Nach der gescheiterten Entführung der Solo-Zwillinge durch die Schattenakademie kehren die beiden mit ihren Freunden Tenel Ka und Lowie in den Ferien nach Coruscant zurück. Zuerst besuchen sie ihren Freund Zekk, der als Streuner ein Leben in der Unterwelt von Coruscant führt und dabei vom alten Peckhum, einem Lieferanten von Vorräten für die Jedi-Akademie bei sich aufgenommen wurde. Um Zekks Gastfreundschaft zu erwidern laden die Zwillinge Zekk kurzerhand zu einem Empfang im ehemaligen Imperialen Palast ein, wo Leia Organa Solo am Abend eine Reihe Abgesandter empfängt. Zekk kommt, doch er fühlt sich schnell fehl am Platze und fragt sich wie so hochwohlgeborene Sprösslinge nur seine Freunde werden konnten. Innerlich hin und hergerissen gerät er plötzlich in eine Versammlung der Verlorenen, einer Bande von Streunern, die gerade von Brakiss und Tamith Kai, den Leitern der Schattenakademie, angeworben werden. Zekk weigert sich zunächst den dunklen Jedi zuzuhören, doch als sie ihm sein eigenes Machtpotential offenbaren und beginnen ihm die "Wahrheit" über seine Freunde zu enthüllen, wagt er einen gefährlichen Schritt...
Selbst wenn die Handlung damit schon relativ abgeschlossen klingt, so täuscht dieser Eindruck gewaltigt, da bereits kurz auf Zekks Entführung eine ganze Reihe von Ereignissen ihren Lauf nehmen, wie sie zuletzt während des Krieges mit den letzten imperialen Kriegsherrn stattgefunden haben und sogar ein bisschen an die hinterlistigen Angriffe Großadmiral Thrawns erinnern. Sicher, Kevin J. Anderson ist nicht Timothy Zahn, aber für einen Jugendroman hat er auch in Die Verlorenen eine beachtlichte Leistung vollbracht. Er verwebt darin das tückische Komplott einer letzten imperialen Widerstandsbewegung mit den Bemühungen eines gescheiterten Studenten der Jedi-Akademie seine eigenen dunklen Jedi-Schüler zu gewinnen und dadurch ein neues, den Idealen der dunklen Seite ergebenens Imperium zu erschaffen, mit kräftiger Unterstützung durch die wiedererstarkte Nachtschwesternschaft. Auch wenn der Plot vielleicht etwas abgelutscht wirkt, so muss man doch bedenken, dass Young Jedi Knights zum Beispiel gut 14 Jahre nach der legendären Thrawn-Trilogie angesiedelt ist, in einer völlig anderen Zeit sozusagen, wo die damals noch kleinen Solo-Kinder nun zu jungen Jedi-Rittern heranwachsen und lernen müssen auf sich selbst aufzupassen.
Wie die beiden vorangeganenen Bände ist auch Die Verlorenen selbst für sehr verwöhnte Star Wars-Fans durchaus spannend und interessant. Ungewöhnlich für eine Jugendbuchserie gelingt es Young Jedi Knights wirklich zu fesseln und den Leser dank einer sich ständig weitentwickelnden Rahmenhandlung in den Bann zu ziehen, man wird ständig mit neuen Handlungswendungen angenehm überrascht und fragt sich wie all das nur ausgehen kann, sodass man Seite für Seite verschlingt.