Ein neuer Bürgerkrieg spaltet die Galaxis, doch gerade der Held des Yuuzhan Vong-Krieges Jacen Solo hat sich der dunklen Seite der Macht zugewandt und als Oberbefehlshaber der brutalen Galactic Alliance Guard den Krieg gegen potentielle Terroristen eröffnet. Mittlerweile ist Colonel Solo dank seiner Verbündeten Admiral Cha Niathal zum stellvertretenden Staatschef der nun beinahe in eine Militärdiktatur verwandelten Galaktischen Allianz aufgestiegen und hat erst kürzlich den Jedi-Orden und die Hapaner gegen sich aufgebracht.
Während Han und Leia Solo auf Kashyyyk zusammen mit den Wookies immer noch gegen die durch das Bombardement der Anakin Solo ausgelösten Waldbrände ankämpfen, werden sie plötzlich von der dunklen Jedi Alema Rar angegriffen. Doch Alema scheint nicht persönlich erschienen zu sein und ein mysteriöses Double geschaffen zu haben. Nun scheint klar zu sein, dass Alema sich durch die Hilfe von Lumiya antiker Sith-Techniken angeeignet hat und so intensivieren Jaina Solo und ihre beiden Gefährten Zekk und Jag Fel die Jagd nach der vermeintlichen Mörderin von Mara Jade Skywalker. Auf Endor haben sich unterdessen vorerst die Jedi unter der Führung Luke Skywalkers versammelt. Der einberufene Jedi-Rat muss eine Entscheidung betreffend dem Verrat Jacen Solos treffen und so wird schlussendlich ein Team aufgestellt, dass Jacen auf Coruscant in Gewahrsam nehmen soll, eine gefährliche Mission. Aber auch Jacen ist seit seinem letzten Duell mit Luke und Ben nicht untätig geblieben. Langsam scheint er zu begreifen, was es bedeutet ein Sith zu sein und von allen die ihm einst etwas bedeutet haben gehasst zu werden, so streckt er seine Fühler nach dem einzigen Menschen aus, der in ihm noch kein Monster sieht - seine Tochter Allana...
Auch im 7. Band von Legacy of the Force wird man das Gefühl nicht los, dass zu wenig passiert und man immer noch auf die Folter gespannt wird. Die Jedi wissen zwar noch nichts von Jacens Sith-Identität als Darth Caedus, aber sind endlich davon überzeugt dass sie gegen ihn vorgehen müssen, währenddessen gelingt es Ben Skywalker seit Sacrifice nicht irgendjemanden oder auch sich selbst davon zu überzeugen, dass nicht Alema Rar oder Lumiya die Mörder Mara Jade Skywalkers waren. Gerade diese esentiell wichtigen Handlungsstränge hängen also weiterhin in der Luft, dazu kommt eine auf Korriban beheimatete neue Sith-Bruderschaft, über deren Ziele und Struktur so gut wie gar nichts bekannt ist - ein Rätsel das in den nächsten beiden Bänden aber hoffentlich abgeschlossen wird.
Soviel dazu was in Fury eigentlich geschieht, nicht sehr viel leider, aber dank Aaron Allstons schriftstellerischen Talent ist das kein Problem und man liest den Band vielleicht im Gegensatz zu den Bänden Troy Dennings oder Karen Traviss gerne, da er durchwegs spannend gestaltet ist. Sogar Kyle Katarn darf einen Auftritt feiern und gerät in ein Duell mit Jacen Solo. Aller Spannung und Wiedersehensfreude zum Trotz werden in Fury immer mehr die Tücken des für Legacy of the Force gewählten Konzepts sichtbar. Neun Bände für eine Geschichte über den zweiten Galaktischen Bürgerkrieg sind wohl doch etwas zu viel, zumindest bei der Beschränkung auf drei Autoren, von welchen jeder in seinen jeweils 3 Bänden versucht eine eigene Geschichte auf Kosten der Rahmenhandlung zu erzählen und das geforderte "serienwichtige Ereignis" oft leider nur noch als Alibi für Spielereien wie Karen Traviss wachsende Begeisterung für die Mandalorianer benutzt wird.
Schön und gut wenn der Versuch unternommen wird das Expanded Universe zu harmonisieren, doch ganz offensichtlich ist dieser Versuch aus dem Ruder gelaufen und zu einem Anlauf geworden die Geschichte neu zu schreiben, wie immerwiederkehrende Reaktivierungsversuche der Centerpoint Station und endlose Bürgerkriege, die eine Fraktion zu einem faschistischen Regime werden lassen, beweisen. Nun ist Aaron Allston zum Beispiel durchaus fähig eine spannende Geschichte zu erzählen, die aber nicht so fortgesetzt werden muss und einen gänzlich anderen Weg einschlagen kann (bleibt zu hoffen dass Troy Denning mit Invincible ein ähnlicher Geniestreich wie Inferno gelingt). Es hängt also am seidenen Faden, wie und ob zumindest das Finale von Legacy of the Force zum erhofften Knaller werden kann. Für Fans beunruhigend sind dabei natürlich die beharrlich propagierten Gerüchte über mögliche Fortsetzungen dieser neuen Ära.
Besonders zeichnet sich Fury vor allem durch den Sarkasmus und humorvoller Bemerkungen einiger Charaktere wie Wedge Antilles aus, die es immer wieder schaffen dem auch für die Leser zeitweise etwas trostlosen Konflikts doch einige Grinser zu entlocken.