzen und sich auch mal Sorgen um ihre Zukunft machen) sind jedoch in einem vereint, die Klone sind Menschen und wie solche zu menschlichen Empfindungen und Entwicklungen fähig. Wie in Feindkontakt macht auch in Obi-Wan und die Biodroiden so ein Klon die Entwicklung von der kalten Killermaschine zum erheblich empfindsameren Wesen durch. Zugleich steht das Buch für einen klar erkennbaren Trend unter den Klonkriegs-Romanen, der auch einmal Helden aus der zweiten Reihe wie Kit Fisto oder eben Nate ins Rampenlicht rücken lässt und etwas genauer darstellt. So wird Kit Fisto vor allem durch den Vergleich mit bem besonnenen diplomatischen Obi-Wan Kenobi charakterisiert und als ein die Lichtschwert-Kampfform 1 beherrschender Draufgänger und Kämpfernatur präsentiert. Für Fans des grünen Grinsers ein Grund zum Feiern. Mit Dookus rechter Hand sich zudem eine Schurkin vor, die voll und ganz im Erweiterten Universum verwurzelt ist und auf einem alten Design für die Oberschurkin von Episode 2 basiert.
Die Rolle der Schurkin fällt jedoch nicht alleine Asajj Ventress zu, in der cestianischen Nobilität finden sich so einige zwielichtige Charaktere, die ebenfalls als böse zu bezeichnen sind. Ventress ist jedoch die treibende Kraft hinter der Verschwörung, welche für die Jedi und die Wüstenwind-Rebellen zur tödlichen Bedrohung anwachsen wird. Bis zum Ende bleibt es spannend. Intrigen, weise Ratschläge, Action und tiefe Einblicke in das Wesen der Macht, die Wirren der Klonkriege oder die Gedankenwelten der Klonsoldaten zeichnen dieses Buch aus, das mit Ausnahme von Obi-Wan ganz ohne bekanntere Charaktere auskommt. Unvorstellbar wenn man sich die zahlreichen Bücher mit den großen Drei Han, Luke und Leia ansieht.
Dem Lesefluss steht gelegentlich nur die Übersetzung entgegen, welche etwas sperrig wirkt und so manche Sätze wenig Sinn ergeben lässt. Irritierend in diesem Zusammenhang ist auch dass Asajj Ventress im Personenregister als General geführt wird, während sie im Dramatis Personae des Originals noch korrekt als Commander bezeichnet wird. Über Dookus Titulierung als Graf kann man freilich streiten, die Filme geben Count vor, denn auch Lord Vader wurde nicht zum Fürsten und der Imperator kein Kaiser, selbst wenn das Buch zu Episode IV noch solche Stilblüten enthält. Ärgerlicher hingegen ist schon die inhaltlich völlig abwegige Bezeichnung des Marketing-Vorstands der Fünf Familien, Llitishi, als "Chiss". Dieser ist eigentlich Wroonianer (laut The Cestus Deception), die zwar auch blauhäutig sind, aber eben nicht aus den unbekannten Regionen stammen und über leuchtend rote Augen verfügen.
Fazit:
Ein gelungener Klonkriegsroman, auch ohne Anakin Skywalker.