Einige Wochen nach den Ereignissen auf Junction 5 (nachzulesen in "Das Vermächtnis der Jedi") wartet auf Qui-Gon Jinn und seinen Padawan Obi-Wan Kenobi eine neue Mission.
Die beiden, die sich nach ihrem Zerwürfnis von Melida/Daan nun langsam wieder gegenseitig zu vertrauen beginnen, sollen gemeinsam mit Meisterin Adi Gallia und deren Schülerin Siri Tachi nach Kegan reisen. Auf dem Planeten, der sich komplett vom Rest der Galaxis isoliert hat und normalerweise keinen Kontakt zu Außenweltlern pflegt, ist bei einem Kind namens Lana eine Machtsensivität bemerkt worden. Die Eltern bitten nun den Jedi-Orden, dies zu überprüfen, worauf die vier Jedi eine lange Reise ins Outer Rim antreten.
Nach einem schon übertrieben freundlichen Empfang, merken sie schnell, dass etwas auf dem Planeten nicht stimmt. Das friedliche Miteinander scheint nichts als eine Fassade, das Entgegenkommen ihrer Gastgeber ein schlecht einstudiertes Schauspiel zu sein. Und als schließlich auch noch Lana entführt wird, fühlen sich die Jedi gezwungen, mehr über die Gesellschaft Kegans herauszufinden. Qui-Gon und Adi Gallia trennen sich daraufhin von ihren Schülern, die nun auf eigene Faust Nachforschungen anstellen und schon bald ihrerseits gefangen genommen werden. Im so genannten "Lern-Ring" inhaftiert, werden sie Zeuge der Gehirnwäsche an den Kindern des Planeten. Und als Obi-Wan und Siri zu revoltieren beginnen, eskaliert die Situation ...
Mit "Die Suche nach der Wahrheit" beginnt ein neuer Abschnitt der "Jedi-Padawan"-Reihe, der den Leser leider sehr schnell die davor beendete Xanatos-Trilogie vermissen lässt. Jude Watson scheint hier nicht viel eingefallen zu sein. Anders lässt sich diese völlig unmotivierte und uninspirierte Geschichte nicht erklären. Nach den doch sehr spannenden Vorgängerromanen, erleben wir mit diesem Buch einen drastischen Einbruch, der hoffentlich nicht stellvertretend für die kommenden Teile der Reihe ist. Kaum Spannung, eine dahinplätschernde Story ohne viel Tiefgang und sinnlos eingefügtes Lichtschwertgeschwinge lassen keinen Lesespaß aufkommen und sorgten trotz der Kürze des Buches bei mir für gähnende Langeweile. Einziger positiver Punkt: Watson baut in den Visionen der Keganer geschickt Anzeichen des späteren Galaktischen Imperiums ein und gibt dabei einen kurzen Ausblick auf Obi-Wans letztendliches Schicksal. Ein netter, augenzwinkernder Hinweis, der das Buch leider aber auch nicht retten kann.
Insgesamt ist "Die Suche nach der Wahrheit" ein mehr als mäßiges Jugendbuch, das an die Qualität der Vorgänger nicht annähernd anzuknüpfen weiß. Watson kann es eigentlich besser und es bleibt zu hoffen, dass sie dies im nachfolgenden Band "Der gefährdete Frieden" auch wieder zeigt.