Auf keinen Fall uninteressante Bücher! Was natürlich am positivsten auffällt, ist das lang ersehnte Erscheinen von Han Solo. Hat ja auch lange genug gedauert! Er bringt stets Charme, Witz und Spannung ins Star Wars Universum. Und man muss James Luceno zur Schaffung eines neuen Charakters gratulieren: Droma, ein raumfahrender Ryn. Es liegt auf der Hand, dass dieser Nichtmensch in gewisser Weise ein Ersatz für Chewie sein soll und das hätte ich, hätte ich es nur gehört und nicht gelesen, echt albern und klischeebeladen gefunden, aber wer Han und Droma in Aktion sieht, der wird in seiner Meinung korrigiert. Droma ist ein lustiger, natürlicher, ungekünstelter, schalfertiger und sympathischer Charakter, der perfekt zu Han Solo passt. Ihre Beziehung wird gut dargestellt: Han will sich nach der Tragödie mit Chewie nicht wieder auf eine Partnerschaft einlassen und schon gar nicht auf diejenige Vertrautheit, die seine Freundschaft mit dem Wookie prägte; trotzdem ist es unübersehbar, dass er tief in seinem Inneren eine solche Freundschaft sucht und sich nach und nach eingesteht, dass er den Ryn sehr gut leiden kann. Wahrscheinlich werden mich jetzt alle Chewie-Fans hassen, aber ich finde es besser, dass Hans Partner endlich sprechen kann und sich nicht nur mit gebrüllten Geräuschen artikuliert. In den Filmen war Chewie ja ganz witzig, aber in den Büchern auch oft überflüssig und nur zum Aufwärmen der Insider aus den Filmen zu gebrauchen. Ich finde, dass Droma ein guter neuer Charakter ist, von dem man mehr lesen sollte, d.h. ich hoffe, dass auch andere Autoren die Geschichte um Droma und Han fortführen werden.
Bei dem zweiten Buch von Luceno finde ich es ein wenig misslungen, dass der Schwerpunkt mehr auf den Hutts, Yuuzhan Vong, unbekannten Politikern und anderen Neuzugängen liegt und verhältnismäßig wenig von Han erzählt wird. Zu Gute muss man dem Buch aber halten, dass die Kinder zwar vorkommen, aber nicht über die Maßen in den Mittelpunkt gestellt werden. Mit denen sollte man als Autor aufpassen, denn sie können ganz schnell nerven. Obwohl mir persönlich schon in den letzten Büchern dieser Reihe aufgefallen ist, dass sich vor allem Anakin, den ich als Kleinkind unheimlich fand, fast als einziger von den Solo-Kindern seinem Alter entsrechende natürlich verhält. Im Großen und Ganzen bezieht sich dieses Buch auf zu viele Handlungsstränge, weswegen ihm aber nicht der rote Faden verloren geht, vorausgesetzt, man liest es in einem Rutsch oder innerhalb weniger Tage. Kann man aus zeitlichen Gründen alle zwei Tage mal ein paar Seiten lesen, verliert man gewiss den Überblick. Trotzdem: gut zu lesen und spannend.