"Die letzte Prophezeiung" läutet das große Finale der Reihe ein - endlich. Das Buch steht in der guten Tradition der sieben vorrangegangenen Bände und verbindet gelungene Dialoge, eine gelungene Charakterzeichnung und eine zumindest mäßig spannende Handlung zu einem äußerst lesenswerten Buch, das den Leser hervorragend auf das Finale grande "Vereint durch die Macht", von James Luceno, vorbereitet.
Der 1963 im US-Bundesstaat Mississippi geborene Autor Greg Keyes, der zu der Reihe bereits zwei Bücher beisteuerte ("Die Verheissung", "Anakin und die Yuuzhan Vong" (Edge of Victory-Duologie)), verbindet dabei einige Stärken der vorrangegangenen Bücher. Sein Stil kann meiner Meinung nach - zumindest im ersten Teil - als eine Mischung aus Aaron Allston und Walter Jon Williams aufgefasst werden.
Die Handlung will ich hier nicht alzu breittreten; sie wurde schließlich von meinen Vorrezensenten schon ausführlich beschrieben: Nachdem Tahiri auf Dagobah einen Beschämten getroffen hat, der auf der Suche nach dem vom Propheten Yu'Shaa - alias Nom Anor - prophezeiten Planeten Zonama Sekot starb und dieser den Jedi eine Botschaft geschickt hatte, bricht sie mit Corran nach Yuuzhan'tar - ehemals Coruscant - auf. Nach einer mehr oder minder geglückten Landung nehmen sie schließlich auch noch die ketzerische Meistergestalterin Nen Yim und der Priester Harrar an Bord und machen sich auf den Weg zum lebenden Planeten... Unterdessen befinden sich die Streitkräfte der Galaktischen Allianz immer noch im Konflikt mit den Flotten der wiedererstarkenden Yuuzhan Vong. Stellvertretend wird Wedge Antilles gezeigt, in dessen Flottenverband auch Jaina fliegt. Nach der Rückeroberung der Werftenwelt Fondor wenden sich Steitkräfte der Allianz einem Großangriff auf Bilbringi zu, um den Weg für einen Angriff auf Coruscant zu ebnen, als es den Yuuzhan Vong gelingt das Holonetz auszuschalzen und somit die Allianz von jeglicher Kommunikation abhalten...
Die Handlung treibt die Reihe zielstrebig auf das Finale zu. Das das Buch nicht so spannend wie etwa die Bände 12 oder 14 ist sei dem Buch verziehen, schließlich kann es in den meisten anderen Bereichen überzeugen. Die Dialoge sind äußerst authentisch und zumindest zu Beginn ein wenig melancholisch und stellenweise auch witzig. Das der erste Teil besser ist als der zweite, liegt meiner Meinung nach hauptsächlich daran, dass sich ab der Hälfte hier und dort ein paar Längen einschleichen. Sehr überzeugend ist dann widerum das Finale. Obwohl der Autor über den Charakteren und Ereignissen steht ist seine Charakterzeichnung sehr feinfühlig, ohne die Charaktere entscheidend weiterzuentwickeln. Das die Yuuzhan Vong wieder etwas stärker in den Vordergrund treten als bei der Force Heretic-Trilogie ist ebenso zu begrüßen wie die Tatsache, dass der Autor den Mut hat die Handlungsstränge an spannenden Stellen zu unterbrechen. Wortspiele wie "Tahiris Magen brannte, und ihre letzte Mahlzeit unternahm angestrengt den Versuch, ihrem geplanten Schicksal zu entgehen" oder gar philosophische Passagen sucht man weitestgehend vergeblich.
Fazit:
Ein gelungenes Vorfinale, das viele Stärken der Bände 11 bis 17 kombiniert, ohne wie eine Kopie zu wirken. Das dieses Buch wie so ziemlich alle anderen Star Wars Bücher keine große Literatur ist dürfte wohl kaum jemanden stören. Der lose Mix aus gelungener Action, guten Dialogen, feinfühliger Charakterzeichnung und einer mäßig spannenden Handlung ist somit jedem Star Wars Fan zu empfehlen und für Fans der Reihe sowieso Pflicht.