Im zweiten Band der Legacy of the Force-Reihe ist der Buchtitel endlich Programm, denn während Jacen Solo beginnt in den Fußstapfen seines Großvaters zu wandeln, führt die Suche nach seiner verlorenen Tochter den bekanntesten Kopfgeldjäger der Galaxis, Boba Fett, nicht nur auf die Spur seiner einzigen Blutsverwandten sondern auch der letzten überlebenden Klonsoldaten.
Inhalt:
Zehn Jahre nach Ende der Yuuzhan Vong Invasion erhält der bekannteste Kopfgeldjäger der Galaxis von seinen Ärzten die Hiobsbotschaft, dass er an einer unheilbaren Krankheit erkrankt ist. Aus diesem Grund macht sich Boba auf nach Kamino, denn nur das Wissen der Klonwissenschaftler Taun We und Ko Sai kann ihn jetzt noch retten. Um als Mandalore einen geeigneten Nachfolger zu finden, begibt er sich auf die Suche nach seiner Tochter die er seit gut 50 Jahren nicht gesehen. Auf seiner Suche begegnet er der Kopfgeldjägerin Mirta Gev, welche behauptet den 71jährigen Boba Fett zu dessen Tochter führen zu können.
Auf Coruscant versucht Jacen Solo den Staatschef Cal Omas zu einem weiteren Militärschlag gegen Corellia zu bewegen, doch dieser weigert sich derart hart gegen die corellianischen Rebellen durchzugreifen. Als wenige Tage später eine Serie von Terroranschlägen das Herz der Galaktischen Allianz erschüttert, sieht sich Omas gezwungen eine neue Sicherheitstruppe ins Leben zu rufen. Von nun an soll die Galactic Alliance Guard für Sicherheit und Ordnung auf Coruscant sorgen und ernennt Jacen Solo zu ihren Anführer. Zusammen mit Ben Skywalker beginnt Jacen mit einer gnadenlosen Jagd nach den vermeintlichen Terroristen, wobei er immer rücksichtsloser zu werden scheint.
Aufgrund einer anonymen Botschaft, welche ihnen ein corellianischer Politiker zugespielt hat, begeben sich Han und Leia nach Corellia, wo sie prompt in ein Mordkomplott an Hans Cousin Thrackan Sal-Solo verwickelt werden. Doch Thrackan hat ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt, was sie dazu zwingt kurzfristig nach Coruscant zurückzukehren...
Zum Inhalt:
Mit Bloodlines bekräftigt die Legacy of the Force Reihe ihren Anspruch die gesamte Star Wars Saga zu vervollkommnen. Mit dem sterbenden Boba Fett und seiner Suche nach der verschollenen Tochter Ailyn Vel kommt ein weiteres eher unbekanntes Element des Erweiterten Universums zum Tragen, während gleichzeitig die aus Republic Commando 2 bekannten Null ARCs ebenso eine wichtige Rolle einnehmen. Zweifellos dürfte das Rätsel um deren Verbleib in den nächsten Bänden der Republic Commando-Reihe und den beiden ebenfalls von Karen Traviss geschriebenen Legacy of the Force Bänden 5 und 8 geklärt werden. Offensichtlich befindet sich Jacen Solo mit Ende dieses Bandes bereits unabänderlich auf den Spuren seines Großvaters, wobei die gesamte Legacy of the Force-Reihe einem mittlerweile vorhersehbaren Ende entgegensteuert oder kann Jacen doch einer Korrumpierung durch diese neu erlangte Macht widerstehen? Nach dem großartigen Beginn der Reihe im Vorgängerband Betrayal schafft es Bloodlines aufgrund von mangelnder Tiefe nicht den Leser zu überzeugen. Während die Autorin versucht, ihre eigenen Storyelemente rundum Boba Fett und seine Mandalorianer weiter auszubauen wird Jacens Abgleiten in die Dunkelheit schon weniger genau dokumentiert. Allgemein lässt sich sagen, dass Traviss in Anbetracht ihrer eigenen Mandalorianer-Boba-Fett-Storyline sämtliche Nebenhandlungen wie die Entwicklung Ben Skywalkers, Lukes Zweifel an Jacens Motiven, der Einflussnahme Cal Omas auf die Jedi, die Aktivitäten des Traumehepaars Han und Leia zu kurz kommen lässt und man plötzlich überrascht erfährt dass Jaina Solo wieder in den aktiven Dienst als Pilotin getreten ist, ja dass sie sogar die neue Kommandantin des Rogue Squadrons ist. Selbst die dunkle Lady Lumiya verkommt zu einer plumpen Mischung dunkler Motive, welche nicht klar erkennen lassen, was sie denn nun mit Jacens Ausbildung bezweckt.
Fazit:
Trotz einer Rückkehr Boba Fetts und Jacens dunklen Wandel bleibt Bloodlines doch eindeutig hinter den Vorleistungen von Aaron Allstons ersten Band der Legacy of the Force-Reihe Betrayal zurück. Hauptsächlich ist dies der Fall, weil die meisten Nebenhandlungen dieses Bandes mit ihm auch beendet sein dürften (wahrscheinlich damit sie in Karen Traviss nächsten Bänden wieder aufgegriffen und fortgesetzt werden), während das große Hauptthema der Reihe grob vernachlässigt wird.