Kurzbeschreibung
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis ...
Der abtrünnige Jedi-Schüler Xanatos will sich an Qui-Gon Jinn rächen. Er lockt seinen früheren Jedi-Meister und dessen Padawan Obi-Wan Kenobi auf seinen Heimatplaneten Telos - und damit in eine Falle. Mit einer geschickt eingefädelten Intrige gelingt es Xanatos, den beiden Jedi ein Verbrechen anzuhängen, auf das die Todesstrafe steht. Qui-Gon und Obi-Wan werden zu Flüchtlingen in einer feindlichen Welt.
Wem können sie noch trauen? Für Xanatos ist der Tag der Abrechnung gekommen.
Der abtrünnige Jedi-Schüler Xanatos will sich an Qui-Gon Jinn rächen. Er lockt seinen früheren Jedi-Meister und dessen Padawan Obi-Wan Kenobi auf seinen Heimatplaneten Telos - und damit in eine Falle. Mit einer geschickt eingefädelten Intrige gelingt es Xanatos, den beiden Jedi ein Verbrechen anzuhängen, auf das die Todesstrafe steht. Qui-Gon und Obi-Wan werden zu Flüchtlingen in einer feindlichen Welt.
Wem können sie noch trauen? Für Xanatos ist der Tag der Abrechnung gekommen.
Über den Autor
Jude Watson heißt eigentlich Judy Bundell und ist eine preisgekrönte Autorin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Berühmt wurde sie unter ihrem Pseudonym für ihre Star-Wars-Romane. Sie lebt mit ihrem Mann in Katonah, USA, in der Nähe von New York.Dominik Kuhn ist Regisseur, Autor, Übersetzer und Kreativstratege.
Auszug aus Star Wars, Jedi-Padawan, Bd.8, Der Tag der Abrechnung von Jude Watson. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Der elegante Raumkreuzer Leviathan war voll besetzt mit Passagieren. Jede Kabine war belegt. Die Lounges und Aufenthaltsbereiche waren voller Leben. Wesen von den unterschiedlichsten Welten sprachen miteinander, aßen, stritten, lachten und spielten Glücksspiele, um sich die Zeit zu vertreiben. Obi-Wan saß da und beobachtete die Szenerie. Als Jedi auf Missionen zu anderen Welten erhielt er manchmal Einblick in den Lebensstil Wohlhabender, aber dies war seine erste Reise mit einem Luxus-Raumkreuzer. Er hatte große Lust, all die Stätten des Vergnügens an Bord zu erkunden - das Spielkasino, die interaktive Hologramm- Suite, die Speisesäle mit ihren Essensbüfetts und den vielen Süßigkeiten. Es gab keinen Grund für ihn, es nicht zu tun. Sein Begleiter und früherer Jedi-Meister Qui-Gon Jinn hatte ihm gesagt, er könnte erkunden, was er wollte. Doch Obi-Wan wollte nicht von seiner Seite weichen. Qui-Gon schien die Umgebung nicht wahrzunehmen. Der Jedi-Ritter hatte sich einen Sitzplatz in der Ecke der weiträumigen Lounge ausgesucht. Er saß mit Blick in Richtung der Menge. Das war eine Position, die Jedi oft einnahmen, denn so konnten sie beobachten ohne aufzufallen. Qui-Gon jedoch sah sich die Menge nur hin und wieder an, um potenzielle Gefahren oder Störungen rechtzeitig auszumachen. Er konzentrierte sich auf das Datapad in seinem Schoß und las aufmerksam die Informationen, die die Jedi-Ritterin Tahl im Tempel über die bevorstehende Mission hatte besorgen können. Ihre Mission war inoffiziell. Gegen den Willen des Rates der Jedi hatten sie sich auf den Weg zum Heimatplaneten von Xanatos gemacht, dem Feind, der versucht hatte, den Jedi-Tempel zu zerstören. Qui-Gon dachte immer noch über Xanatos' Flucht nach, das wusste Obi-Wan. Zorn war für einen Jedi keine angemessene Empfindung - und doch spürte Obi- Wan Qui-Gons tiefe Frustration. Er hatte Xanatos im Kampf gegenübergestanden und ihn entkommen lassen müssen, um den Tempel zu retten. Obi-Wan wusste, dass dieser Augenblick Qui-Gon noch immer verfolgte. Er war kurz davor gewesen, Xanatos für immer aufzuhalten. Das machte ihn nur noch entschlossener, ihn jetzt seiner gerechten Strafe zuzuführen. Qui-Gon war der Überzeugung, dass Xanatos eine ernste Bedrohung für die Galaxis darstellte, solange er auf freiem Fuß war. Obi-Wan wusste, dass Qui-Gon persönliche Gründe für diese Mission hatte. Xanatos war einmal Qui-Gons Padawan gewesen, wie auch Obi-Wan. Und wir beide haben ihn verraten, dachte Obi-Wan. Er wusste aber auch, dass sein Vergehen nicht im Entferntesten so gravierend gewesen war wie das von Xanatos. Die dunkle Seite der Macht hatte von Xanatos Besitz ergriffen. Er gierte nach Macht und Reichtum. Jede seiner Entscheidungen brachte ihn näher an das Böse. Obi-Wan hatte Qui-Gon verraten, indem er sich von ihm getrennt hatte. Er hatte beschlossen, den Jedi- Orden zu verlassen, um auf einem anderen Planeten zu bleiben. Dort wollte er helfen, wieder Frieden zu etablieren. Mittlerweile bereute er diese Entscheidung. Der Rat hatte zugestimmt, dass er den Jedi wieder beitreten konnte, doch jetzt musste er sich zunächst während einer Probezeit bewähren. Obi-Wan konnte zurückbekommen, was er schon gehabt hatte, doch es sah nicht so aus, als könne er Qui-Gons Vertrauen wieder erlangen. Etwas Grundlegendes zwischen ihnen war verletzt worden. Jetzt tasteten sie sich an einander heran. Obi- Wan hoffte, Qui-Gon während dieser Mission zeigen zu können, dass es möglich war, die Bindung neu zu festigen, die sie einst geknüpft hatten. Die Ratsmitglieder hatten ihm nicht untersagt, Qui- Gon zu begleiten - sie hatten es ihm gestattet. Dennoch waren sie über Obi-Wans Entscheidung nicht erfreut. Schon seine impulsive Entscheidung, die Jedi zu verlassen, hatte sie irritiert. Und diese neue Entscheidung trug nicht gerade dazu bei, ihre Meinung zu ändern. Obi-Wan musste sich eingestehen, dass er erleichtert war, eine Weile den dauernden Prüfungen des Rates und des Tempels selbst zu entkommen. Im letzten Kampf war ein Jedi-Schüler vor seinen Augen zu Tode gestürzt. Es war nicht seine Schuld gewesen, doch warum verfolgte ihn dieser Tod? Als er den Tempel hinter sich gelassen hatte, schien eine zentnerschwere Last von seinem Herzen gefallen zu sein. Qui-Gon hatte mehrere Möglichkeiten abgewogen, unerkannt auf den Planeten zu gelangen. Letztlich hatte er sich für die einfachste und beste von allen entschieden: Sie würden zusammen mit der unscheinbaren Masse ankommen, als Touristen. Telos war ein reicher Planet voller landschaftlicher Schönheit. Es fand ein reger Touristen- und Geschäftsverkehr von anderen Planeten der Galaxis statt. Die Schiffe waren immer voll. Die vielen Reisenden erleichterten es den Jedi unterzutauchen. Sie trugen unauffällige braune Mäntel über ihren Gewändern und hielten ihre Lichtschwerter versteckt. Obwohl Qui-Gon ein stark gebauter Mann mit auffälliger Statur war, konnte er seine Erscheinung geradezu ausblenden und mit einer Menschenmenge verschmelzen. Obi-Wan tat es ihm nach. Sie waren nicht als Jedi zu erkennen und niemand schenkte ihnen die ge- ringste Aufmerksamkeit. Obi-Wan lehnte sich in den Polstersessel zurück und beobachtete eine vorbeigehende Gruppe Duros, die alle Basic sprachen. "Das ist meine dritte Reise", sagte einer von ihnen. "Katharsis wird dir gefallen." "Sie lassen keine Außenweltler in die letzte Runde", sagte der andere. "Daher kannst du auch nicht wirklich punkten." Obi-Wan fragte sich, was Katharsis war. Eine Art Spiel? Er hörte die Anwort des anderen nicht mehr, denn Qui-Gon sah endlich von seinem Datapad auf. "Ich glaube, dass UniFy das schwache Glied ist", sagte er. "Da setzen wir an." Obi-Wan nickte. UniFy war eine telosianische Firma, von der die Jedi-Ritterin Tahl annahm, dass sie eine Scheinfirma von Offworld war, der riesigen Minengesellschaft, die die ganze Galaxis überspannte. Xanatos leitete diese Firma. Niemand wusste, wo der Hauptsitz lag. Qui-Gon sah Obi-Wan stirnrunzelnd an. Der hatte keinerlei Vorstellung, was Qui-Gon dachte. Machte er sich über die bevorstehende Mission Sorgen oder bedauerte er nun doch, dass Obi-Wan hier war? Sie hatten die Gedankenverbindung verloren, die sie einst gehabt hatten. In ihrer Meister-Padawan-Beziehung hatte es von Anfang an unruhige und bewegte Zeiten gegeben. Und doch hatte es auch Momente gegeben, in denen Obi-Wan gewusst hatte, was Qui-Gon fragen wollte, noch bevor dieser es aussprechen konnte. Und Qui-Gon wusste, was Obi-Wan fühlte, ohne dass dieser etwas sagen musste.