Noch immer tobt auf der abgelegenen Dschungel-Welt Drongar im Kampf um die Heilpflanze und Droge Bota der blutige Konflikt zwischen den Separatisten und der Galaktischen Republik. Im Feldlazarett 7 kämpfen die ausgelaugten Ärzte und Krankenschwestern zusammen mit der Jedi-Heilerin Barriss Offee noch immer täglich um Leben und Tod ihrer zerschlagenen Patienten. Diese ermüdende Arbeit mit dem alltäglichen Gräuel des Krieges nagt an den Mitgliedern der kleinen medizinischen Einheit und führt zu Konflikten und Verzweiflung. Insofern ist also alles beim alten, bei Michael Reaves' und Steve Perrys zweitem Teil der Medstar-Duologie, die nur auf Englisch erschienen ist. "Jedi Healer" ist die konsequente und gewohnt hochklassige Fortsetzung von "Battle Surgeons", Reaves ("Darth Maul - Der Schattenjäger", "Coruscant Nights") und Perrys ("Schatten des Imperiums") erster Zusammenarbeit - es folgte noch "Die Macht des Todessterns".
Mit Ausnahme des mehr in den Vordergrund gerückten Plots und der leicht veränderten Figurenkonstellation - der junge Kornell "Uli" Divini ersetzt den tragisch verschiedenen Zan Yant und Jos' Onkel den ermordeten, korrupten General Bleyd - lässt sich über Medstar II dasselbe wie über den Vorgänger sagen. Und weil mir im Moment die Muße fehlt alles zu wiederholen, hake ich die Liste in Stichworten ab: sehr gelungene, lebensechte Dialoge, dichte (Star Wars) Atmosphäre, kaum/keine Actionsequenzen (das stört (mich) nicht), ungewöhnliche, gerade deswegen interessante, authentische Charaktere, mäßig spannender, ruhig konstruierter Plot, der sich den Klonkriegen von einer ungewöhnlichen Perpsektive nähert, jede Menge Wortwitz und Situationskomik, emotionale Szenen und jede Menge Melancholie zeichnen diesen Klonkriegsroman aus. Natürlich dürfen auch Anknüpfungen an die anderen Romane der Autoren nicht fehlen. So ist der aus "Darth Maul - Der Schattenjäger" bekannte Droide I-Fünf wieder mit dabei und den jungen Uli werden wir auch bei "Die Macht des Todessterns" noch einmal wiedersehen.
Fazit:
Ein ungewöhnlicher, nachdenklicher und sehr realistischer Roman, der die Schattenseiten des Krieges von einem (Star Wars-technisch) neuen Standpunkt aus deutlich macht und durch Humor, authentische Dialoge und gut gezeichnete Charaktere besticht - unbedingte Kaufempfehlung für alle Star Wars Fans, die des Englischen mächtig sind.