Noch tiefer als bisher entführt der fünfte Klonkriegs-Sonderband in die Abgründe der Klonkriege, wo selbst Siege einen schalen Nachgeschmack haben und Verrat an der Tagesordnung steht, während der Plan der Sith zwar immer offensichtlicher wird, im allgemeinen Chaos von Intrigen im Senat bis auf exotische Schlachtfelder findet jedoch keiner die Zeit ihn zu durchschauen.
In der ersten der fünf im Sonderband zusammengefassten Geschichten, Kampf ums Überleben (Republic Heft 61), gerät Bail Organa auf die Spur des Komplotts der Sith. Nach einem Überfall durch Piraten auf Bails Schiff, setzt Kanzler Palpatine verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Kraft und beschneidet so einmal mehr die demokratischen Einflussmöglichkeiten des Senats. In dieser dunklen Stunde trifft Bail auf Ex-Kanzler Finis Valorum, der ihm von seinen Befürchtungen bezüglich Palpatines Machtstreben berichtet. Die beiden sind mit ihren Zweifeln an Palpatines Aufrichtigkeit jedoch nicht alleine, als sie beunruhigende Entwicklungen im Senat offen legen...
In Blutige Fronten (Republic Heft 64), kämpft Jedi-Meister Rohnar Kim um sein Leben. Der Jedi der Palpatine einst das Leben rettete und dessen politische Karriere von Anfang an mit begleitete, ist ins Visier der Sith geraten, könnte er doch zuviel wissen. Es ist eine perfide Falle in die er geraten ist und lebend nicht mehr verlassen wird. Doch in den letzten Momenten seines Lebens erinnert er sich seiner Begegnungen mit dem Kanzler und erkennt die erschütternde Wahrheit...
Hass und Furcht (Republic Heft 60) knüpft an das Ende der Schlacht um Jabiim an und erzählt von den auf Rattatak gefangenem Obi-Wan Kenobi und ARC-Klon Alpha, die dort einer langwierigen Folter durch Asajj Ventress ausgesetzt sind. Erst nach Wochen gelingt ihnen die Flucht, die sich als weit schwieriger erweist, als zunächst angenommen, denn neben den Wachen müssen sie auch Ventress selbst überwältigen...
Niemandsland (Republic Heft 62), die vorletzte der fünf Geschichten, nimmt die Handlung dort auf wo sie in Hass und Furcht endete - In einem gestohlenen Schiff, gejagt von Separatisten und ohne Aussicht auf Verstärkung oder ein Rettungsteam.Während es die Flüchtigen nach Riflor verschlagen hat, wo sie sich mit Droiden und Söldnern herumschlagen müssen, liegt Anakin Skywalker seinem provisorischen neuen Meister Ki-Adi Mundi damit in den Ohren, dass er überzeugt ist, dass Obi-Wan noch lebt....
Die letzte Klonkriegsstory in diesem Sonderband befasst sich mit Yoda (Jedi: Yoda), der sich nach einer verlustreichen Offensive der Separatisten gezwungen sieht selbst das Kommando über eine Klonarmee zu übernehmen. Dabei sieht er sich jedoch einem alten Freund gegenüber, dessen Loyalitäten nicht mehr allzu durchschaubar sind, dennoch will Yoda ihm eine Chance geben, seine Entscheidung zu überdenken...
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Wieder einer der ganz großen Sonderbände, mit wunderbaren Illustrationen und gleich mehreren spannenden Storys, die die das Schicksal der Galaxis einmal mehr auf Messers Schneide bringen. Leider lässt sich der mangelnde inhaltliche Zusammenhalt der einzelnen Klonkriegsstorys bemängeln, die sich etwas enttäuschend auf den gesamten Sonderband auswirken. Dies kommt daher, dass hier mehrere verschiedene Klonkriegsstorys, die im Grunde nichts oder nur sehr wenig miteinander zu tun haben, in einen Sonderband zusammengefasst wurden. Aber wie würden sich separatische Selbstmordattentäter, Söldner, Intrigen im Senat, Folter und Verrat sonst unter einen Hut bringen lassen.
Auf Messers Schneide ist durchaus ein Lückenbüsser, aber einer der besseren. Die Klonkriege zeigen sich wieder einmal von ihrer schmutzigen und interessanten Seite, die ein differenziertes Bild der Ära ermöglicht. Palpatines Notstandsvollmachten werden kritisch hinterfragt, der erste Widerstand unter den Loyalisten formiert sich und erkennt die moralische Verkorkstheit der Republik, die kaum noch zu retten ist. Finis Valorum als Anti-Held und im entscheidenden Moment vielleicht einer der Vorväter der Rebellen-Allianz. Doch Valorum ist nicht der einzige der Helden der zweiten Reihe, der seinen mehr oder weniger großen Auftritt, sondern auch Gillad Pellaeon, der noch republikanischer Flotten-Offizier ist. Die klare Schwarz-weiß-Trennung der alten Trilogie sie verschwimmt in den Klonkriegen langsam, was auch die Moral der Jedi in fragwürdigen Licht erscheinen lässt. So muss auch die Personifzierung des Jedi-Kodex, Meister Yoda, erkennen dass Pazifismus tödlich sein kann. Zugleich erfährt man auch von Palpatines Weg vom Politiker auf Naboo zum Kanzler der Galaktischen Republik.
Fazit:
Einer der Sonderbände welchen es gelingt die Klonkriege in all ihren Facetten darzustellen, während die Grenzen von Gut und Böse allmählich verschwimmen.