Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Mission auf Bandomeer wartet auf Qui-Gon Jinn und seinen neuen Padawan Obi-Wan Kenobi schon der nächste Auftrag. Auf dem Planeten Gala, der seit Jahren von einer strengen Monarchie regiert wird, hat die amtierende Königin freie Wahl ausrufen lassen. Die beiden Jedi sollen nun dort den friedlichen Ablauf gewährleisten. Obwohl der Kampf gegen Xanatos noch beiden in den Knochen steckt, macht man sich schnellstmöglich auf den Weg. Und erlebt dabei eine unwillkommene Überraschung.
Bevor sie Gala nämlich erreichen können, zwingt ein Schaden an ihrem Raumschiff sie zur Notlandung auf Phindar, einem Planeten, der von einem korrupten Syndikat kontrolliert wird und gleichzeitig die Heimat von Obi-Wans neuem Freund Guerra, den er während seiner Flucht von der Bohrinsel kennen gelernt hat. Dieser bittet nun seinerseits um ihre Mithilfe bei dem Versuch das Verbrechersyndikat zu stürzen. Im Zwiespalt gefangen zwischen Gewissen und Pflichterfüllung sehen sich die Jedi gezwungen eine Entscheidung zu treffen.
Wie schon in "Der dunkle Rivale", so steigt auch hier der Leser ohne größere Einleitung in die Geschichte ein und findet sich bereits nach einigen Seiten in einem neuen Abenteuer wieder. Was inhaltliche Tiefe und Spannungsaufbau angeht, bleibt diesmal der Plot jedoch blass. Das fängt an bei den Dialogen, welche allenfalls das sprachliche Niveau sehr junger Kinder erreichen ("Ist so") und setzt sich in der mangelhaften Ausarbeitung der Antagonisten fort. Deren Gedanken, Motive und Gefühle bleiben dem Leser leider bis zum Schluss verborgen, was den im Grunde interessanten Plot bremst und bei eigentlich auf Spannung ausgelegten Passagen stattdessen für Erheiterung sorgt. Sehr schade, birgt die Geschichte an sich eigentlich Potenzial, das die Autorin Jude Watson weitesgehend ungenutzt lässt. Die geringe Seitenzahl bei mehr als augenfreundlicher Schriftgröße hätte wohl auch keinen Platz mehr dafür geboten.
Kurzum: Band 3 orientiert sich noch mehr als seine Vorgänger an einem jungen Lesepublikum und gibt damit die Charakteristika vor, die einem auch in den folgenden Jedi-Padawan-Bänden erwarten. Konflikt, Kampf, Jedi-Weisheiten, Lösung, alle vertragen sich. Allein der kurzweilige Aufbau und die ansehnliche, endlich auch etwas drastischere Action, ließen hier bei mir Lesespaß aufkommen.
Insgesamt bleibt "Die gestohlene Vergangenheit" aber ein schwacher Jugendroman, der nach dem tollen zweiten Band enttäuscht und allein durch sein offenes Ende mitsamt seinen Andeutungen in Bezug auf den Nachfolgeband zum weiterlesen animiert. Jude Watson hat es sich mit diesem Buch leider eindeutig zu einfach gemacht.