Nach verlustreichen Kampagnen und Rückschlägen wie auf Jabiim sehen sich die in den Kriegswirren plötzlich mit zwei ihrer einst wichtigsten Aufgaben konfrontiert, welche allerdings seit Geonosis sträflich vernachlässigt wurden. So hat jemand ein Kopfgeld auf die Jedi ausgesetzt und ehemalige Jedi-Meister wie Quinlan Vos oder Sora Bulq haben die Seiten gewechselt, womit der gesamte Jedi-Orden bedroht ist.
Selbst Heiler wie T'ra Saa oder Barris Offee sind in "Kräftemessen" nicht sicher, als ihr notdürftig eingerichtetes medizinisches Lager auf Null plötzlich von Kopfgeldjägern überrannt wird. Zwar wird jeder verfügbare Jedi dringend als General an der Front benötigt, doch Mace Windu will ein Exempel statuieren und diesem Treiben ein Ende setzen. Zusammen mit Saesee Tiin, Agen Kolar und Kit Fisto (seinem Dreamteam, mit dem er in Episode 3 auch Palpatine zu stellen versucht) bricht er auf um die für Null verantwortliche Kopfgeldjäger-Bande zur Verantwortung zu ziehen...
"Für immer jung", dessen Titelbild den vorliegenden Sonderband prägt, ist ein Oneshot und lässt in Andeutungen die Verbindung zur Schlacht um Jabiim und Aargonar erkennen. Während Truppen der Republik auf Zaadja unter der Führung Obi-Wan Kenobis und seines Padawans Anakin Skywalkers einen Frontalangriff auf die Stellungen der Separatisten durchführen sollen, ist es die Aufgabe der jungen Jedi-Ritterin Tohno verdeckt in eine von den Geonosianern betriebene Anlage einzudringen und diese zu sabotieren. Doch Anakin, der den Tod so vieler junger Jedi erleben musste und sich selbst gerne dieser Aufgabe stellen würde, um nicht Freunde, Brüder und Schwestern zu verlieren, ist eben kein Jedi-Ritter und bleibt mit seinen Zweifeln allein gelassen...
"Armor" hingegen schlägt eine Brücke in spätere Jahre des Erweiterten Universums, als ein Kreuzer der Separatisten auf dem unterentwickelten Planeten Honoghr abstürzt und Giftstoffe austreten, die den einheimischen Noghri noch Jahrzehnte das Leben schwer machen werden. Doch das Schlachtschiff enthält womöglich wertvolle Informationen zu einer neuen Waffe der Separatisten. Ein Vorauskommando der Republik wird jedoch von den Noghri vernichtet, trotz Jedi-General. Als eine Meisterin heikler Missionen wird nun Aayla Secura mit der Bergung beauftragt und bricht mit ihrem treuen Klon-Commander Bly auf, nur um festzustellen dass die Separatisten nicht tatenlos geblieben sind und ihrerseits einen fähigen Agenten entstandt haben, Quinlan Vos - der Showdown zwischen Meister und Schülerin die nun auf verschiedenen Seiten stehen ist freilich unvermeidlich...
"Schlachtschiffe über Rendili" bewegt sich zunächst auf zwei getrennten Handlungslinien. Auch der Republik einst treu ergebene Welten drohen sich abzuspalten und Count Dooksu Propaganda zu erliegen. Im Fall von Rendili ist das jedoch besonders heikel, stellt Rendili StarDrives doch die beliebten Dreadnaughts her. Während eine von Saesee Tiin kommandierte Flotte darauf wartet notfalls einzuschreiten, versuchen Plo Koon und Captain Jan Dodonna als Vermittler ein Ausscheren Rendilis noch auf diplomatischen Wege zu verhindern, müssen jedoch feststellen, dass sie ziemlich auf verlorenen Posten kämpfen, obwohl sie mit dem Veteran der Schlacht um Troiken (und des Stark Hyperraumkrieges) Jace Dallin einen Sympathisanten unter Rendilis Verteidigern hätten. Zugleich stößt Obi-Wan Kenobi an Bord eines schrottreifen alten Kreuzers auf Quinlan Vos, dessen fragliche Loyalitäten ihn nun ins Visier von Dookus Schergen Asajj Ventress und Tol Skorr gerückt haben. Doch auch Obi-Wan ist sich nicht sicher, auf wessen Seite Vos überhaupt steht und dennoch müssen die beiden zusammenarbeiten, um gegen die beiden dunklen Jedi bestehen zu können...
Mit "Schlachtfelder" werden die Klonkriege auf geniale Weise fortgesetzt, der Plot um Quinlan Vos wird genauso weiter entwickelt, wie in Oneshots weitere Facetten des Krieges gezeigt werden und die gewonnenen Eindrücke noch verstärken. Soll heißen, Schlachtfelder ist ein guter Mix, der erzählerisch für jeden etwas bietet. "Kräftemessen" ist ein wirklicher Show of Force (wie der Comic übrigens im Original heißt) und dennoch ziemlich unabhängig vom Rest der Reihe, verwebt aber gekonnt "Das Jedi Ritual" mit den Klonkriegen, indem nun das Schicksal von Dookus Günstling Kh'aris Fenn offenbart wird. Das Jedi Ritual erweist sich allerdings auch noch für andere Klonkriegescomics, insbesonders die gesamte Belagerung von Saleucami, als wichtiger Stichwortgeber und enthält die gesamte Vorgeschichte. "Für immer jung" mag zwar ein Oneshot sein, der sich primär mit dem Schicksal einer bis dahin völlig unbekannten Jedi auseinandersetzt, doch gibt die Geschichte eben auch einige sonst rare Details über die psychischen Auswirkungen Jabiims auf Anakin Skywalker preis. "Armor" wiederum orientiert sich ganz an der Klonkriegs-eigenen Erzählung von Quinlan Vos-Verrat, der gewissermaßen als hintergründiges Thema seit der Schlacht um Kamino die ganze Reihe durchzieht. Die bedeutende Wendung in Vos Entwicklung geschieht jedoch erst in "Schlachtschiffe über Rendili", wo er sich gegenüber Obi-Wan Kenobi als Doppelagent zu rechtfertigen versucht, während der zweite Erzählstrang Charaktere aus dem Stark Hyperspace Krieg benutzt, um eine im Grunde ebenfalls unabhängige Klonkriegs-Geschichte zu erzählen.
Viel faszinierender als die Verwebungen und Beziehungen der einzelnen Geschichten zu anderen Star Wars-Comics (die bei Dark Horse größtenteils alle in der Republic-Reihe erschienen sind) sind sicherlich die großen Duelle welche "Schlachtfelder" zu bieten hat. So tritt Quinlan Vos nun einmal mehr gegen seine einstige Schülerin Aayla Secura an, doch diesmal stehen beide auf unterschiedlichen Seiten. Zugleich bieten sich Vos und Kenobi mit Dookus Jüngern Ventress und Skorr auch einen Showdown, der seinesgleichen sucht und sogar einen Rancor ins Spiel bringt. Jedi, Jedi und Jedi, so viele wie in den Klonkriegscomics selten zuvor dürfen in Schlachtfelder ihre Lichtschwerter schwingen und tragen zum hohen Actiongehalt des Bandes bei. Mit der Verwüstung Honoghrs wird zudem ein in der Thrawn-Trilogie bereits lange vor den Prequels beschriebenes Ereignis enthüllt.
Und wieder einmal beweisen die Klonkriegs-Comics wie innovativ und richtungsweisend dieses visuelle Medium doch sein kann. Durch Anspielungen und Vernetzungen gelingt es den Comics die Klonkriege teils weit mehrdimensionaler darzustellen, als es den Autoren der Romane möglich war.
Fazit:
"Schlachtfelder" übertrifft an Facettenreichtum sogar noch "Messers Schneide" und setzt Ereignisse in Gang die in "Waffenbrüder" direkt in Episode 3 überleiten werden.