Vorweg und Achtung!: Wer eine umfangreiche, chronologisch organisierte Liste der Star Wars Romane & Comics sucht, findet sie in meiner Rezension zu
Die ultimative Chronik.
"Die t'landa Til waren eindrucksvolle Kreaturen, die auf ihren vier baumstammdicken Beinen beinah so hoch aufragten wie ein menschlicher Mann. Mit ihren fassförmigen Leibern, den dünnen Ärmchen und riesigen Schädeln, die ein wenig an jene ihrer entfernten Vettern, die Hutts, erinnerten - mit Ausnahme des enormen Horns, das ihnen mitten aus dem Gesicht ragte -, hielten sie sich selbst für die ansehnlichste Rasse der Galaxis. Die überwältigende Mehrheit der übrigen intelligenzbegabten Wesen indes stimmte dieser Einschätzung keineswegs zu."
Han Solo hatte viel durchgemacht, als er in einer kleinen Kneipe auf Mos Eisley auf einen alten Mann und einen Bauernburschen stieß, um sie kurz darauf ins Alderaan-System zu fliegen. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Chewbacca ihn wegen einer Lebensschuld begleitet? Was hat es auf sich mit seiner Verbindung zu Jabba, der einstmals nicht der einzige große Huttverbrecherlord in der Galaxis war? Warum wurde Han überhaupt von der imperialen Akademie unehrenhaft entlassen? Und woher kennt er Boba Fett? Wie viele Liebschaften und Schlachten hatte er schon hinter sich, bevor er zu seinem Schiff, dem Millenium Falcon kam? Und zuletzt: Welche Rolle spielte er in der Schlacht um Nar Shadda?
"-Die Liebe lehrt einen, das Leben zu lieben-, hatte sie ihm einmal erklärt, -und wenn du erst einmal das Leben liebst, bist du wirklich in Gefahr. Dann willst du daran festhalten, und dieser Wunsch vernebelt deine Gedanken.-
-Festhalten woran-, hatte Han sie gefragt, -An der Liebe oder am Leben?-
-An beidem-, antwortete sie. -Die Liebe ist die riskanteste Sache im ganzen Universum.-"
Während der
erste Teil von Crispins Han-Solo-Trilogie zwischen Star-Wars Feeling/Setting und Han Solos (sehr gut, auch sprachlich, inszenierter) persönlicher Entwicklungsgeschichte hin- und herpendelte, was natürlich weniger Action und mehr Innenleben bedeutete (was, denke ich, notwendig ist und vor allem authentisch wirkt, so hat man wirklich ein sukzessives Gefühl der Entwicklung mit dabei) ist der zweite Teil eine Geschichte wie sie über weite Strecken auch Plot für einen Film sein könnte, vor allem Mittelteil und Ende; der Anfang mag auch atmosphärisch noch ein wenig an das Ende von Teil 1 anknüpfen.
Die Stärke dieses Buches (und der ganzen Trilogie bis hierhin) liegt in ihrer sehr ausgewogenen, guten Mischung. Crispin hält sich nicht mit ellenlangen Personenbeschreibungen und ewig dauernden Gesprächen auf - stattdessen ist sehr bedacht darauf, dass das, was die Charaktere dann sagen und das was sie selbst von ihnen sagt, maximal die Atmosphäre und die Story unterstützt und unterstreicht. Hin und wieder macht sie einen Sprung von ein paar Monaten, dann ist sie wieder ganz nah am Geschehen. Dieser Mix entwickelt langsam, aber sicher einen speziellen Sog (wie ihn meist nur Fantasy- oder SciFi-Bücher haben).
Für mich einer der Höhepunkte im EU. Ich denke man kann sagen, dass hier, im mittleren Teil, Han Solo zu dem wird, was er ist.