Ein Buch nur für Fans der Reihe. Obwohl sich beim lesen des zehnten Teil der "Das Erbe der Jedi-Ritter"-Reihe die Frage aufdrängt inwiefern das Buch der Gesamtgeschichte weiterhilft und sich einige erzählerische Schwächen finden, ist das Buch - zumindest für Fans der Reihe - durchaus zu empfehlen, weil es leicht und flüssig zu lesen ist.
Trotzdem bleibt Elaine Cunninghams Buch hinter den Erwartungen zurück, da es Tiefgang, sowohl bei der Handlung als auch bei der Ausarbeitung der Charaktere, vermissen lässt.
Inhaltlich knüpft das Buch direkt an den neunten Teil "Das Ultimatum" an: Den Überlebenden der erfolgreichen, aber auch verlustreichen Mykr-Mission, unter ihnen eben auch Jaina Solo, gelingt die Flucht von Mykr mit Nom Anors Fregatte. Als Fluchtziel haben sie Coruscant gewählt, in der Hoffnung dort Schiffe der Neuen Republik anzutrffen: Dies ist natürlich nicht der Fall, da die Yuuzhan Vong Coruscant ja gerade bestzt haben. Nachdem es ihnen gelungen ist mit der Hilfe von Han, Leia, Mara und Luke, die an Bord des Falken ebenfalls gerade von Coruscant fliehen, von Coruscant zu entkommen springen sowohl die Yuuzhan Vong-Fregatte, die Jaina "Trickster" tauft, um ihre in diesem Buch entwickelte Imitation von Yun-Harla, der Yuuzhan Vong-Göttin der List Nachdruck zu verleihen, als auch der Falke ins Hapes-Cluster.
Dieses wurde kurz zuvor, überraschender Weise von der hapanischen Königin Teneniel Djo, Tenel Kas Mutter (Tenel Ka ist/war Mitglied des Kommandoteams), für Flüchtlinge geöffnet. So landen dann auch Jaina und ihre Eltern, die von Kyp Durron begleitet werden auf Hapes. Dort gerät Jaina unter den schlechten Einfluss der intriganten, ehemaligen Königin Ta´a Chume, die lieber Jaina, statt der nicht mehr wirklich regierungsfähigen Teneniel Tjo auf dem Thron sähe: denn Hapes braucht eine starke Königin, da der Flüchtlingsstrom auch die Yuuzhan Vong früher oder später unweigerlich nach Hapes führt...
"Jainas Flucht" wird seinem Titel gerecht - sowohl wegen der tatsächlichen Flucht als auch wegen der Flucht vor ihren eigenen Problemen. Leider ist damit dann aber auch die Handlung, die nur einen beschaulichen Teil des Personenkreises der Reihe behandelt, auf dieses sehr spezielle Thema beschränkt. Der Charakter Jaina Solo wird nur sehr oberflächlöich erfasst - zumindest wenn man bedenkt, dass sie die Hauptperson des Buches ist.
Auch spannende, dramatische, actiongeladene oder humorvolle Momente sind eher selten. Stattdessen verliert sich die Autorin oftmals in Nebensächlichkeiten und unsinnigen Dialogen.
Das Titelbild ist aber wirklich durchaus gelungen - gerade in Zusammenspiel mit dem X-Wing und dem Symbol der neuen Republik - obwohl es auch einige andere, bessere Abbildungen von Jaina gibt.
Es lässt sich also festhalten, dass dieses Buch viele Schwächen aufweist und nur für Fans der Reihe wirklich zu empfehlen ist. Positiv zu vermerken ist aber auch, dass mit diesem Buch die Litargie der Reihe endet. Deshalb empfehle ich lieber die beiden nachfolgenden Bände "Rebellenträume" und "Angriff der Rebellen" von Aaron Allston, die sich auch ohne Kenntnis dieses Buches lesen lassen.