Einmal mehr ist eine dunkle Bedrohung über die Galaxis hereingebrochen, als corellianische Separatisten die Centerpoint Station erneut in Betrieb zu nehmen versuchten. Die Reaktion der Galaktischen Allianz erfolgte mit aller Härte, der zweite Galaktische Bürgerkrieg nahm seinen Anfang und Jacen Solos Wandel auf die dunkle Seite mit ihm. In den Fußstapfen seines Großvaters ist Jacen nun beinahe am Ziel, nachdem es ihm gelungen ist, zum alleinigen Staatschef der Allianz aufzusteigen und das Rest-Imperium zu einem Bündnis zu zwingen, das ihn schon bald zum nächsten Imperator machen könnte.
Sein souveränes Wissen um die Macht scheint Darth Caedus unbesiegbar gemacht zu haben, doch Jaina Solo wurde von Boba Fett trainiert, um den neuen dunklen Lord der Sith zu töten. Mit den Mandalorianer verteidigt sie gerade die Verpinen-Werften von Nickel 1, als Truppen des Restimperiums dort vorstoßen, um die Mandalorianer aus dem Kampf um die Galaxis zu drängen. Mit einem Nanovirus gelingt es den Imperialen die Schlacht zu wenden und den Verteidigern bleibt nur die Flucht. Auf Coruscant scheitert eine Undercovermission der Jedi und Ben Skywalker wird zusammen mit Lon Shevu von Caedus Schülerin Tahiri gefangen genommen. Als Luke die Nachricht von Jaina und Leia erfährt ist er seltsam gefasst, hatte er doch eine Vision, von der hofft dass sie sich nun erfüllen wird. Luke kann sich Caedus nicht stellen, ohne selbst der dunklen Seite zu verfallen, also übertragt der Jedi-Rat diese Aufgabe Jaina. Unterdessen ist auch Darth Caedus nach Nickel 1 aufgebrochen, um sich dort mit dem Moff-Rat zu treffen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Doch das Treffen wird zum Ziel eines verlustreichen Überraschungsangriffs der Jedi und Mandalorianer...
Darth Caedus macht im letzten Legacy of the Force-Band noch einmal überraschend viele Gefangene, von denen allerdings nicht alle wieder lebendig entkommen können. Invincible wirkt fast so als würde man nun versuchen endgültig mit den Young Jedi Knights abzuschließen versuchen, nachdem diese in New Jedi Order und Dark Nest zum Ärger vieler Fans scheinbar permanent fortgesetzt wurden. Der Preis für diesen Abschluss ist hoch, auch wenn er diesmal keinen Charakter der Originalbesetzung das Leben kostet, viel mehr sind es die Charaktere des Expanded Universe, welche für Legacy of the Force und den Beginn einer neuen Ära ihr Leben lassen. Young Jedi Knights ist nun vorbei, aber die Legacy-Ära hat erst begonnen, denn schon jetzt ist die Fortsetzung Millenium Falcon von James Luceno angekündigt worden, die Ben Skywalker und Allana mehr in den Mittelpunkt rücken dürfte. Zu hoffen bleibt dass Millenium Falcon, nicht eine Fortsetzung der Dark Nest-Trilogie wird, wurde doch von einer großen Bedrohung für die Macht an sich geredet und war nicht Raynar Thul für die Dauer Darth Caedus Herrschaft im Keller des neuen Jedi-Tempels sicher weggesperrt? Am Ende scheint Invincible nur das Feld für die Legacy-Comics zu bereiten und schafft damit eine wichtige Weichenstellung für die Abenteuer Cade Skywalkers und seiner Freunde, in einer Galaxis die von einem neuen Imperium der Sith dominiert wird.
Vergleicht man Legacy of the Force mit The New Jedi Order wird man schnell erkennen, dass die groß angepriesene neue Sicht der Macht schlussendlich wieder rückgängig gemacht wurde. Dark Nest war noch ein Grenzfall, wenn auch schon deutlich, aber LotF bringt ein Revival des Schwarz-Weiß-Denkens, die dunkle Seite kehrt zurück und auch wenn Jacen im ersten Band der Reihe noch idealistisch wirkt, so wurde dieser Eindruck schon bald ruiniert. Nach NJO hieß es dass die Macht nicht strikt in hell oder dunkel zu teilen ist, dass es auch möglich ist sich im grauen Bereich dazwischen aufzuhalten, sofern es nicht sogar richtige Farben gibt. Jacen Solos alternativer Weg wurde rückwirkend als Pfad der dunklen Seite verworfen, die Philosophie des New Jedi Order-Zyklus damit als sinnlos erklärt.
Das Problem mit Legacy of the Force dürfte den meisten Fans aus den noch ursprünglich im Bantam-Verlag erschienenen Star Wars-Trilogien der 90er-Jahre bekannt sein, eine für sich gute Story wurde auf unnötig viele Bände gedehnt, um mehr Nebenhandlungen darin einzubringen und jedem Autor Spielraum für seine Geschichten zu lassen. Für die Autoren sicher interessant, auch für die Fans bestimmter Stilrichtungen, aber bei 3 Autoren wurde es schon eine Spur unwahrcheinlicher dass einem auch jeder Band gleich gut gefällt. Um der Handlung folgen zu können, braucht man gerade Band 1, 5 und 9 gelesen zu haben, denn Klappentext und Charaktere geben die meisten Entwicklungen dazwischen gut wieder, die Schlüsselereignisse wie Beginn, Höhepunkt (Jacens großes Opfer für die Wahrung von Gerechtigkeit und Freiheit der Galaxis) und Ende sollte man allerdings schon gelesen haben.
Einzelne Kapitelauszüge aus den Young Jedi Knights-Bänden und Jacens Wortwitze, aus der Serie am Anfang jeden Kapitels, sollen die Endgültigkeit von Invincible hervorherben, neben dem Buch aber klar die notwendige Dramatik, typisch Young Jedi Knights könnte man sagen, einfach nicht ernsthaft genug und das obwohl die jugendliche Zielgruppe von damals schon längst an herausfordernderer Literatur interessiert wäre. Kurzauftritte der Droiden R2-D2 und C3PO rufen einem zudem in Erinnerung, dass es sie auch noch gibt, wenn man schon glaubte ihren Tod bzw. ihre Zerstörung überlesen zu haben. So manche Entwicklung aus New Jedi Order wurde rückgängig gemacht, manches ignoriert und das Expanded Universe in eine neue Richtung gezwungen. Statt es mit Rückbesinnung, Kanonisierung und Neuorientierung zu versuchen, werden die Fans unsanft überrollt, so dass für viele der Krieg der Sterne mit dem Friedensvertrag Gillad Pellaeons und General Bel Iblis endete, eventuell mit einem kurzen Nachspiel in Survivors Quest.
Fazit:
Zu lange hat's gedauert, endlich ist's vorbei und doch nicht, wenn mit Millenium Falcon bereits die Fortsetzung im Entstehen ist. Für sich genommen ein durch und durch mittelmäßiges Star Wars-Buch, im Blick auf die Reihe ein schwaches Ende, des wechselhaften zweiten galaktischen Bürgerkriegs.