Kurzbeschreibung
Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis...
"Die gestohlene Vergangenheit" schildert, was sich vor Star Wars - Episode I ereignete.
Als Obi-Wan Kenobi und Qui-Gon Jinn zum Planeten Phindar entführt werden, finden sie sich in einer Welt des Wahnsinns wieder. Das herrschende Syndikat unterdrückt die Menschen und kontrolliert sie, indem es ihre Erinnerungen auslöscht. Die einzige Hoffnung des Planeten liegt in einer Bande diebischer Rebellen.
Qui-Gon und Obi-Wan geraten in einen Krieg der Gedanken. Un wenn sie nicht vorsichtig sind, können auch sie ihre Erinnerungen - und damit ihre Vergangenheit - für immer verlieren.
"Die gestohlene Vergangenheit" schildert, was sich vor Star Wars - Episode I ereignete.
Als Obi-Wan Kenobi und Qui-Gon Jinn zum Planeten Phindar entführt werden, finden sie sich in einer Welt des Wahnsinns wieder. Das herrschende Syndikat unterdrückt die Menschen und kontrolliert sie, indem es ihre Erinnerungen auslöscht. Die einzige Hoffnung des Planeten liegt in einer Bande diebischer Rebellen.
Qui-Gon und Obi-Wan geraten in einen Krieg der Gedanken. Un wenn sie nicht vorsichtig sind, können auch sie ihre Erinnerungen - und damit ihre Vergangenheit - für immer verlieren.
Über den Autor
Jude Watson heißt eigentlich Judy Bundell und ist eine preisgekrönte Autorin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Berühmt wurde sie unter ihrem Pseudonym für ihre Star-Wars-Romane. Sie lebt mit ihrem Mann in Katonah, USA, in der Nähe von New York.Dominik Kuhn ist Regisseur, Autor, Übersetzer und Kreativstratege.
Auszug aus Star Wars, Jedi-Padawan, Bd.3, Die gestohlene Vergangenheit von Jude Watson. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Auf dem Markplatz von Bandor herrschte reges Treiben, als Obi-Wan ihn durchstreifte. Gern wäre er stehen geblieben, um eine Muja-Frucht zu kaufen, doch Qui-Gons Schritte wurden nicht langsamer. Obi-Wans Meister ging mit fließenden Bewegungen durch die bevölkerten Straßen. Ohne auszuweichen oder abzubremsen bahnte er sich seinen Weg und verbrauchte dabei so wenig Energie wie möglich. Obi-Wan fühlte sich wie ein plumper Sandkriecher neben einem schlanken Raumjäger. Er war darauf bedacht, seinem Meister auf den Fersen zu bleiben. Er würde bald zu seiner ersten offiziellen Mission mit Qui-Gon aufbrechen. Der Jedi-Ritter hatte es zunächst abgelehnt, Obi-Wan als seinen Padawan-Schüler anzunehmen. Obwohl sie viele Kämpfe und Abenteuer zusammen bestanden hatten, hatte Qui-Gon gezögert. Erst nach ihrem letzten gemeinsamen Erlebnis im Angesicht des Todes tief unten in den Minenschächten von Bandor hatte Qui-Gon die Entscheidung getroffen, ihn als seinen Padawan anzunehmen. Obi-Wan war noch immer unsicher, welche Gefühle sein Meister für ihn empfand. Qui-Gon war kein Mann, der jemandem seine Gedanken mitteilte, wenn es nicht unbedingt sein musste. Obi-Wan wusste wenig über die bevorstehende Mission und er musste wohl Geduld haben, bis Qui-Gon ihm die Details mitteilen würde. Bis dahin beschäftigte ihn eine andere wichtige Frage. Eine, die er nicht zu fragen wagte: Wusste Qui-Gon, dass er heute Geburtstag hatte? Heute wurde er dreizehn. Dieser Geburtstag war für einen Jedi-Schüler ein wichtiges Datum. Er war jetzt offiziell ein Padawan. Der Tradition folgend wurde sein Geburtstag nicht mit einer Feier begangen, sondern in Ruhe verbracht, voller Nachdenklichkeit und Meditation. Obi- Wan wusste, dass er gemäß dieser Traditionen ein bedeutungsvolles Geschenk von seinem Meister erhalten sollte. Qui-Gon hatte an diesem Morgen nichts davon erwähnt. Weder als sie gegessen hatten noch während der Reisevorbereitungen oder auf dem Weg zur Landeplattform. Qui-Gon hatte kaum drei Worte gesprochen. Hatte er es vergessen? Wusste er es überhaupt? Obi-Wan war versucht, ihn daran zu erinnern, doch ihre Verbindung war noch nicht genug gefestigt. Er wollte vermeiden, dass sein Meister ihn für einen gierigen, selbstsüchtigen Jungen oder gar einen Nörgler hielt. Yoda hatte es Qui-Gon sicher gesagt. Obi-Wan wusste, dass die beiden Jedi-Meister in stetigem Kontakt standen. Oder die bevorstehende Mission war derart wichtig, dass auch Yoda seinen Geburtstag vergessen hatte. Sie gingen am letzten Verkaufsstand vorbei und kamen zur Landeplattform. Die Gouverneurin von Bandomeer hatte als Dank für die gute Arbeit der Jedis einen Transportflug organisiert. Sie hatte ein kleines Handelsschiff gefunden, das die beiden zum Planeten Gala mitnehmen würde. Obi-Wan wusste, dass das Gespräch auf die bevorstehende Mission kommen würde, wenn sie erst einmal Bord des Schiffes waren. Sollte er Qui-Gon jetzt sagen, dass er heute Geburtstag hatte? Auf dem Flugfeld lud ein großer, schlaksiger Pilot Transportkisten in sein Schiff. Obi-Wan erkannte die langen, biegsamen Arme eines Phindaners. Obi-Wan beschleunigte seine Schritte, um zu ihm zu gehen, doch Qui-Gon legte eine Hand auf seine Schulter. "Schließe deine Augen, Obi-Wan", sagte er. Obi-Wan stöhnte innerlich. Nicht jetzt!, bettelte er. Er wusste, dass Qui-Gon ihm eine klassische Jedi-Übung aufgeben wollte: Aufmerksamkeit gegenüber dem Moment verleiht Wissen. Im Tempel war Obi-Wan immer sehr gut in dieser Übung gewesen. Doch heute Morgen war er völlig durcheinander und konnte an kaum etwas anderes als an seinen Geburtstag denken. "Was siehst du?", fragte Qui-Gon. Mit geschlossenen Augen sammelte Obi-Wan seine Gedanken, als wären sie Federn in einem Sturm. Er pickte kleine Beobachtungen aus der Luft, erinnerte sich an Dinge, die zwar seine Augen wahrgenommen hatten, die aber nicht in sein Bewusstsein gedrungen waren. "Ein kleines Transportschiff mit einem tiefen Kratzer in der rechten Flanke, mehrere Beulen unterhalb des Cockpits. Ein phindanischer Pilot mit Fliegermütze, Sonnenbrille und schmutzigen Fingernägeln. Zwölf Frachtkisten, die bereitstehen, um eingeladen zu werden, eine Fliegertasche, ein Medpac ..." "Der Hangar", sagte Qui-Gon sanft. "Ein alter Steinbau mit drei Docking Bays. Risse, die senkrecht durch den Stein verlaufen, eine grüne Kletterpflanze, die sich links von der Decke drei Meter weit nach unten schlängelt, eine lila Blume vier Meter tiefer ..." "Sechs Meter", verbesserte Qui-Gon streng. "Öffne deine Augen, Obi-Wan." Er öffnete die Augen. Qui-Gons stechend blauer Blick beobachtete ihn und gab ihm das Gefühl, als läge sein Lichtschwert auf dem Boden herum oder als wäre seine Tunika schmutzig. "Bist du durch etwas abgelenkt, Obi-Wan?", fragte er. "Es ist meine erste offizielle Mission, Meister", sagte Obi-Wan. "Ich möchte alles richtig machen." "Du wirst das tun, was du tun wirst", antwortete Qui- Gon in neutralem Ton. Er wartete und wandte seinen Blick nicht von Obi-Wans Gesicht. Einem Jedi-Padawan war es verboten, seinen Meister anzulügen, die Wahrheit zu verheimlichen oder sie auch nur zu verschleiern. Obi-Wan zwang seine Füße, still zu halten und seinen Augen, Qui-Gons Blick nicht auszuweichen. "Vielleicht bin ich durch etwas Persönlicheres abgelenkt, Meister." Ein Anflug von Heiterkeit erhellte plötzlich Qui-Gons Augen. "Ah. Vielleicht durch einen Geburtstag?" Obi-Wan nickte. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Dann hättest du wohl gern dein Geschenk." Qui-Gon runzelte die Stirn. Er hatte es also doch vergessen!, dachte Obi-Wan. Doch einen Augenblick später griff Qui-Gon in die Tasche seiner Tunika. Seine große, starke Hand kam wieder hervor und hielt etwas verborgen.